Telekomgesellschaft Belgacom: Staatlicher Spionageangriff vermutet
Schnüffelei hat Konjunktur: In Belgien hackten Spione offenbar die staatliche Telekomgesellschaft Belgacom – auf der Suche nach „strategischen Informationen“.
BRÜSSEL dpa | Die staatliche belgische Telekomgesellschaft Belgacom ist Opfer eines großangelegten Spähangriffs geworden. Das Unternehmen reichte nach eigenen Angaben Klage gegen Unbekannt ein. Die Staatsanwaltschaft in Brüssel vermutet staatliche Spionage, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Montag. Belgacom habe sich bereits im Juli beschwert.
Die belgische Regierung reagierte empört. „Wenn diese Hypothese bestätigt wird und es sich in der Tat um Cyber-Spionage handelt, verurteilt die Regierung dieses Eindringen und die Verletzung der Integrität eines öffentlichen Unternehmens entschieden“, erklärten Premierminister Elio Di Rupo sowie die Ministerinnen für Justiz und Inneres in einer gemeinsamen Mitteilung.
Die Staatsanwaltschaft vermutet laut Belga derzeit, Ziel der Attacke sei das Sammeln „strategischer Informationen“ gewesen, nicht eine Störung des Betriebs. Die Untersuchung zeige, dass der Angriff nur mit "erheblichen finanziellen und logistischen Mitteln" möglich war.
Daten seien nicht in Gefahr
Dies sowie die technische Komplexität und Reichweite der Attacke deuteten auf „eine internationale Staatsspionage-Operation“ hin. Die belgische Datenschutz-Kommission hat eine eigene Untersuchung gestartet, schrieb Belga.
Belgacom selbst versicherte seinen Kunden, ihre Daten seien nicht in Gefahr. Das Unternehmen selbst habe einen verdächtigen Virus entdeckt - allerdings nur im internen Computersystem des Unternehmens, nicht im Telekommunikationsnetz selbst.
Die Zeitung De Standaard berichtete unter Berufung auf eigene Quellen, der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) habe die internationalen Telefonverbindungen von Belgacom-Kunden seit mindestens 2011 im Visier gehabt.
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