Reem Alabali Radovan in Nahost: „Ein Zeichen der Solidarität“
Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan reist nach Jordanien. Im Fokus des Besuchs stehen auch die Auswirkungen des Irankrieges auf die Region.
Foto: Felix Zahn/photothek/imago
Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) reist in den Nahen Osten, nach Jordanien, und beginnt den Trip mit deutlichen Worten zum brennenden Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA: „Der Krieg muss sofort beendet werden“, erklärt die Ministerin. Die humanitären, wirtschaftlichen und politischen Folgen seien dramatisch.
Der Krieg verschlimmere die Krisen in den Ländern im Nahen Osten. Zudem zerstöre er, was in Jahrzehnten, gemeinsam mit der deutschen Entwicklungspolitik, aufgebaut worden sei.
Gerade Krisenregionen und Entwicklungsländer sind von den Folgen des Kriegs in Iran besonders betroffen. Ein Beispiel: Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Umschlagplatz für Hilfslieferungen in die ganze Region. Dort liegt ein Humanitarian Response Depot der Vereinten Nationen (UN) – eines von weltweit nur fünf. UN-Organisationen, wie etwa das Welternährungsprogramm, lagern Vorräte, die in Notfallsituationen auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen. Dazu gehören Sets zur medizinischen Erstversorgung und Nahrungsmittel.
Die Logistik in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist im Zuge dieses Krieges jedoch zum Erliegen gekommen: Die Islamische Republik blockiert de facto die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Auch die Hilfsgüter können nicht wie gewohnt von Dubai aus verteilt werden.
Transport von Dünger blockiert
Ein weiteres Beispiel: In den Medien ist die Straße von Hormus vor allem, weil dort etwa ein Viertel des gesamten Rohöltransports der Welt hindurch muss. Von der de-facto-Blockade sind aber auch andere Güter betroffen, etwa Dünger. Nach Angabe der Vereinten Nationen passiert zu normalen Zeiten rund ein Drittel aller Düngertransporte weltweit die Straße von Hormus. Daten der Welthandelsorganisation zeigen: Die Transporte finden seit Kriegsbeginn Ende Februar kaum noch statt.
Laut dem UN-Büro für Handel und Entwicklung (UNCTAD) ist das bereits auf den Märkten zu spüren: Dünger sei deutlich teurer geworden. Betroffen seien vor allem ärmere Länder. So erhält laut UNCTAD Sudan über die Hälfte seines Düngers aus der Golfregion, Tansania und Somalia jeweils etwa ein Drittel.
Ministerin Alabali Radovan erklärt: „Ich reise heute in die Region als Zeichen meiner Solidarität und biete konkrete Unterstützung an.“ Sie betont: Stabilität, Sicherheit und Perspektiven für die Menschen im Nahen Osten lägen auch im unmittelbaren Interesse Deutschlands.
Geplant sind auf ihrer Reise unter anderem politische Gespräche in Jordanien, etwa mit Außenminister Ayman Safadi und Planungsministerin Zeina Toukan. Jordanien beherbergt laut dem Flüchtlingswerk der UN (UNHCR) über 400.000 registrierte Geflüchtete, fast 95 Prozent von ihnen kommen aus Syrien. Hinzu kommen Geflüchtete aus Palästina unter dem UNRWA-System. Das Land ist auch deswegen ein wichtiger Partner in der Entwicklungszusammenarbeit.
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