Protest in Chile: Steine für mehr Reformen
Zehntausende demonstrieren in Chile gegen die Bildungspolitik und gegen Korruption. Am Ende der Proteste kommt es zu gewaltsamen Ausschreitungen.
SANTIAGO DE CHILE afp/dpa | Zehntausende Menschen haben in Santiago de Chile gegen die Bildungsreform von Staatschefin Michelle Bachelet sowie gegen Korruption demonstriert. Vor allem Studenten beteiligten sich am Donnerstag an dem Protestzug durch die chilenische Hauptstadt.
Die Polizei sprach von 40.000 Teilnehmern, laut Organisatoren waren es 150.000. Auch in der Hafenmetropole Valparaíso und anderen chilenischen Städten gab es Demonstrationen.
Am Ende der Demonstration kam es in Santiago zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und vermummten Demonstranten. Die Demonstranten warfen Steine und Molotow-Cocktails und schlugen mit Stöcken zu, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Wie das Nachrichtenportal Emol berichtete, wurden sieben Polizisten verletzt. 134 Menschen wurden demnach festgenommen.
Chilenische Studenten demonstrieren seit Jahren gegen das noch unter dem Diktator Augusto Pinochet eingerichtete Bildungssystem, das sie als unfair und teuer anprangern. Die Reformen, die Bachelet bislang durch das Parlament bringen konnte, gehen den Studenten nicht weit genug.
Der Protestbewegung gaben zuletzt auch Korruptionsaffären Auftrieb, in die auch Bachelets Sohn Sebastián Davalos verstrickt ist. „Wir müssen sagen: Es reicht mit der Korruption“, sagte die Vorsitzende des Studentenverbandes der Universidad de Chile, Valentina Saavedra, die zu den Organisatoren der Demonstration zählte.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Firmen, die hohe Summen an Regierungs- und Oppositionspolitiker gezahlt haben sollen – für nie geleistete Beratungstätigkeit. Zwei renommierte Unternehmer kamen in Untersuchungshaft.
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