piwik no script img

Schulen stürmen mit

Fußball-Stimmung im Gymnasium Allee in Altona

Unmut über den Vortrag der deutschen Nationalhymne, wilde Kommentare über koreanische Abwehrschwächen, Empörung über die Auswechslung von Miroslav Klose, Pfiffe für Michael Ballacks Pöbeleien und dann Jubel über sein Tor. 25 Schüler und Lehrer des Gymnasiums Allee verfolgten gebannt das Spiel. Ein paar Mittelstuflerinnen freuen sich auch über Torchancen der Koreaner, denn: „Die Deutschen sind doof.“

Fußball gucken statt lernen? Die Schüler finden es toll. „Wenn es hier keine Übertragung gegeben hätte, wären wir gar nicht zur Schule gekommen.“ Außerdem seien die Übertragungszeiten schon ungerecht genug gewesen. Schule müsse aufnehmen, was die Gesellschaft bewegt, so Allee-Schulleiter Ulrich Mumm. Nach den PISA-Ergebnissen sei der Vorschlag der Behörde dennoch fraglich. Gestern Mittag erst gab die offiziell bekannt, dass der Unterricht um 13 Uhr beendet werden dürfe – zum Fußballgucken. Ob heute wieder schulfrei ist – weil die Türkei spielt – ist noch unklar.

Die Schüler hoffen auf ein Finale Deutschland gegen Türkei – und auf „eine Riesenparty“. BUB

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen