Profi-Wrestling in Corona-Zeiten: Ein Griff, ein Wurf und – nichts

Profi-Wrestling darf wegen Corona nicht mehr von Publikum begleitet werden. Was macht das mit TV-Unterhaltung, die von Emotionen lebt?

Wrestler John Cena trögt einen anderen Wrestler.

John Cena bei einer Wrestling-Show vor Corona Foto: imago

Profi-Wrestler John Cena schält sich aus dem Kunstnebel. Die Laserstrahlen tanzen, die Muskeln glänzen, seine Arme sind zur Heldenpose ausgebreitet, der Blick wandert erwartungsvoll in die Runde. Und dann? Statt dem frenetischen Jubel Tausender Fans gespenstische Stille. Kein Kreischen, keine anfeuernden Rufe – an der Decke sirrt ein Ventilator.

Die Coronakrise hat alles verändert. Wie wir uns bewegen, wie wir denken, wie wir arbeiten, wie wir konsumieren, wie wir uns unterhalten. Dies zeigt sich eindrücklich an leeren Arenen und Stadien. Ohne Publikum gerät der US-Show-Sport „Professional Wrestling“ zum seltsamsten Ritual der Unterhaltungskultur.

Ein paar Worte zum Phänomen Professional Wrestling selbst: Offiziell als „Sports Entertainment“ etikettiert, lässt sich Profi-Catchen zwischen Theater, athletischer Performance und Show ansiedeln. Bei den Kämpfen treffen die Performer*innen in einem vermeintlich ergebnisoffenen Kampf aufeinander, um sich offenbar mit brachialer Gewalt gegenseitig auf die Matte zu werfen.

Klar strukturierter Plot

Dabei geriert sich der Showdown im Ring, dem sogenannten squared circle, im Rahmen eines offenen Geheimnisses: Statt einem sportiven Wettkampf folgen die Akteur*innen einem klar strukturierten Plot, bei dem Rollen genau verteilt sind und die Sieger*in von Anfang an feststeht.

Zwei Wrestler im Ring. Einer macht einen Diving Headbutt, er springt von oben mit ausgebreiteten Armen auf seinen am Rücken liegenden Gegner

Sieht toll aus, so ein Diving Headbutt – seit Mitte März allerdings ohne johlende Zuschauer*innen Foto: Suzanne Cordeiro/Corbis/Getty Images

Der handfeste Schlagabtausch ist choreografiert und Teil einer inszenierten, hochathletischen Performance. Dazu gehört auch die Rollenverteilung: Performer*innen treten in ihren jeweiligen Ring-Charakteren auf, entweder als heel, Bösewicht, oder als face, die zumeist siegreiche Held*in. Worum geht es in einem Kampf, dessen Sieger*in von Anfang an festgelegt ist? Worin besteht der Reiz, der allwöchentlich Tausende in die Stadien, vor die Bildschirme holt und der immerhin eine Millionen Dollar schwere Industrie etabliert hat?

Die Antwort liegt in der spezifischen Einbindung des Publikums. Denn im Profi-Wrestling gibt es nur eine Währung; die Reaktionen der Zuschauer*innen. Ziel der Performer*innen ist es, das Publikum zu provozieren, mitzureißen, im Fachjargon, „to create heat“. Das Gebrüll, der Jubel der Massen in den Arenen ist fester Bestandteil der Show und wird in den medialen Übertragungen wieder und wieder hervorgehoben.

Kein röhrender Applaus

Was passiert, wenn nun, aufgrund einer weltweiten Pandemie, das Publikum wegfällt? Wenn röhrender Applaus und anspornendes Geschrei ausbleiben?

Seit dem 13. März lässt sich dies vor dem Bildschirm genau beobachten, denn auch die größte Liga, WWE (World Wrestling Entertainment), hat ihre Shows vor Publikum eingestellt. Stattdessen werden die Kämpfe im sogenannten Performance Center, einer Trainings- und Ausbildungsstätte, aufgezeichnet: In einem kleinen Raum, vor einer Vielzahl leerer, roter Plastikstühle.

Damit gerinnen die Shows, ansonsten Massenveranstaltungen mit Musik, Jumbotron und Feuerwerk, zu einer seltsam ernsthaften Performance. Das Onlinemagazin Vulture erinnern die Wrestling-Events eher an ein absurdes Beckett-Stück als an ein TV-Spektakel. Trotzdem wurde entschieden, die Shows sowie den Höhepunkt der Pro-Wrestling-Saison WrestleMania 36 weiterhin zu übertragen, allerdings auf einem geschlossenen Set und als Aufzeichnungen.

Die bizarren Umstände bestimmten die Mega-Show, die in diesem Jahr sogar als „just too big for one night“ angekündigt wurde: Zunächst schien alles wie immer: Der einstündige Countdown, die Trailer, die WWE-Performer*innen in heroischen Heldenposen zeigten, der überdrehte Hype der Anmoderation, das war wie immer.

Plötzliche Leere – schlagartig ernüchternd

Schlagartig ernüchternd wurde es erst, als die Halle mit dem Ring ins Bild kam. Eben noch Videoclips mit Massen jubelnder Fans, nun plötzlich Leere, ein regelrechter Schock. Zugegen waren nur die Ring-Kommentator*innen, das Kamera-Team und die jeweilige Schiedsrichter*in. Die Kämpfe begannen und es war – ja, auf eine gewisse Weise – einzigartig.

WrestleMania 36 ohne die Live-Kulisse zeigte Profi-Wrestling auf seine bizarr-absurde Grundform reduziert: Zwei Menschen, die gekonnt so tun, als würden sie einander wehtun. Und dann das: Ein Griff, ein Schlagabtausch, ein Wurf und … nichts. Null, niente. Wo sonst die spontane Rückkoppelung der Zuschauer aufbrandet, herrscht Stille: Ohne das überraschte „Ohhh“, das empörte „Buuhhh“ der Menge verliert die Siegerpose ihren triumphalen Gestus.

Auch US-Präsident Trump stilisiert sich wie eine Wrestling-Figur mit Slogans und provozierendem Auftreten, das nur darauf abzielt zu provozieren

Mehr noch, denn vor leerem Raum wirkt die akustische Leere seltsam enthüllend, denn sie zeigt, wie Profi-Wrestling tatsächlich funktioniert: als Abfolge von Posen, zugeschnitten auf ein Publikum und seine Reaktionen. Gleichzeitig wird die Rolle des Publikums klar, das nicht nur als emotionaler Resonanzboden fungiert. Es ist das Publikum, das mit seinem Applaus seine Teilhabe an dem Spektakel ausdrückt.

Jeder Ausruf zeigt, wie es sich auf die Inszenierung einlässt. Jeder Ausruf zeigt die Bereitschaft, das Geschehen im Ring für den Moment als real zu akzeptieren. Was sich gerade durch das Fehlen des Live-Publikums beobachten lässt, sind die Strategien, mit denen das Publikum animiert wird – die direkte Adressierung, eingängige Parolen sowie die wiederholte Aufforderung, etwas zu glauben, ja zu bestätigen, dass offensichtlich nicht wahr ist.

Es ist diese kollektive Übereinkunft, die Profi-Wrestling zu eben jenem besonderen Erlebnis macht, irgendwo zwischen Sport, Akrobatik und Performance.

Trump ist erklärter Wrestling-Fan

Dies erscheint allerdings in einem anderen Licht, wenn die Strategien und Rhetoriken den Wrestling-Ring und seine Arenen verlassen, wenn das Unterhaltungs-Spektakel für politischen Populismus benutzt wird. US-Präsident Donald Trump hat dies in den letzten Jahren erschreckend vorgeführt und es ist keine Überraschung, dass er selbst erklärter Wrestling-Fan ist. 1988 und 1989 fanden WrestleMania IV und V jeweils im „Trump Plaza“-Hotel in Atlantik City statt.

Berühmt-berüchtigt sein Auftritt bei dem sogenannten „Battle of the Billionaires“ 2007. Damals durfte er seinem Gegner, dem Besitzer der WWE, Vincent McMahon, nach kurzem Kampf den Kopf rasieren. Seither scheint die Art, wie Trump sich selbst in Szene setzt, noch immer der Wrestling-Welt entnommen: Die Stilisierung des eigenen Selbst als „Larger than life“-Figuration, Slogans statt Aussagen und provozierendes Auftreten, das nur darauf abzielt, heat zu produzieren.

Showbiz und Politik

Die kumpelhafte Verbindung von Showbiz und Politik ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Linda McMahon, Ehefrau von Vincent McMahon, wurde von der Trump-Regierung 2016 zur Leiterin der „Small Business Administration“ ernannt und trat letztes Jahr zurück, um den Vorsitz der Pro-Trump-Lobby „America First Action SuperPAC“ zu übernehmen, eine Organisation, die Trumps Wahlkampf finanziert.

Kürzlich wurde Vincent McMahon, von Trump als The Great Vince apostrophiert, in ein Expertenteam berufen, das angesichts der Coronakrise den Sport wieder mobilisieren soll.

Prompt wurde Profi-Wrestling in Florida als „essential service“ deklariert, was bedeutet, dass die Shows, trotz geltender Ausgangssperre, weiterhin produziert werden dürfen. Dass der Spendensammelverein „America First Action“ kurz vorher verkündet hatte, 18,5 Millionen US-Dollar für Trumps Wahlkampf in Tampa und Orlando auszugeben, scheint mehr als ein glücklicher Zufall.

The show will go on – wenn auch weiterhin vor leeren Stuhlreihen.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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