Repression in Iran: Weitere Haftstrafe für Friedensnobelpreisträgerin
Menschenrechtlerin Narges Mohammadi ist trotz gesundheitlicher Probleme seit Kurzem wieder inhaftiert. Nun ist sie laut Anwalt noch einmal verurteilt worden.
Foto: Javad Parsa/NTB/rtr
dpa | Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Anwalts erneut zu mehrjähriger Haft verurteilt worden. Die Menschenrechtsaktivistin habe aus dem Gefängnis in der nordöstlichen Metropole über das Urteil berichtet, schrieb ihr Anwalt Mostafa Nili auf der Plattform X. Von der iranischen Justiz gab es zunächst keine Mitteilung über das Urteil.
Mohammadi sei zu weiteren sechs Jahren Haft wegen Verschwörung sowie zu eineinhalb Jahren Haft wegen propagandistischer Tätigkeit verurteilt worden, berichtete ihr Verteidiger. Als Zusatzstrafe wurde ein zweijähriges Ausreiseverbot verhängt sowie eine Verbannung in die iranische Kleinstadt Chosf. Gegen Mohammadi sind bereits einige mehrjährige Hafturteile ergangen.
Enttäuschte Erwartung
Nili schrieb, dass er angesichts ihres Gesundheitszustands die Erwartung habe, dass Mohammadi auf Kaution freigelassen wird. Vor drei Tagen sei sie aufgrund ihres schlechten körperlichen Zustands in eine Klinik gebracht und anschließend erneut in den Gewahrsam zurückgeführt worden.
Mohammadi wurde Anfang Dezember, rund zwei Wochen vor Ausbruch der jüngsten Protestwelle, bei einer Trauerversammlung in der nordöstlichen Millionenstadt Maschhad festgenommen. Zuvor war sie etwa ein Jahr auf Hafturlaub. 2023 wurde sie vom norwegischen Nobelkomitee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
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