DIE GESELLSCHAFTSKRITIK: Versteckte Islamfeindlichkeit
WAS SAGT UNS DAS? Die australische Politikerin demonstriert für ein Burkaverbot, dabei geht es ihr nicht um Frauenrechte
Pauline Hanson, die Führerin der rechtspopulistischen Partei One Nation, trug am Donnerstag eine Burka im australischen Parlament, um ihre Forderung nach einem Burkaverbot zum Ausdruck zu bringen.
Mit der nahenden Kommunalwahl in ihrem Wahlbezirk Queensland ist es für die Politikerin sicherlich interessant, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das gelingt ihr, denn sie provoziert nicht nur im Parlament. Ihre Aktion sorgt für Schlagzeilen und wurde auf Twitter zum Trending Topic. Doch was steckt dahinter? Möchte Hanson mit dem Burkaverbot die Befreiung der Frauen erreichen, die sich gegen ihren Willen verschleiern müssen?
Wohl nicht. Hanson ist vor allem durch ihre rassistischen Aussagen („Wir lassen Menschen aus Südafrika ins Land, [. . .] sie haben AIDS.“) und als Befürworterin eines Einreisestopps für Musliminen. Unvorstellbar ist es, dass es Hanson um die Befreiung der möglicherweise unterdrückten Frauen geht. Sie betreibt islamfeindliche Propaganda mit der Vorwand der Frauenrechte. Eine gängige Vorgehensweise vieler Rechtspopulist*innen.
Sibel Schick
Nur noch 460 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen