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Und Kuba?

Kuba, ein sozialistischer Einheits- und Inselstaat in der Karibik, hat eine Fläche von 109.884 Qua­dratkilometern und etwa zehn Millionen Einwoh­ner:innen Illustrationen: Ado­be Stock

Juan Elias Navarro glaubt nicht an eine US-Intervention. „Hier ist doch kaum etwas zu holen“, sagt der kritische Blogger aus Santiago de Cuba. Er gibt nichts auf die Worte von US-Außenminister Marco Rubio, der keinen Hehl daraus macht, dass er die sozialistische Führung in Havanna fallen sehen will. Kein Wunder, denn Rubio ist selbst Sohn kubanischer Migranten, zählt zur einflussreichen Kubaconnection in der US-Politik. Für Rubio ist die Kubanische Revolution von 1959 ein „Unfall der Geschichte“. Den würde der Jurist gern ungeschehen machen und setzt dafür seit Jahren auf die Verschärfung der US-Sanktionen. Doch die sind weitgehend ausgereizt, weshalb Rubio begrüßt, dass die USA seit Dezember venezolanische Tanker auf dem Weg nach Kuba blockieren.

Das verschärft die Energiekrise, die seit Monaten mit Stromabschaltungen das Leben auf der Insel beeinträchtigt. Die Regierung in Havanna ist hoch verschuldet und hat keine Devisen, um Erdölimporte für die marode Kraftwerksinfrastruktur zu bezahlen. Selbst befreundete Natio­nen wie Mexiko, Russland, Iran, China oder Vietnam haben wenig Lust, eine Ökonomie zu stützen, die als „Eimer ohne Boden“ gilt. Das könnte sich nach der Intervention in Venezuela ändern, aus Solidarität und aus geostrategischen Überlegungen heraus.

Rubio hat letztens gesagt: „Wenn ich in Havanna leben und der Regierung angehören würde, wäre ich zumindest ein wenig beunruhigt.“ Donald Trump hält einen Angriff allerdings gar nicht für nötig: „Sie bekommen ihre ganze Unterstützung von Venezuela. […] Es sieht so aus, als würde es einfach fallen.“ Das ist ein Szenario. Doch er scheint die Bedeutung Venezuelas zu überschätzen.

Zwar hat das Bruderland einst bis zu 100.000 Barrel Öl täglich nach Kuba verschifft, doch in den letzten zwölf Monaten waren es nicht viel mehr als 10.000, so Omar Everleny Pérez, Sozialwissenschaftler aus Havanna. Mexiko sei partiell in die Bresche gesprungen und könnte es wieder tun, genauso Brasilien. „Zudem könnte die Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel auf ökonomische Reformen setzen und die im Oktober initiierten Maßnahmen zur par­tiel­len Öffnung der Wirtschaft vertiefen.“ Allerdings igelte sich Kubas Führung bislang bei Druck eher ein. Eine US-Intervention hält auch Everleny Pérez für wenig wahrscheinlich.

Knut Henkel

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