Schloss Schönbrunn

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Wien in Zeiten der Corona-Krise:Gesperrte Schönheit

Kein Kaffeehaus geöffnet, Schloss Schönbrunn geschlossen, Touristen vereinsamt: Wie Wien im Kampf gegen das Virus den Ausnahmezustand probt.

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AUS WIEN 18.3.2020, 15:53 UHR

Das gusseiserne Tor zum Schlosspark Schönbrunn ist zu. „Gesperrt“, knurrt ein schmallippiger Wächter. „Als Präventivmaßnahme zur Eindämmung von Infektionen durch das Coronavirus (Covid-19) wurde das gesamte Areal Schönbrunn für Gäste bis zum 3. April 2020 geschlossen“, heißt es auf einem Schild.

Wo am Montag noch Joggerinnen und Jogger frühmorgens wie gewohnt ihre Runden drehten, ist am Tag zwei der Ausgangsbeschränkungen nichts mehr zu machen, obwohl die breiten Alleen mehr als ausreichend Platz für das Einhalten des empfohlenen Sicherheitsabstands von zwei Metern bieten.

Ganz Unverdrossene laufen jetzt entlang der Mauer und atmen dort die Abgase des morgendlichen, allerdings deutlich ausgedünnten Berufsverkehrs. Dieser Eingriff in die Lebensgewohnheiten der Menschen soll offenbar auch den letzten Zweiflern signalisieren: Es ist ernst. Bleib zu Hause!

Das barocke Schloss, als Sommersitz der Herrscherin Maria Theresia und von Kaiserin Sisi einer der Magnete für Touristenscharen aus aller Welt zu Besuch in Wien, ist schon seit einer Woche geschlossen, die Konzerte, bei denen die Urlauber bisher täglich mit den Ohrwürmern von Mozart und der Strauss-Dynastie beschallt wurden, sind, wie ein englisches Aviso kündet, „suspended until April 3rd“. Vor dem wenige Häuserblocks entfernten Café Raimann wünscht die Belegschaft auf der Tafel, wo sonst das Mittagesmenü angeschrieben steht: „Alles Gute und Gesundheit!“

In ganz Österreich gelten seit dem Dienstagmorgen drastische Einschränkungen im Alltagsleben. Nur aus triftigen Gründen sollen die knapp neun Millionen Einwohner noch ihre Häuser verlassen. Sämtliche Veranstaltungen sind verboten, nirgends dürfen sich mehr als fünf Menschen gleichzeitig aufhalten. Immerhin bleiben Spaziergänge gestattet. Wer dringend ins Freie müsse, „der darf das ausschließlich alleine machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt“, mit diesen Worten hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz das Ausgehverbot begründet. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind bis auf Lebensmittelläden und Apotheken fast sämtlich geschlossen.

Sebastian Kurz, Bundeskanzler

Wer ins Freie muss, „der darf das ausschließlich alleine machen oder mit Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt“

Entsprechend schaut es in der Innenstadt aus. Im gotischen Stephansdom im Herzen Wiens, wo sich sonst die Besucher mit gezücktem Handy auf die Zehen treten, ist man nur mehr „für persönliches Gebet, Aussprache und Beichte“ willkommen. In den umliegenden Cafés, wo am Montag noch ein letzter Mokka oder Latte macchiato vor dem behördlich verordneten Hausarrest serviert wurde, ist es dunkel.

Selbst die Biobäckerei Gradwohl in der Naglergasse, die als Lebensmittelladen öffnen darf, arbeitet im Krisenmodus. „Wir haben unser Angebot auf ein Viertel heruntergefahren“, sagt Frau Jacqueline, die allein hinter der Theke steht. Keine der cremigen Torten sind noch in der Vitrine zu finden. Nur die Stammkundschaft aus den umliegenden Banken und Büros kaufe noch hier ein.

Zwei Chinesinnen, die gerade aus der Pension Nossek am Graben ausgecheckt haben, begeben sich mit ihren Rollkoffern Richtung U-Bahn oder Taxistandplatz. Versprengte Spaziergänger oder Menschen mit Hunden an der Leine schlendern durch die Fußgängerzone.

Vermummte Ärzte an einem Eingang

Zugangskontrolle am Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien Foto: dpa

Niemand steht für ein Selfie vor der Dreifaltigkeitssäule, die einst Kaiser Leopold I. nach dem Abflauen der Beulenpest im 17. Jahrhundert errichten ließ. Covid-19 fordert zwar weniger Todesopfer, dürfte aber ähnlich ansteckend sein.

