: US-Bombe tötet UN-Helfer
Bei einem Raketenangriff auf Kabul kommen vier Minenräumer ums Leben. Dritte Angriffswelle gegen Ziele in der Gegend um Kabul. USA warnen den Irak, die Krise „auszunutzen“. Großbritannien: Über Bodentruppen ist noch nicht entschieden
KABUL/WASHINGTON taz/rtr/afp ■ Bei den Luftangriffen der USA auf Afghanistan wurden vier Mitarbeiter einer von den Vereinten Nationen finanzierten Organisation getötet. Das berichtete eine UN-Sprecherin in Islamabad. Eine US-Rakete sei in ein Gebäude in Kabul eingeschlagen, in der die Organisation ihre Büros habe, die im UN-Auftrag in Afghanistan Minen räume.
US-Verteidigungminister Donald Rumsfeld bedauerte am späten Abend den nicht beabsichtigten Verlust von Menschenleben. Nach US-Angaben trafen die Bomben mindestens ein Ausbildungslager der Terrorgruppe al-Qaida.
Erstmals flogen die USA auch tagsüber Luftangriffe. Sie setzten gestern den dritten Tag in Folge ihre Angriffe fort.
Das US-Verteidigungsministerium bestätigte Berichte, wonach US-Flugzeuge in der Nacht zum Dienstag das Haus des Taliban-Chefs Mullah Mohammed Omar angegriffen haben. Der Taliban-Botschafter in Pakistan, Abdul Salem Saif, hatte zuvor berichtet, Omar habe das Haus jedoch vorher verlassen und sei – ebenso wie der gesuchte Kopf der Terrororganisation al-Qaida, Ussama Bin Laden – noch am Leben.
Großbritanniens Außenminister Jack Straw betonte in Luxemburg, der Einsatz sei den Vereinbarungen zufolge zurzeit auf Afghanistan begrenzt. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon sagte der BBC, er rechne damit, dass die Luftangriffe eher „Tage als Wochen“ andauern würden. Über den Einsatz von Bodentruppen müsse sicherlich nachgedacht werden, sagte Hoon.
Die USA haben Irak gewarnt, die „derzeitige internationale Krise für eigene Aktionen“ auszunutzen. Einen Brief mit dieser Warnung verlas Washingtons UNO-Botschafter John Negroponte in Gegenwart seines irakischen Amtskollegen Mohammed al-Douri nach Informationen der taz bei einem Treffen nach Beginn der amerikanisch-britischen Luftangriffe gegen Afghanistan am Sonntag in New York. Am Montag suchte al-Douri die US-Botschaft auf und verlas ein Antwortschreiben seiner Regierung. Seit den Terroranschlägen vom 11. September hat die Bush-Administration bereits mehrfach Militärschläge gegen Irak erwogen. AZU/EC
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