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Siebtes Schreiben einer „Vulkangruppe“Detailliertes Täterwissen?

Wieder meldet sich eine „Vulkangruppe“ zu Wort, diesmal mit einer Beschreibung des Tathergangs. Verspottet wird eine Gruppe, die sich distanziert hatte.

Erik Peter

Aus Berlin

Erik Peter

Nach der Verwirrung um bislang sechs Schreiben verschiedener „Vulkangruppen“ haben sich die selbsternannten mutmaßlichen Urheber des Brandanschlags auf eine Stromkabelbrücke im Berliner Ortsteil Lichterfelde zu Wort gemeldet. Mit der Preisgabe von mutmaßlichem Täterwissen reklamieren sie die Tat für sich. Man wolle das Schweigen über Details von Polizei und Stromnetz Berlin brechen, „um unsere Identität zu bestätigen und klarzumachen, dass wir keine Internet-Trolle sind, sondern die, die in der Nacht zum 3. Januar am Teltowkanal waren“.

Laut dem auf dem linken Internetportal Indymedia veröffentlichten Text mit dem Titel „Vulkangruppe: Das Rauschen im Walde und die Angst vor der eigenen Courage“ habe die Gruppe eine „Wartungstür an der Seite der Brücke schlichtweg aufgehebelt“. Weiterhin heißt es: „Um den Kurzschluss absolut sicherzustellen“, habe man „Reste von verzinktem Maschendrahtzaun […] fest um die gebündelten Phasen gewickelt“. Der Draht habe für den „leitenden Kontakt“ gesorgt, nachdem das Feuer sich durch die „Ummantelung“ gefressen habe.

Mehrere bisherige vermeintliche Bekennerschreiben weist die Gruppe zurück. In einem war behauptet worden, die Kabel seien mit „gezielten Schnitten durchtrennt“ worden – was unmöglich sei. Ein anderes sei der Versuch, ihr Handeln inhaltlich einzubetten, dies sei aber gar nicht ihr Anliegen: „Wir verstecken uns nicht hinter theoretischen Abhandlungen.“ Besonders hart gehen die Au­to­r:in­nen des jüngsten Schreibens aber mit jenen ins Gericht, die die Urheberschaft des ersten derartigen Anschlags von 2011 behaupteten, die Tat aus dem Januar aber kritisierten.

Die Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“

In einem Schreiben einer „Vulkangruppe“ hatten sich die Ab­sen­de­r:in­nen erstmals am 4. Januar 2026 zu dem Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin bekannt. Am 6. Januar wurde ein weiteres Schreiben einer „Vulkangruppe“ veröffentlicht. In einer sogenannten Richtigstellung reklamierten sie den Angriff noch einmal für sich, nachdem spekuliert wurde, ob der Angriff nicht eine Sabotageaktion Russlands war. In einem dritten, am 7. Januar publizierten Schreiben behaupteten mutmaßlich andere Au­to­r:in­nen, sie seien die ursprüngliche „Vulkangruppe“ und hätten mit den Anschlägen der letzten Jahre nichts zu tun. Am selben Abend erscheint ein Schreiben, in dem behauptet wird, „mit gezielten Schnitten und Bränden an den Kabelbrücken“ hantiert zu haben.

In einem am 8. Januar veröffentlichten fünften Schreiben einer „Vulkangruppe“ bedauert diese, dass neben dem Gaskraftwerk auch private Haushalte betroffen waren, da dies nicht beabsichtigt gewesen sei. Mit dem heutigen Wissen um die Auswirkungen, hätte die Gruppe den Angriff in eine warme Jahreszeit verlegt, heißt es dort. Am 11. Januar folgt ein Schreiben, das jenes der selbst ernannten ursprünglichen Vulkangruppe als „Fake“ zurückweist und für sich die Tat von 2011 reklamiert. Das bisher letzte Schreiben erscheint am 12. Januar. Mit dem bislang detailliertesten Tatbeschreibungen reklamiert es den Anschlag in Lichterfelde für sich.

Während das bislang letzte Schreiben vom 10. Januar das Distanzierungsschreiben als „Fake“ zurückwies, wird sich nun daran abgearbeitet. Die Au­to­r:in­nen werden als „Rentner der Revolte“ verspottet. Deren Mutmaßungen, die Aktion in Lichterfelde sei möglicherweise eine „Inszenierung des BKA“ (Bundeskriminalamt), weisen sie scharf zurück: „Dass ihr authentischen Zorn und eine politische Zurückweisung eurer Kapitulation für einen Algorithmus haltet, zeigt nur, wie sehr ihr euch von der emotionalen Realität des Widerstands entfremdet habt.“ Mit dem Versuch, die Aktion als „Fake“ zu markieren, werde die Debatte „entpolitisiert“.

Auf politische Einordnungen oder Erklärungen hingegen verzichtet das jüngste Schreiben. Stattdessen heißt es nur: „Wir sind die Konsequenz aus einer Welt, die brennt.“ Zugleich werden Nachfolgeaktionen angekündigt: Man werde sich „nicht weiter an diesem Meta-Diskurs beteiligen“ – stattdessen: „Jetzt gehen wir wieder an die Arbeit.“

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