piwik no script img

Tarifeinigung zwischen Verdi und BVGFahrgäste können aufatmen

Sechs Verhandlungen, zwei Warnstreiks, nun die Einigung: Die Gewerkschaft Verdi und die BVG haben im Tarifstreit einen Kompromiss gefunden.

Streiks wird es in diesem Jahr bei der BVG nicht mehr geben Foto: Michael Ukas/picture alliance/dpa

dpa | Der Tarifstreit bei der BVG ist beigelegt, weitere Warnstreiks im Nahverkehr der Hauptstadt sind damit für dieses Jahr vom Tisch. Die Gewerkschaft Verdi und die BVG einigten sich am Donnerstagabend in der sechsten Verhandlungsrunde auf einen Tarifabschluss, wie beide Seiten mitteilten.

Mit dem Abschluss kommen auf Fahrgäste zumindest in diesem Jahr keine weiteren Ausstände zu. Die Gewerkschaft hatte im Rahmen der Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg zweimal zu Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen.

Die nächste Tarifrunde steht erst ab Januar 2027 an. Dabei geht es dann um mehr Geld. In der nun beigelegten Tarifauseinandersetzung ging es hingegen um die Arbeitsbedingungen, die im Manteltarifvertrag festgelegt sind. Verdi forderte unter anderem mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage.

Wahlfreiheit und mehr Urlaubsgeld

Unter anderem einigten sich BVG und Verdi auf eine Einmalzahlung von 150 Euro für das laufende Jahr. Von 2027 bis 2029 ist jährlich ein zusätzlicher Urlaubstag möglich oder bis zu 1,35 Prozent mehr Gehalt. Das Urlaubsgeld wird zunächst um 100 erhöht und dann ab 2027 auf dann 600 Euro.

Auch die Arbeitsplatzbelastung war ein Thema. Die Mindestruhezeit soll nun elf Stunden zwischen den Schichten betragen. Eine Wendezeit von sechs Minuten soll es auch in der Nacht geben, sofern die Infrastruktur es zulässt. Eine Kommission soll weitere Verbesserungen bei Wendezeiten diskutieren.

Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 48 Monate. Einzelne Elemente des Tarifvertrags können jedoch laut Verdi bereits zu Ende 2026 gekündigt werden, dies betreffe insbesondere die Themen Arbeitszeit, Entgelt, Zulagen und geteilte Dienste. Beschäftigte können die Regelarbeitszeit pro Woche auf 39 Stunden erhöhen mit entsprechender Entgeltsteigerung.

„Die anfänglichen Startschwierigkeiten in dieser Tarifrunde konnten dank der Streiks in den vergangenen Wochen überwunden werden“, teilte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt mit. „Mit der Einigung liegt nun ein Paket auf dem Tisch, das sich sehen lassen kann.“

Die BVG hob vor allem die lange Laufzeit von zwei Jahren als positiv heraus. „Wir haben hart um sinnhafte Verbesserungen und deutliche Entlastungen gerungen“, teilte BVG-Personalvorständin Jenny Zeller-Grothe mit. „Am Ende steht ein starkes Gesamtpaket, das unsere Mitarbeitenden durch mehr Urlaub entlastet, noch bessere Arbeitsbedingungen schafft und viel Wahlfreiheit gibt.“

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare