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■ StandbildUngeklärte Fragen

„Was haben Sie später mal vor?“, Di., 20.45 Uhr, Arte

Daß lebenserfahrene Rentner ihr in vielen Berufsjahren erworbenes Wissen an Existenzgründer oder kriselnde Betriebe weitergeben, ist unzweifelhaft eine gute Idee. Zumal, wenn es unentgeltlich geschieht und beiden Seiten nützt.

Informationen über die praktische Umsetzung dieses Gedankens verhieß die ORB/Arte-Doku „Was haben Sie später mal vor?“. Matthias Hoferichter und Olaf Jacobs porträtierten drei Sixtysomethings, die für den „Senior-Experten-Service“ tätig sind. Verbunden durch etwas deplaziert anmutende Ambient-Musikeinlagen, zeigten mehrere Episoden die drei ehrenamtlichen Unternehmensberater an ihren „Einsatzorten“: einer von Finanznöten geplagten High- Tech-Fabrik in Frankfurt (Oder), einem maroden Großhotel in Rußland und einem schlingernden Baukästen-Betrieb in Thüringen. Stellenweise vermittelten die Bilder den Eindruck rührender Vergeblichkeit, manchmal kündeten Dankbarkeitsbezeugungen der Klienten von Teilerfolgen. Oft hatten die Filmemacher aber auch nur Allgemeinplätze à la „die Sanierung wird schwer werden“ anzubieten.

Über die individuelle Motivation der Senior-Experten, sich nach der Pensionierung statt in den Ruhestand in neue Probleme zu stürzen (purer Gemeinsinn oder gar eingestandener Geltungs- drang?), erfuhr man relativ wenig. Und auch im Hinblick auf den politisch-wirtschaftlichen Hintergrund solcher Senioreneinsätze blieben doch einige Fragen ungeklärt. Wie etwa entwickelt sich das Modell aktuell, boomend oder schon wieder rückläufig? Wie sehen eventuelle größer angelegte (Erfolgs-)Bilanzen aus? Und gibt es auch Seniorberaterinnen? Das hätte einen schon auch noch interessiert. Peter Luley

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