Trotz US-Sanktionen: Mexikos Präsidentin will wieder Öl nach Kuba liefern
Die mexikanische Präsidentin Sheinbaum möchte erneut Öllieferungen nach Kuba durchführen. Die Geschäfte sollen aber über private Unternehmen laufen.
Foto: Norlys Perez/reuters
ap | Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum will Öllieferungen nach Kuba wieder aufnehmen. Sheinbaum sagte am Montag (Ortszeit), die Regierung wolle das Öl künftig über kommerzielle und private Unternehmen liefern lassen und nicht mehr über staatliche Firmen wie in der Vergangenheit. Dies könnte der Karibikinsel angesichts einer sich verschärfenden Versorgungskrise aufgrund von Kraftstoffmangel dringend benötigte Entlastung bringen.
Sheinbaum erklärte, man wolle auch von neuen marktwirtschaftlichen Reformen der kubanischen Regierung profitieren und dabei mexikanische Unternehmer einbinden, die bereits auf der Insel tätig sind. „Der Mechanismus würde über private Unternehmen laufen, die über Genehmigungen verfügen, Treibstoff nach Kuba zu transportieren“, sagte sie. Weitere Details nannte sie nicht. Man hoffe, dass der kommerzielle Transport bald wieder aufgenommen werden könne.
Mexiko war nach einem Rückgang venezolanischer Lieferungen Anfang Januar zu einem wichtigen Kraftstofflieferanten für Kuba geworden. Die Lieferungen wurden jedoch nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Zölle gegen Länder zu verhängen, die Öl an Kuba liefern, vollständig gestoppt. Seitdem erreichte nur noch eine einzige Öllieferung die Insel – ein russischer Tanker mit rund 730.000 Barrel Öl, die innerhalb eines Monats verbraucht wurden.
Der Kraftstoffmangel hat die Energiekrise in Kuba weiter verschärft. Das Land produziert nur etwa 40 Prozent des benötigten Erdöls selbst. Die Folgen sind häufige Stromausfälle, reduzierte Arbeitszeiten, Wassermangel, verschobene Operationen und verdorbene Lebensmittel.
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