piwik no script img

Sohn des ehemaligen BundespräsidentenFritz von Weizsäcker getötet

Ein Mann hat den Chefarzt in Berlin während eines Vortrags niedergestochen. Warum der Unbekannte den Sohn des Ex-Bundespräsidenten angriff, ist unklar.

afp/dpa | Ein Angreifer hat in Berlin den Sohn von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker erstochen und einen weiteren Menschen schwer verletzt. Chefarzt Fritz von Weizsäcker sei am Dienstagabend während eines Vortrags in der Schlosspark-Klinik im Stadtteil Charlottenburg angegriffen worden, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei der Nachrichtenagentur AFP. Obwohl sofort versucht worden sei, ihn wiederzubeleben, sei von Weizsäcker noch vor Ort verstorben. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest. Inzwischen wurden Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet. Es soll sich laut Polizei um einen 57-jährigen Mann handeln.

Ein Teilnehmer der Veranstaltung, der den Angreifer aufhalten wollte, sei schwer verletzt worden. Die Polizei machte keine Angaben zur Identität des Verdächtigen oder zum Tatmotiv. Der Vortrag war den Angaben zufolge öffentlich und konnte nach Anmeldung besucht werden.

Kurz nach der Tat teilte FDP-Chef Christian Lindner im Kurzbotschaftendienst Twitter seine Trauer über den Tod von Fritz von Weizsäcker: „Mein Freund Fritz von Weizsäcker wurde heute Abend in Berlin erstochen. Ein passionierter Arzt und feiner Mensch. Neulich noch war er bei uns zuhause zum Grillen. Ich bin fassungslos und muss meine Trauer teilen. Einmal mehr fragt man sich, in welcher Welt wir leben.“

Der 59-jährige Weizsäcker war seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik. Von 1979 bis 1987 studierte er Humanmedizin in Bonn und Heidelberg. Es folgten Stationen in Freiburg, Boston und Zürich, wie es auf der Webseite der Schlosspark-Klinik heißt. Weizsäckers Vater, Richard von Weizsäcker, war von 1984 bis 1994 Bundespräsident und zuvor unter anderem Bundestagsabgeordneter für die CDU sowie Regierender Bürgermeister von Berlin.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 180 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • Das tut mir sehr leid für die Familie und Angehörigen, denen mein Mitgefühl und meine Anteilnahme gilt.

    Wir dürfen über das Motiv des Täters gespannt sein, und aus wessen Verrücktenecke er hervorgekrochen kam.