Verhandlungen am Freitag und Samstag: Ukraine-Team soll in USA mit Trump-Unterhändlern sprechen
Eine ukrainische Delegation wird laut Präsident Selenskyj mit den US-Unterhändlern Jared Kushner und Steve Witkoff verhandeln. Der anstehende Winter bereitet Sorge.
Foto: Jacquelyn Martin/ap/dpa
afp | Neuer Vorstoß in den Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs: Ein ukrainisches Verhandlungsteam soll am Freitag und Samstag in den USA mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Die Delegation werde mit Jared Kushner und Steve Witkoff sprechen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag vor Journalisten. Die Gespräche sollten zwei Tage dauern. Auch ein europäisches Team solle dazustoßen. US-Beamte bestätigten die Pläne.
Die Vertreter „werden neue Ideen und Vorschläge erörtern, die amerikanische Unterhändler während ihres jüngsten Besuchs in der Region gemeinsam mit den Russen und Ukrainern entwickelt haben“, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus mit den Gesprächen vertrauten US-Kreisen.
Die US-Unterhändler hätten zudem „nationale Sicherheitsberater aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie Vertreter der Nato und der Europäischen Union“ eingeladen. Die US-Beamten erklärten, die Gesandten würden „Sicherheitsgarantien für die Ukraine, einen Plan für den Wiederaufbau nach dem Krieg sowie weitere Aspekte des Konflikts“ erörtern. Aus Deutschland war in der Vergangenheit der außen- und sicherheitspolitische Berater im Kanzleramt, Günter Sautter, bei einigen Gesprächsrunden dabei.
Washington ist der Ansicht, dass die Sorgen angesichts des bevorstehenden Winters und der Energieversorgung die Wiederaufnahme der Gespräche begünstigen könnten. Die Europäer seien „alle besorgt wegen des Winters. Es wird ein harter Winter werden, wenn der Krieg nicht aufhört“, hieß es aus den US-Kreisen. Deshalb versuchten die USA „zwischen den Parteien zu vermitteln, mit dem Ziel, einen gemeinsamen Vorschlag zu erarbeiten“.
Die von Washington vermittelten Gespräche sollen bis Ende Oktober stattfinden
Am Sonntag hatte Selenskyj gesagt, dass die USA neue trilaterale Gespräche der Vereinigten Staaten, Russlands und der Ukraine über ein Ende des Ukrainekrieges planten. Die von Washington vermittelten Gespräche sollten demnach bis Ende Oktober stattfinden. Die USA stünden dafür mit der Ukraine und Russland in Kontakt.
Nach Angaben von Selenskyj werden von ukrainischer Seite nun an den Gesprächen in den USA sein Stabschef Kyrylo Budanow sowie unter anderem Rustem Umerow teilnehmen, der bereits als Chefunterhändler an früheren Gesprächsrunden beteiligt war. Umerow hatte in den USA auch schon Trumps Gesandten Witkoff und den Präsidenten-Schwiegersohn Kushner getroffen, die beide erst Anfang September in Moskau auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen waren. Putins Wirtschaftsbeauftragter Kirill Dmitrijew war wiederum Ende September in Washington.
Die USA versuchen seit dem Wiedereinzug von Trump ins Weiße Haus im Januar 2025 ein Ende des seit Februar 2022 andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten jedoch keinen Durchbruch.
Verstärkte Angriffe in den vergangenen Monaten
Russland hatte im Februar 2022 eine großangelegte Invasion in der Ukraine gestartet und greift die Ukraine seitdem fast täglich unter anderem mit Drohnen und Raketen an. Die Ukraine reagiert mit Angriffen auf russisches Gebiet. Beide Seiten verstärkten ihre Angriffe in den vergangenen Monaten. Russland nimmt dabei insbesondere die ukrainische Energieversorgung ins Visier. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Bewohner im Winter häufig bei Minusgraden ohne Strom und Wärmeversorgung.
Die russischen Angriffe gingen derweil auch am Donnerstag weiter. Bei einem Angriff auf zwei Busse in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk wurden Behördenangaben zufolge mindestens 30 Menschen getötet. Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft der Region Donezk mit.
Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Volker Türk verurteilte die jüngsten russischen Angriffe scharf. „Ich bin entsetzt angesichts der Welle von Angriffen, bei denen in den letzten vier Tagen in der gesamten Ukraine Zivilisten getötet wurden, darunter der schreckliche Angriff von heute auf zwei öffentliche Busse“, erklärte Türk am Donnerstag.
„Das Ausmaß und die Art dieser Angriffe, bei denen Menschen in Bussen, in ihren Häusern und an ihren Arbeitsplätzen in verschiedenen Regionen des Landes getötet und verletzt wurden, sind verwerflich“, sagte der UN-Vertreter.
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