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Suhartos Aktien stürzen

■ Der indonesische Diktator ist rätselhaft krank, seine Nachfolge bisher völlig ungeklärt

Bangkok (taz) – Wie krank ist Indonesiens Präsident Suharto? Als der 76jährige gestern seine Reise zum Asean-Gipfel nach Kuala Lumpur absagte, reagierte die Börsenhändler panisch: Innerhalb kürzester Zeit stürzten die Aktienkurse. Die Rupiah verlor erneut gegenüber dem Dollar. Seit Tagen schwirren in Jakarta Gerüchte über den Gesundheitszustand Suhartos. Er habe einen Schlaganfall gehabt, hieß es, kurzfristig wurde er sogar totgesagt. Nun ist die Rede von einem schweren Nierenleiden und von Bluthochdruck.

Indonesien erlebt ebenso wie die südostasiatischen Nachbarländer derzeit eine heftige Währungs- und Wirtschaftskrise. Suharto, der seit 32 Jahren mit Hilfe des Militärs über das Land herrscht, hat es bislang abgelehnt, für seine Nachfolge zu sorgen. Im März will er sich zum siebtenmal zum Präsidenten küren lassen. In seiner Regierungszeit haben er und seine Familie ein Milliardenvermögen angehäuft. In den letzten Jahren sind Unzufriedenheit über die Korruption und Vetternwirtschaft des Suharto-Regimes in Indonesien gewachsen, immer wieder kam es zu Unruhen. Eine legale Opposition läßt Suharto nicht zu, Kritiker läßt er ins Gefängnis werfen.

Sollte der Präsident jetzt schwer krank werden oder gar sterben, fürchten viele Indonesier heftige Machtkämpfe im Militär und neue Unruhen in den Provinzen. Daher die Panik an den Börsen. Letzte Woche hatte er bereits auf Anraten der Ärzte auf eine Reise nach Teheran zum Gipfel der Islamischen Konferenz verzichtet. Dies hatte Informationsminister Murdiono damit begründet, daß Suharto sehr erschöpft sei, nachdem er zwölf Tage lang durch Afrika, Kanada und Saudi-Arabien gereist war. „Er konnte kaum schlafen, weil er immer arbeitete, oft bis spät in die Nacht“, sagte Murdiono. Aber sonst sei er gesund.

Am Donnerstag zeigte das Fernsehen einen lächelnden und arbeitenden Suharto in seiner Residenz. Da die Medien in Indonesien nicht frei sind, kann dies niemand recht beruhigen. Zumal der Präsident noch am Mittwoch angekündigt hatte, er werde auf jeden Fall an diesem Wochenende zum Asean-Gipfel reisen. Jutta Lietsch

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