piwik no script img

Weltweiter EmissionshandelÖkosteuern für die Industrie

Bundeskanzlerin Merkel fordert mit Weltbank, IWF und OECD einen globalen Preis für CO₂. Das sei eine zentrale Aufgabe der Politik.

Bernhard Pötter

Aus Berlin

Bernhard Pötter

Denkt man den Gedanken zu Ende, unterstützt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Idee von Greenpeace, die Braunkohlesparte von Vattenfall zu übernehmen und für viel Geld stillzulegen. Denn ein „Preis für den Kohlenstoff“ sei eine zentrale Aufgabe der Politik, „er fördert Investitionen in klimafreundliche Technik, und wir sollten unsere Anstrengungen da verstärken“, erklärte Merkel.

Aber anders als die Umweltschützer will die Kanzlerin erst mal kein exaktes Preisschild für eine konkrete Industriebranche, sondern ein weltweites System von CO2-Steuern oder Emissionshandel. Sie ist damit Teil des neuen „Carbon Pricing Panel“, das sich am Dienstag präsentierte: Die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und die OECD haben Staaten und Investoren versammelt, um rechtzeitig zur letzten Woche der Vorverhandlungen zum Klimavertrag von Paris Druck zu machen.

Die Welt brauche einen CO2-Preis, um „die Weltwirtschaft in Richtung einer kohlenstoffarmen, produktiven und wettbewerbsfähigen Zukunft zu steuern“, so die Organisationen, politischen aus Deutschland, Frankreich, Mexiko, Chile, den Philippinen und Äthiopien und Chefs großer Unternehmen. Bisher haben 40 Länder und 23 Staaten und Regionen wie etwa die EU einen CO2-Preis. Weltweit deckt dieser Markt von etwa 50 Milliarden Dollar aber nur 12 Prozent der Emissionen ab.

Vor allem die Industriestaaten müssen „ihre Anstrengungen scharf beschleunigen“, um ihre eigenen Klimapläne einzuhalten, mahnte auch OECD-Umweltdirektor Simon Upton. Die CO2-Emissionen müssten viel schneller sinken als bisher: Aus einer jährlichen Quote von 1,6 Prozent in den USA müssten etwa 2,5 Prozent werden, die EU müsste von 1,8 auf 2,8 Prozent Reduzierung zulegen, Japan gar von einer leichten Zunahme der Emissionen auf minus 1,5 Prozent kommen. China und Indien dagegen seien ganz gut auf Kurs, ihre eigenen Klimapläne zu halten – die allerdings auch keine absoluten Reduzierungen vorsehen.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare