Website zur Antike: Alle Klicks führen nach Rom
Auf badancient.com wird die Antike lebendig – durch die Fragen, die wir selber stellen. Das macht Spaß, sogar wenn es um den ‚römischen Gruß‘ geht.
Macht es einen Unterschied, ob wir zur Erforschung der Vergangenheit Anträge zur Nutzung analoger Archive ausfüllen und uns durch dicke Bände von Realenzyklopädien wälzen – oder ob wir mit ein paar Klicks in untergegangene Welten und Bürokratien eintauchen?
Die Meldung, dass innerhalb des Katalogs der US-Nationalarchive sich seit Kurzem in Echtzeit klären lassen soll, ob Opa oder Uroma NSDAP-Mitglieder waren, hat zu einem kleinen Überlastungshype der Seiten geführt: Und man darf schon fragen, ob hier kurzfristige Newsgeilheit oder echtes, also auch emotional involviertes Interesse eine Rolle spielt, insbesondere bei der Frage, warum wir eigentlich nach den Namen der Täter suchen sollen und wollen anstatt nach denen der Opfer?
Lange Vorrede für einen kurzen Hinweis auf die englischsprachige und von dem Althistoriker Owen Rees (gerade erschienen: „Eine unerzählte Geschichte der Antike. Auf den Spuren vergessener Orte – von Britannia bis Vietnam“) mitverantwortete Seite badancient.com, die verspricht: „Wir überprüfen Behauptungen über die Antike auf ihren Wahrheitsgehalt. Wenn du wissen möchtest, ob Hopliten nach ihren Schilden benannt wurden oder ob die Menschen in der Antike glaubten, die Erde sei flach, bist du hier genau richtig.“
„Bad Ancient: Fact-checking claims about the ancient world“, www.badancient.com
Weitere schöne Fragen sind: Machten die Römer den römischen Gruß (False!)? Oder fluteten die Römer das Kolosseum für Seegefechte (True!)?
Fröhliches Mitmachen
Klar, das muss einen nicht interessieren – und wir erinnern uns noch dunkel an den Onlinetrend, demzufolge Männer sehr oft ans Römische Reich denken, während Frauen sich darüber Gedanken machen müssen, wie sie sicher nach Hause kommen.
Aber der Trend zur Antike ist schon vielfältiger und dauerhafter – und im Gegensatz zu einem abgeschlossenen Archiv setzt badancient.com aufs fröhliche Mitmachen und selbst Fragenstellen. Und das ist ja immer mindestens so schön wie Antworten bekommen.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert