Rechte Demonstration in Cottbus: Angriff auf Journalisten
Bei einer Demonstration rechter Gruppen wurden am Samstag mehrere JournalistInnen angegriffen. Die Stadt gilt inzwischen als zu gefährlich für Geflüchtete.
Politiker anderer Parteien und Medienvertreter seien als „Volksverräter“ beschimpft worden, berichtet die Zeitung weiter. Zudem seien bei dem Protestmarsch mehrere Journalisten heftig attackiert worden. Unter anderem sei eine auf einer Bank stehende Journalistin, die gerade Fotos machte, von einem 44-jährigen Mann geschubst worden. Die Frau habe sich abfangen können und sei unverletzt geblieben.
Ein anderer Journalist sei von einem 25-jährigen Protestteilnehmer angerempelt worden. Dadurch sei das Handy des Journalisten zu Boden gefallen und beschädigt worden. Die Polizei habe Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und versuchter Körperverletzung aufgenommen. Zudem seien von Demonstrationsteilnehmern gegen den RBB Beleidigungen skandiert und Drohungen gegen anwesende Reporter ausgesprochen worden.
Erst am Freitag hatte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) verfügt, dass vorerst keine weiteren Asylbewerber aus der Erstaufnahmestelle des Landes in Cottbus untergebracht werden. Hintergrund der Anweisungen sind zwei Messerattacken in Cottbus von jugendlichen Syrern. So sollen ein 15- und ein 16-Jähriger bei einer Auseinandersetzung einen deutschen Jugendlichen mit einem Messer im Gesicht verletzt haben. Wenige Tage zuvor sollen zudem drei syrische Minderjährige ein deutsches Ehepaar mit einem Messer attackiert haben, weil das Paar den drei Jungen nicht den geforderten Vortritt in einem Einkaufszentrum gewähren wollte.
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