Schwules Leben: Keine Gay Night im Zoo mehr
Seit drei Jahren gibt es die Swingparty "Gay Night at the Zoo". Für dieses Jahr erteilt die Zoodirektion den Schwulen eine Absage. Die fühlen sich diskriminiert.
Bereits dreimal wurde die Gay Night im Zoo veranstaltet. Im letzten Jahr sind 2.000 Leute zu dem Event gekommen. Die Big Band der BVG hat gespielt, es wurde ausgelassen getanzt. Damit die Tiere ihre Ruhe hatten, fand die Veranstaltung im vorderen Teil des Zoos statt.
Irgendjemand scheint sich trotzdem gestört zu fühlen: Die Zooleitung hat die Gay Night für dieses Jahr nämlich abgesagt. "Für mich hört es sich wie eine Aktion an, die aus Vorurteilen gegenüber Homosexuellen entstanden ist", klagt Alexander Zinn, Pressesprecher des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg. "Wir haben keine konkrete Begründung zu der Absage bekommen. Andere Veranstaltungen finden ja auch noch statt. Warum dann ausgerechnet die Gay Night abgesagt wird, verstehe ich nicht."
Die offizielle Erklärung des Zoos auf Anfrage der taz ist, dass es dort nachts generell keine Musikveranstaltungen mehr geben soll. Die Walpurgisnacht und Halloween würden im Zoo auch nicht mehr gefeiert. "Wir sind ein Zoo und keine Event-Location. Der Zoo möchte sich wieder auf seine eigentlichen Aufgaben besinnen", sagt Regine Damm, Mitarbeiterin von Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz, bekanntermaßen bekennender Katholik.
Die Grünen sehen in der Absage ebenfalls einen Affront gegen Lesben und Schwule. Da die Gay Night zudem gute Werbung für den Zoo gewesen sei, sei dies ein sehr unglücklicher Schritt, so Anja Kofbinger und Thomas Birk, lesben- und schwulenpolitische Sprecher der Fraktion.
Tatsächlich ist es merkwürdig, dass laut Zoo-Webseite Osterkonzerte sowie das Frühlingssingen am 1. Mai weiterhin stattfinden sollen - auch dies wohl keine originär zoologischen Veranstaltungen. Aber auch die Fördergemeinschaft des Zoos nannte die Entscheidung der Direktion zwar "bedauerlich, aber wirtschaftlich durchaus nachvollziehbar". Man sehe in der Absage "keinen Affront gegen die Lesben und Schwulen".
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