Infotafel Stephansdom

„Nur für persönliches Gebet, Aussprache und Beichte“

In U-Bahnen und Busse, die in geringfügig vergrößerten Intervallen unterwegs sind, ist es nicht schwer, zu den wenigen Fahrgästen auf Distanz zu bleiben. Einige Frauen haben ihre Schals über Mund und Nase gezogen, manche tragen Gummihandschuhe. Die Türen gehen in den Stationen automatisch auf, damit niemand auf den möglicherweise infizierten Öffnungsknopf drücken muss. Die Türen beim Fahrer bleiben aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Beim Lidl ums Eck ist nach den panischen Hamsterkäufen vom Wochenende wieder Normalbetrieb eingekehrt, sogar Toilettenpapier ist wieder zu haben. Im Drogeriemarkt bedienen die Verkäuferinnen mit Gummihandschuhen und Mundschutz. Vor den Kassen sind Kisten aufgebaut, die den Abstand zur Kundschaft vergrößern sollen. Desinfektionsmittel und Fieberthermometer fehlen noch immer in den Regalen.

Noch schneller als die Zahl der Infizierten – zuletzt 1.132 in ganz Österreich – steigt die der Opfer dieses wirtschaftlichen Stillstands. Mehr als 16.000 Anträge auf Arbeitslosengeld sind am Montag beim Arbeitsmarktservice eingegangen. Die meisten telefonisch oder über die Homepage, denn Arbeitsmarktservice-Chef Johannes Kopf hat dringend davon abgeraten, die Servicestellen aufzusuchen.

Die Voestalpine in Linz, Österreichs größter Stahlproduzent, prüft gerade, welche Werke geschlossen werden müssen. Mehrere große zum Konzern gehörende Betriebe in der Steiermark haben bereits wegen des Coronavirus geschlossen oder die Produktion eingestellt: Magna Steyr, ein wichtiger Zulieferbetrieb für Daimler und BMW, stoppte die Fahrzeugproduktion am Montag für zwei Wochen.

Polizeipatrouille in der Wiener Innenstadt

Polizeipatrouille in der Wiener Innenstadt Foto: dpa

Die Regierung versucht Massenentlassungen durch ein neues Kurzarbeitsmodell zu begegnen, das es Unternehmen erlaubt, einen mindestens zehnprozentigen Betrieb so aufzuteilen, dass die Belegschaft auch zeitweise ganz nach Hause geschickt werden kann. Dass die zunächst freigegebenen vier Milliarden Euro für die Wirtschaft nicht ausreichen werden, ist allen klar.

Ausgesperrte Pflegerinnen

Krise herrscht allerdings bei den Gemüsebauern in Niederösterreich und dem Burgenland, die gerne bis zu tausend Erntehelfer einstellen würden, da die Saisonarbeiter aus Ungarn und der Slowakei nicht mehr über die Grenze dürfen. Der Spargel sprießt deshalb ungeerntet. Ungarn fährt seit gestern eine besonders harte Linie. Rumänische Pflegerinnen, die zu ihren älteren Patienten in Österreich unterwegs waren, wurden am Montag aus dem Zug geholt, über Nacht eingesperrt und dann nach Hause geschickt.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober rechnet damit, dass bis Ende der Woche sichtbar wird, ob die rigiden Einschränkungen des öffentlichen Lebens Wirkung zeigen. Statt einer derzeitigen Neuinfektionsrate von 36 Prozent täglich hofft er auf 20 Prozent oder weniger. Täglich werden zusätzliche Test-Kits importiert, damit die steigende Nachfrage bedient werden kann.

Einsame Passantin

Einsame Passantin in der Wiener Innenstadt Foto: dpa

Da ist es nicht hilfreich, dass im Wiener Allgemeinen Krankenhaus eine Anästhesistin positiv getestet wurde. In Salzburg musste nach der Coronainfektion einer Anästhesistin eine ganze Abteilung geschlossen werden. Sie hatte sich vermutlich bei einem Skiurlaub in Tirol angesteckt.

Überhaupt, die Skiurlauber! Dass die Skiorte ­Ischgl und Galtür im Tiroler Paznauntal erst am vergangenen Freitag unter strenge Quarantäne gestellt worden sind, wächst sich inzwischen zum regelrechten Skandal aus. Hunderte Skandinavier haben sich dort infiziert. Island reagierte bereits am 5. März mit einer Reisewarnung für Tirol.

Dennoch blieben die Lifte und Bars noch eine Woche lang offen. Und ausländische Touristen, die schließlich heimgeschickt wurden, übernachteten noch in Innsbruck, wo sie die Ansteckungsgefahr weiter erhöhten.

Vieles deutet darauf hin, dass dieser fahrlässige Umgang mit der Krise dem Druck der mächtigen Liftbetreiber und Hoteliers zuzuschreiben ist. Ein Fernsehinterview vom Montag, in dem Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) wiederholt beteuert, die Behörden hätten „alles richtig gemacht“, ist inzwischen zum skandalösen Hit in den sozialen Medien geworden.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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