Röwekamp am 4. Januar 2005 im Wortlaut: „ ... das hat er sich selber zuzuschreiben“
Andreas Neumann, buten un binnen: In Bremen liegt ein Mensch in einem Krankenhaus. Er stirbt vermutlich. Er liegt in Koma, weil die Polizei ihn als Drogendealer überführen wollte. Was empfinden Sie dabei? Innensenator Thomas Röwekamp: Also, die Frage ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wir haben jemanden festgenommen an der Sielwallkreuzung, der in dringendem Tatverdacht stand, gewerbsmäßig mit Drogen zu handeln. Als wir ihn festnehmen wollten, hat er selber diese Drogen eingeworfen, hat sie runtergeschluckt und wir mussten zu Beweiszwecken wieder an diese Drogen kommen. Ich würde in der Abwägung sagen, ich halte das für eine gerechtfertigte Maßnahme. Der Umstand, dass er jetzt gesundheitliche Folgen davon trägt, ist im wesentlichen nach den ersten Berichten wohl darauf zurückzuführen, dass er eine dieser Kapseln entsprechend offensichtlich zerbissen hat und sich dadurch eine Vergiftung zugeführt hat. Nach meinen Informationen befindet er sich nicht mehr in Lebensgefahr. Er hat eine schwere Vergiftung davongetragen ...
Auch Ärzte z.B. sagen: Wir arbeiten lieber mit Abführmitteln, damit es auf dem anderen Weg rauskommt – zumal es ja in einem Fall schon tödliche Folgen gab.
(...) Ich halte es für völlig gerechtfertigt, mit unnachgiebiger Härte gegen solche Leute, die Drogen gewerbsmäßig verkaufen, vorzugehen und dann müssen sie eben halt auch in Kauf nehmen, dass sie ein Brechmittel verabreicht bekommen. Hätte er die Drogen nicht versucht vor uns zu verbergen, hätte er die Drogen nicht versucht wieder runter zu schlucken nach dem Brechmitteleinsatz, hätte er die Kapsel nicht zerbissen und sich dadurch eine Vergiftung zugefügt, wäre ihm nichts weiter passiert.
(...) Es hat in Bremen nicht einen einzigen Todesfall gegeben, es hat noch nicht einen Fall der erheblichen Gesundheitsgefährdung gegeben, mit Ausnahme des Umstandes, der jetzt in der Diskussion eine Rolle spielt, dass jemand sich selber einen entsprechenden Schaden zufügt. Aber das hat er sich selber zuzuschreiben, hätte er die Kugel ganz normal erbrochen, wäre es nicht passiert.
(...) Wir werden weiter mit der notwendigen Härte und Schärfe und mit Brechmitteleinsatz gegen gewerblichen Drogenhandel in Bremen vorgehen.
Auch wenn der Mann im Krankenhaus sterben würde?
Ich gehe davon aus, dass der Mann nicht stirbt. Wenn er stirbt, hat es nichts mit der Verabreichung von Brechmitteln zu tun sondern damit, dass er versucht hat zu verweigern, diese Drogen herauszugeben und sich gegen Brechmittel gewehrt hat.
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