Startprobleme bei Online-Antrag: Abwrackprämie-Seite zusammengebrochen
Die Internetseite für den neuen Antrag zur Abwrackprämie ist gleich am ersten Tag zusammengebrochen. Aber sofort kann die staatliche Prämie nur noch per Internet beantragt werden.
Bild: screenshot ump.bafa.de
FRANKFURT/MAIN dpa Das neue System zur Beantragung der Abwrackprämie im Internet ist gleich nach seinem Start weitgehend zusammengebrochen. "Wir haben Probleme mit dem System", räumte der Sprecher des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), Holger Beutel, am Montag ein. Es liege allerdings nicht an einer Überlastung der eigenen Server. "Es gibt irgendwo im Internet einen Engpass, den wir versuchen, ausfindig zu machen." Ein paar Anträge seien aber schon übermittelt worden. Seit Montag kann die staatliche Prämie von 2500 Euro nur noch per Internet beantragt werden.
Das Bundesamt hatte unter der Internet-Adresse www.ump.bafa.de ein Formular veröffentlicht, in dem Interessierte ihre Daten - darunter Angaben zum alten und zum neuen Fahrzeug - angeben sollen. Allerdings reagierte der Rechner am Montagmorgen nach dem Absenden des Formulars oftmals mit einem Netzwerk-Fehler. Nach Angaben des Bundesamtes war zunächst unklar, wann die Probleme behoben sind. Der Verband Deutscher Opel-Händler (VDOH) informierte seine Mitglieder in einer Mail über die Probleme. "Wir hoffen, dass bald Entwarnung gegeben werden kann", hieß es darin.
Mit der Abwrackprämie will die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftsflaute den Absatz von neuen und damit umweltfreundlicheren Autos fördern. Voraussetzung ist die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos. Der Fördertopf für die Prämie beträgt bis dato 1,5 Milliarden Euro. Nach einer Übereinkunft der Bundesregierung soll diese Summe noch erhöht werden. Die bisherige Summe reicht für 600 000 Autokäufer. Bislang gingen beim Bundesamt rund 380 000 Anträge auf eine Abwrackprämie ein.
Unterdessen hielt die Kritik an der Abwrackprämie an: "Der Einzelhandel steht diesem Muntermacher für Kleinwagenhersteller sehr, sehr skeptisch gegenüber", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Einzelhandels, Stefan Genth, in Düsseldorf. Der Staat lenke mit der Prämie Konsummittel in Milliardenhöhe in die Autobranche. Dieses Geld werde vor allem beim Einzelhandel abgezogen. Statt eine einzelne Branche zu stützen, sollte der Staat besser die Steuern für kleine und mittlere Einkommen senken. "Die Verbraucher können selbst am besten entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben", sagte Genth.
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