Russland, Türkei und Iran einigen sich: Schutzzonen für Syrien vereinbart

Den Krieg in Syrien völlig beenden werden die jetzt vereinbarten „Zonen der Deeskalation“ wohl nicht. Immerhin einigen sich erstmals bisherige Widersacher.

Erdogan und Putin reichen sich vor den Flaggen ihrer Länder steif die Hände

Erdogan und Putin einigen sich ein bisschen im Syrien-Konflikt – ohne Syrer allerdings Foto: dpa

ASTANA afp | Russland, die Türkei und der Iran haben sich auf die Einrichtung von Schutzzonen in Syrien verständigt. Delegationsleiter der drei Länder unterschrieben am Donnerstag in der kasachischen Hauptstadt Astana ein entsprechendes Memorandum, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich am Mittwoch bei einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in Sotschi für die Einrichtung von „Zonen der Deeskalation“ in Syrien eingesetzt.

Wie türkische Zeitungen am Donnerstag berichteten, äußerte Erdogan bei seiner Rückreise aus Russland die Hoffnung, dass diese Zonen den Syrien-Konflikt „zur Hälfte“ lösen könnten. Erdogan sagte demnach im Flugzeug, die Zonen würden Idlib, Teile der Provinz Aleppo, Al-Rastan in der Provinz Homs, einen Teil von Damaskus und einen Teil von Daraa umfassen.

Was eine „Zone der Deeskalation“ genau bedeutet, ist aber nicht klar. Putin hatte dazu gesagt, „wenn es eine Zone der Deeskalation gibt, werden dort unter der Bedingung keine Flugzeuge im Einsatz sein, dass von diesen Zonen keine militärische Aktivität mehr ausgeht“.

Russland und die Türkei stehen im syrischen Bürgerkrieg auf entgegengesetzten Seiten, doch verstärkten sie im vergangenen Jahr ihre Kooperation, um eine Waffenruhe und eine politische Lösung des Konflikts zu erreichen. Im Dezember vermittelten sie die Evakuierung des Ostteils von Aleppo sowie eine neue Waffenruhe, die aber brüchig bleibt. Auch vermittelten sie neue politische Gespräche zwischen Rebellen und Regierungsvertretern in Astana. Der Iran steht ebenso wie Russland auf der Seite des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad.

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