Spannungen nach den Wahlen in Sambia: Opposition beansprucht Wahlsieg
Sambias Oppositionsführer Mundubile erklärt sich zum Wahlsieger. Die Wahlkommission setzt nach Gewaltvorwürfen die Stimmauszählung aus.
Foto: Moses Mwape/reuters
Nach den Wahlen in Sambia am Donnerstag steigen die Spannungen. Oppositionsführer Brian Mundubile beanspruchte am Freitag den Wahlsieg, während die Wahlkommission die Stimmauszählung aussetzte.
Mundubile, Präsidentschaftskandidat des größten Oppositionsbündnisses „Tonse Alliance“, erklärte, er habe Präsident Hakainde Hichilema geschlagen. Dies habe die „parallele Stimmauswertung“ seines Bündnisses mittels der Addition der aus einzelnen Wahllokalen und Auszählungszentren einlaufenden Zahlen ergeben. „Wir beobachten daher die fortdauernde Verzögerung der transparenten Verkündung und Verifizierung der Präsidentschaftsergebnisses mit großer Sorge“, so Mundubile.
Die Regierungspartei UPND (United Party for National Development) kritisierte die Verkündung des Sieges scharf und warf Mundubile Hochverrat vor. Die einlaufenden Teilergebnisse seien „ermutigend“, erklärte Präsident Hichilema. Die Nation solle jetzt „dankbar“ sein und „friedlich, geduldig und patriotisch“ auf das Wahlergebnis warten.
Das allerdings wird auf sich warten lassen, denn die Wahlkommission ECZ hat am Freitag nachmittag die Stimmauswertung ausgesetzt. „Die Wahlkommission nimmt Berichte von Gewalt während der Auszählung und Ergebnisverkündung in einigen Distrikten mit Sorge zur Kenntnis“, erklärte die ECZ-Vorsitzende Mwangala Zaloumis. „Die Gewalt richtet sich gegen Wahlhelfer und hat in einigen Fällen zum Diebstahl ausgefüllter Stimmzettel in Wahlurnen geführt.“ In Anbetracht der Sicherheitslage habe man landesweit die Auszählung und Verkündung ausgesetzt. Die Suspendierung soll innerhalb von 24 Stunden überprüft werden.
Gegenseitige schwere Vorwürfe
Es hat Berichte gegeben, wonach einzelne Wahlhelfer wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten während der Auszählung festgenommen worden seien. UPND und Tonse haben sich schon während des Wahlkampfes gegenseitig schwere Vorwürfe gemacht.
Ursprünglich hatte die Wahlkommission innerhalb von 72 Stunden nach Schließung der Wahllokale die Ergebnisse vorlegen wollen. Erste Ergebnisse auf kommunaler Ebene sollten ab Freitag früh vorliegen.
Aber sowohl die Regierungspartei als auch das Oppositionsbündnis kamen dem mit ihren eigenen parallelen Zahlen zuvor, wobei sie jeweils nur für sie vorteilhafte Teilergebnisse aus einzelnen Wahllokalen veröffentlichten.
Bereits in der Nacht zum Freitag sprach Oppositionsführer Mundubile von „Störungen der Auszählung“ und sagte, man bleibe „hellwach“. Präsident Hichilema hatte seinerseits das sambische Volk für seine „Reife“ gelobt und den Wahlverlauf als „friedlich und ruhig“ gewürdigt“.
Geduldiges Warten in der Kälte
Über 8,7 Millionen Menschen waren als Wähler registriert und die Beteiligung wird als hoch eingeschätzt. Viele Menschen standen stundenlang bei kaltem Wetter Schlange und warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren. In manchen Orten öffneten Wahllokale mit mehreren Stunden Verspätung, mancherorts gab es Probleme mit der Stromversorgung.
Die ECZ sagte ebenfalls, dass die Wahl weitgehend störungsfrei abgelaufen sei. Lediglich an der „University of Zambia“ in der Hauptstadt Lusaka hätten Studenten, die bei Schließung der Wahllokale noch warteten, ihre Stimme nicht abgeben können. Dies habe man geklärt und in allen Wahllokalen ermöglicht, dass jeder habe wählen können, der rechtzeitig eingetroffen sei. In Bangweulu hätten starke Winde das Dach eines Wahllokals weggeblasen.
Im Wahlbezirk Roma in Lusaka warf die Oppositoinspartei PF (Patriotic Front), Teil des Oppositionsbündnisses Tonse, UPND-Mitgliedern vor, am Vorabend der Wahl die Stimmzettel gestohlen zu haben. Das Wahllokal blieb zunächst geschlossen.
Die UPND berichtete wiederum, bei zwei Wahllokalen in Lusaka hätten sich Oppositionelle, organisiert von einer lokalen Kirchengemeinde, als Wahlhelfer ausgegeben und wartende Wähler nach Hause geschickt indem sie behauptet hätten, deren Namen stünden nicht auf den Wahllisten.
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