Wissenschaft im Weltklimabericht: Der Mensch war's

Im neuen IPCC-Bericht belegen die Au­to­r:in­nen nochmal, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Gearbeitet wurde mit den neuesten Klimamodellen.

Ein Mann und zwei Frauen sitzen auf Plastikstühlen und kühlen sich im kalten Wasser des Lynn Creek ab

Hitzewelle in Kanada, in Vancouver suchen die Menschen Abkühlung im Fluss Foto: Darryl Dyck/dpa

Schon auf den ersten Seiten stellt der neue Bericht des Weltklimarates (IPCC) fest: „Es ist eindeutig, dass der menschliche Einfluss Atmosphäre, Ozean und Land erwärmt hat“. Dieser Satz ist wichtig, denn er ist mit vielen verschiedenen Menschen abgestimmt worden, mit hunderten Wis­sen­schaft­le­r:in­nen und allen Regierungen der Welt. Dass er am Anfang des Weltklimaberichtes steht, heißt auch, darin sind sich alle einig. Die Feststellung ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Erkenntnisse, die in diesem Bericht zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen zum Klimawandel stehen.

Der Bericht stellt fest, dass es wahrscheinlich ist, dass Menschen die Erde seit der vorindustriellen Zeit um +0,8 bis +1,3 Grad Celsius erwärmt haben – die beste Schätzung dafür sind +1,07 Grad. Für viele Menschen ist es verwirrend, einerseits so genaue Zahlen mit Ziffern hinter dem Komma zu haben, zugleich ist aber die Rede von Wahrscheinlichkeiten und Schätzungen.

Das liegt daran, dass die durchschnittliche Temperatur der Erde nicht einfach irgendwo abgelesen werden kann. Sie wird zusammengesetzt aus Messungen an Zehntausenden Wetterstationen weltweit an Hunderten Tagen im Jahr. Die Zigtausenden Daten müssen bereinigt werden – schließlich kann es bei einzelnen Messungen zu Fehlern kommen – und es müssen Regeln bestimmt werden, nach denen sie zusammengerechnet werden. Beispielsweise gibt es in manchen Weltgegenden gibt es vielleicht weniger Wetterstationen – wie können sie genausoviel Gewicht bekommen wie andere, besser ausgestattete Gegenden?

Aus diesen vielen Daten, berechnen unterschiedliche Institutionen jährliche Durchsschnittswerte für die Erderhitzung – die Grafik, die im ersten Kapitel des IPCC-Berichts erscheint, zeigt, wie der Trend der Erderhitzung aussieht, wenn diese (leicht) unterschiedlichen Durchschnittswerte wiederum miteinander verrechnet werden.

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Die Grafik zeigt aber auch einen anderen komplizierteren Teil der Klimawissenschaft: Klimasimulationen basierend auf Klimamodellen. Hier fließen die neuesten Erkenntnisse über physikalische, biologische und chemische Prozesse ein, um zu simulieren, wie das Klima auf unterschiedliche Einflüsse reagiert. Zahlreiche Institutionen entwerfen solche Modelle und lassen sie mit unterschiedlichen Vorannahmen durchlaufen. In dem weltweiten CMIP6-Projekt wurden diese Modelle für den aktuellen IPCC-Bericht miteinander verglichen und verrechnet.

Teil des Projekts sind auch historische Simulationen gewesen, die in der Grafik vereinfacht dargestellt werden. In blau sind Simulationen dargestellt, in die nur natürliche Faktoren einfließen, während orange Simulationen darstellt, in die menschliche und natürliche Faktoren einfließen. Die Linien zeigen die Mittelwerte der jeweiligen Simulationen und 90 Prozent aller Werte aus den Simulationen fallen in die schattierten Flächen.

Sie zeigen: Hätte es keinen menschlichen Einfluss gegeben, würde die Erderhitzung bei etwa 0 Grad liegen. Die Simulationen, die menschliche Einflüsse mitrechnen, sind hingegen sehr nah dran an den tatsächlichen Messungen der vergangenen 170 Jahre.

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