Hauptgebäude der TU Berlin gesperrt: Wenn Kontrolleure ihren Job machen
Wegen Baumängeln ist das Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin an der Straße des 17. Juni seit Samstag dicht. Senatorin: „Mittlere Katastrophe“.
Die Nachricht kam per E-Mail und rund 70 Sekunden langer Videobotschaft auf der Internetseite der Technischen Universität (TU): „Leider müssen wir das Hauptgebäude schließen“, erklärt die neue Präsidentin Fatma Deniz, die erst im April die Leitung der Hochschule übernommen hat. Seit Samstag ist das Gebäude dicht. Am Montag will die Uni-Spitze Studierende und Mitarbeitende in einer digitalen Informationsveranstaltung um 14 Uhr via Zoom über den aktuellen Stand, das weitere Vorgehen sowie organisatorische Fragen informieren.
Dabei geht es auch um die Verlegung der wöchentlich rund 350 Lehrveranstaltungen im Hauptgebäude an der Straße des 17. Juni in Charlottenburg. Mitarbeiter und Studierende sollen auch noch die Möglichkeit bekommen, zu festgelegten Terminen Unterlagen und persönliche Gegenstände aus dem Gebäude zu holen.
Grund für die Sperrung des Gebäudes sind laut TU bauliche Mängel, die am Freitag im Rahmen einer Begehung durch die zuständigen Behörden und die Berliner Feuerwehr festgestellt worden seien und weiter geprüft würden. Nach taz-Informationen handelt es sich nicht um neue, plötzlich aufgetretene Mängel, sondern um grundsätzliche, die jetzt durch genaueres Hingucken amtlich wurden. „Nun macht jemand seinen Job“, hieß es aus Senatskreisen am Rande des SPD-Landesparteitags am Samstag.
Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD)
Generell ist von Feuchtigkeitsschäden die Rede. Konkret geht es offenbar unter anderem um ein Rohr, aus dem Feuchtigkeit auf einen darunter liegenden Sicherungskasten für die Notstromversorgung des Gebäudes auszutreten droht. Generell gilt das Hauptgebäude als marode – die TU rechnet mit Sanierungskosten von mehreren hundert Millionen Euro. Bereits im November 2025 waren Teile des Gebäudes zwei Wochen lang gesperrt gewesen.
Czyborra: TU hat Geld für Sanierung
Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) sagte der taz, dass es an der Hochschule sehr viele kleinere und größere Baumängel gebe, die nun nacheinander zügig behoben werden müssten. „Die TU hat dafür auch Geld, sie hat die Rücklagen.“ Sie verwies dazu auch auf die vor knapp drei Wochen vom schwarz-roten Senat beschlossene Hochschulbaugesellschaft, die Neubau und Sanierung beschleunigen soll. Gegenüber dem RBB nannte sie die Sperrung des Hauptgebäudes mitten im Semester „eine mittlere Katastrophe“.
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