piwik no script img

UN-KlimakonferenzFeuer ist unter Kontrolle

Am Donnerstag brach auf dem Gelände der Weltklimakonferenz ein Feuer aus. Nun versuchen rechte Gruppen den Vorfall für sich zu nutzen.

Niklas Franzen

Aus Belém

Niklas Franzen

Plötzlich kommt Unruhe im Medienzentrum der Weltklimakonferenz auf. Einige rennen los, andere zücken ihre Smartphones. Dann öffnet sich eine Tür zum Notausgang – alle müssen hinaus.

Am Donnerstagnachmittag sorgte ein Feuer für einen unfreiwilligen Stopp der COP in der Amazonasmetropole Belém. Bis zur Veröffentlichung war unklar, was den Brand ausgelöst hat. Überall hastige Feuerwehrleute, die Plastikverkleidungen aufschneiden, Sirenen heulen. Rauchschwaden hängen in der Luft, es riecht verkohlt. Es beginnt zu regnen, und eine pakistanische Delegierte scherzt im Freien: „Hoffentlich regnet es rein und löscht das Feuer.“

Videos in sozialen Netzwerken zeigen Feuerwehrleute, die gegen die Flammen kämpfen. Das Feuer brach in dem Bereich aus, in dem die Länderpavillons stehen. Das gesamte Gelände wurde evakuiert, der Strom abgestellt. Ein UN-Sicherheitsmann sagt: „The fire is under control.“ Laut Regierungsvertretern wurde niemand verletzt.

Tourismusminister Celso Sabino erklärte, das Feuer habe nach 30 Minuten unter Kontrolle gebracht werden können. Für Brasilien sind die Bilder dennoch eine Katastrophe. Eigentlich lief die Megakonferenz gut – nicht nur die Verhandlungen. Nach viel anfänglicher Kritik lobten viele Beobachter mittlerweile die Organisatoren. Und der Brand ist Wasser auf die Mühlen jener, die der Amazonasmetropole die Ausrichtung einer COP nie zugetraut haben. Besonders rechte Gruppen greifen den Vorfall nun auf, um die Regierung von Präsident Lula zu attackieren. Die Hoffnung ist nun, dass die Verhandlungen am Freitag fortgesetzt werden können.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare