Schießbefehl in Tschetschenien: Ab heute wird zurückgeschossen

Der Präsident hat befohlen, russische Soldaten zu töten, die sich unerlaubt in der Kaukasusrepublik aufhalten. „Inakzeptabel“ findet das der russische Innenminister.

So einfach wird sich in Grosny kein russischer Soldat mehr eine Kippe anzünden (Archivbild 1995). Bild: ap

MOSKAU afp | Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow hat Schießbefehl gegen jeden russischen Soldaten erteilt, der sich unerlaubt in der Kaukasusrepublik aufhält. Der tschetschenische Sender Grosny TV zeigte am Donnerstag ein Video, das Kadyrow offenbar bei einer Ansprache vor Spezialkräften seines Landes zeigt. Darin sagt Kadyrow: „Ich stelle offiziell fest: Wenn (ein Soldat) ohne Genehmigung auf Eurem Territorium erscheint, komme er nun aus Moskau oder Stawropol, schießt um zu töten.“

Die tschetschenischen Sicherheitskräfte hätten schließlich auch nicht das Recht, gegen Extremisten im benachbarten Inguschetien vorzugehen, sagte Kadyrow. „Wenn man Herr seines Territoriums ist, muss man darüber wachen“, mahnte das Oberhaupt der Kaukasusrepublik.

Das russische Innenministerium kritisierte die Äußerungen als „inakzeptabel“. Der Sprecher von Russlands Staatschef Wladimir Putin wollte nicht näher darauf eingehen. „Wir haben es gesehen. Wir haben es gehört. Wir haben es gelesen. Ich werde keinen Kommentar dazu abgeben“, sagte Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Kadyrow wurde von Putin 2007 als tschetschenisches Oberhaupt eingesetzt und regiert seitdem mit eiserner Faust. Er half dem Kreml, den Aufstand islamistischer Kämpfer in der Kaukasusrepublik niederzuschlagen. In jüngster Zeit forderte Kadyrow Putins Regierung jedoch wiederholt heraus.

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