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■ Mit Potenzmitteln auf du und duRadieschen statt Viagra

Lima (taz) – Der weltweite Viagraboom stimuliert auch die Landwirtschaft im peruanischen Anden-Hochland. Maca nennt sich die kleine Wurzel aus der Familie der Radieschen, die den sexuellen Appetit anregt. Die Pflanze wächst ausschließlich auf der Bombon-Hochebene im Herzen Perus, 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Inzwischen wird Maca exportiert und bietet den indigenen Bauern der Region eine neue Existenzgrundlage.

Schon mehrfach eroberte die Agrarwirtschaft Perus mit Naturprodukten den Weltmarkt. Kautschuk, Baumwolle und der natürliche Dünger Guano bescherten der Wirtschaft Blütezeiten, die jedoch nicht lange anhielten.

Die Macawurzel war noch vor wenigen Jahren vom Aussterben bedroht. Lediglich ihr hoher Zink- und Vitamingehalt weckte das Interesse von Forschern, die Jagd auf genetische Ressourcen machen. Die Bewohner des Hochlandes wußten hingegen seit Menschengedenken, daß Maca sexuell anregend wirkt. Neuen Untersuchungen zufolge erhöht der Genuß der Wurzel sogar die Spermienzahl.

Das Viagrafieber hat die Zukunft der Maca verändert. Anfang der neunziger Jahre wurden nur rund 50 Hektar mit Maca bepflanzt, mittlerweile sind es 600 Hektar und das Landwirtschaftsministerium geht von einer Steigerung um weitere 2.000 Hektar in diesem Jahr aus. „Es ist die perfekte Kulturpflanze“, freut sich Agrarminister Rodolfo Munante. „Die Privatwirtschaft macht die Arbeit für uns, wir müssen nicht einmal für den Anbau werben.“

Auch Juan Mulder, dessen Unternehmen Quimica Suiza Macatabletten vermarktet, ist begeistert. Die Pflanze sei „nicht nur reich an Nährstoffen und sexuell stimulierend, sie ist auch die einzige Pflanze, die sich in dieser Region anbauen läßt und die dortige Armut lindern könnte“. Seine Firma hat bereits mehr als eine Million Dollar in die Macaforschung gesteckt und damit begonnen, die Tabletten in geringen Mengen nach Japan zu exportieren. Nun sollen auch die USA und Europa beliefert werden. Quimica Suiza überlegt auch, eine Verarbeitungsanlage in der Region zu errichten. „In dieser abgelegenen Gegend ist die einzige Einkommensquelle der Bergbau. Bei der erwarteten Gewinnspanne könnte eine Verarbeitungsanlage viele Arbeitsplätze schaffen“, sagt Mulder.

Mulder und Munante versichern, es werde alles getan, um Maca nachhaltig anzubauen. Munante zufolge hat die Regierung den Einsatz von natürlichem Dünger und traditionelle Anbaumethoden gefördert, um die empfindliche Hochebene nicht durch Chemie zu schädigen. Lucien Chauvin

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