Ratko Mladić: Bosnisch-serbischer Kriegsverbrecher gestorben
Der wegen Kriegsverbrechen verurteilte Ex-General Ratko Mladić ist in einer Haftanstalt der UN gestorben. Seine Truppen begingen 1995 den Völkermord von Srebrenica.
Foto: Darko Vojinovic/AP
kna/dpa | Der verurteilte bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist laut serbischen Medienberichten im Alter von 84 Jahren gestorben. Seinen Tod bestätigte ein hochrangiger UN-Vertreter der dpa. Nach Angaben seiner Familie vom Donnerstag verschied Mladic in einer Haftanstalt des internationalen Strafgerichts IRMCT in Den Haag. Dort hatte er eine lebenslange Freiheitsstrafe für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord im Bosnienkrieg (1992-1995) verbüßt.
Nach Angaben seiner Anwälte soll Mladić in seinen letzten Lebensjahren mehrere Schlaganfälle erlitten haben. Seine Familie hatte deshalb wiederholt seine frühzeitige Entlassung aus humanitären Gründen beantragt, jedoch erfolglos. Das jüngste Ansuchen habe der IRMCT erst vergangene Woche abgelehnt, wie bosnische Medien berichteten. Laut seiner Verteidigung befand sich Mladić zuletzt in Palliativpflege.
Hauptverantwortlich für Srebrenica
Als General in der bosnischen Teilrepublik Srpska spielte Mladić eine führende Rolle bei der Belagerung der Hauptstadt Sarajevo über fast vier Jahre. Zudem gilt er als einer der Hauptverantwortlichen des Massakers von Srebrenica, wo die bosnisch-serbische Armee 1995 binnen weniger Tage mehr als 8.000 muslimische Bosniaken tötete, größtenteils Jungen und Männer. 2025 rief die UNO den 11. Juli als Gedenktag für die Opfer von Srebrenica ins Leben.
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