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Sex im FreundeskreisEin alter Bekannter

Bei einem Grillabend mit Kol­le­g:in­nen taucht plötzlich ein auffälliger Name in der Dating-App auf. Unserer Kolumnistin kommt er vage bekannt vor.

D er Name war ungewöhnlich, eine seltene Abkürzung. Er rief eine Erinnerung in mir wach, an einen Abend in einer Bar, bestimmt 15 Jahre her, ein Mann mit Basecap, ein Freund meines damaligen Freundes.

Nun ploppte dieser Name über einem Foto in meiner Dating-App auf, zusammen mit einer Frage, an die ich mich nicht erinnere. Er ploppte hinein in einen Grillabend mit Kolleg:innen, ich schaute zwischendurch aufs Handy, in die App, vielleicht war es ein Moment der Langeweile, vielleicht auch die Lust auf ein bisschen Aufregung, denn eine Dating-App öffnen, während Kol­le­g:in­nen daneben sitzen, fand ich etwas verwegen.

Nach nur wenigem Geplänkel fragt er plötzlich: „Wie viele One-night-Stands hattest du schon?“ – „Warum?“, frage ich zurück. „Nur so“, schreibt er. Why not, denke ich, lasse ich mich eben darauf ein.

„Ich habe eigentlich eher More-night-stands“, antworte ich. „Und wann hattest du das letzte Mal Sex?“ Ich bin wieder leicht irritiert, aber in der richtigen Mood und antworte wahrheitsgetreu: „Vor einer Woche.“ T. macht weiter, befragt mich zu diversen Sexpraktiken, und nun reicht es mir, ich sage, dass er klinge wie in einem schlechten Porno, schließe die App und wende mich wieder dem Grillen zu.

Ich strecke meine Beine aus, meine Füße berühren seine, wir füßeln.

Am nächsten Tag schreibt T. wieder, entschuldigt sich und fragt, ob ich Lust auf einen Spaziergang habe. Ich habe. Wir treffen uns vor seiner Haustür und gehen dann doch nur ein paar Schritte in seinen Hinterhof. Wir reden, teilen uns ein Getränk, das er mitgebracht hat. Es ist ein heißer Tag, das Getränk ist bald ausgetrunken, ich habe Durst. T. fragt, ob wir nach oben auf seinen Balkon wechseln wollen, mit besserer Infrastruktur.

Auf seinem Balkon liegt eine Matratze, daneben passt gerade noch ein kleiner Liegestuhl, darauf setze ich mich, T. legt sich auf die Matratze. Ich strecke meine Beine aus, meine Füße berühren seine, wir füßeln. Ich gehe ins Bad, und zurück auf dem Balkon lege ich mich zu T.

S.? Mit der Freundin aus M.?

Wir kuscheln, reden weiter, und irgendwie kommen wir auf Freunde von ihm zu sprechen. Ich stutze. Und frage nach. S.? Mit der Freundin aus M.? Wir vergleichen noch ein paar Daten. Tatsächlich, das ist der Freundeskreis von meinem Ex-Freund. Es ist etwas creepy. Wir rücken voneinander ab, ich setze mich auf.

Ich hatte ja schon einen Verdacht, aber für T. ist es neu. Ich erkläre, dass wir schon lange getrennt sind, T. sagt, dass er P. in den vergangenen Jahren kaum gesehen habe.

Langsam entspannen wir uns wieder, irgendwie beruhigt es auch, uns in der gleichen Bubble verorten zu können. Wir gehen zu anderen Themen über. Ich rücke wieder näher an T. heran, er streichelt mich, wir fangen an uns zu küssen, uns auszuziehen. T. küsst meine Brüste, leckt an meinem Nippel, mich durchzuckt es leicht. Er wandert weiter nach unten, leckend, dreht sich dann so, dass ich gleichzeitig ihn lecken kann, 69.

Er wird hart unter meiner Zunge, in meinem Mund. T. holt ein Kondom. Missionarsstellung, langsam, er ist aufgeregt und kommt schnell. Wir kuscheln und dösen. Es wird dunkel. Durch die laue Nacht hören wir eine Nachbarin lustvoll stöhnen. Ich rutsche nach unten und lutsche an ihm.

Er kommt auf meinen Brüsten, ich verwische die zähe Flüssigkeit, bis sie trocknet. Ich gehe aufs Klo, will keine Blasenentzündung bekommen, dann schlafen wir ein.

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Mira Milborn

Mira Milborn

Mira Milborn schreibt. In der taz die Kolumne "Zu mir oder gleich hier" übers Dating Ü40 - Spaß garantiert, cringe auch. @mirimil.bsky.social Instagram.com/miramilborn
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