piwik no script img

Präsidentschaftswahl in SenegalMacky Sall verzichtet auf Kandidatur

In Senegal protestierten zuletzt Bürger gegen den Präsidenten. Am Montagabend kündigte Macky Sall an, sich im kommenden Jahr zurückziehen zu wollen.

ap | Der senegalesische Präsident Macky Sall hat seinen Verzicht auf eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit verkündet. Er werde im kommenden Jahr nicht wieder antreten, obwohl die Verfassung dies erlaube, sagte Sall in einer auf seinem Facebook-Konto übertragenen Rede.

Über die politische Zukunft Salls gab es seit Jahren Spekulationen. Im Juni gab es Proteste gegen eine mögliche weitere Kandidatur des 61-Jährigen. Oppositionsführer Ousmane Sonko hat bereits zu weiteren Protesten für den Fall aufgerufen, dass Sall im Februar erneut kandieren sollte.

In einer Rede betonte Sall, er habe das Gefühl, „dass es meine Pflicht ist, nicht dazu beizutragen, das zu zerstören, was ich für dieses Land aufgebaut habe“. Er wisse, „dass diese Entscheidung für alle, die mit mir befreundet sind, eine Überraschung sein wird. Der Senegal ist mehr als nur ich, er ist voll von Menschen, die in der Lage sind, den Senegal auf die nächste Stufe zu bringen.“

Seit 2012 im Amt

Sall wurde 2012 Präsident des Senegal, nachdem er sich gegen den damaligen Präsidenten Abdoulaye Wade durchgesetzt hatte, dessen Entscheidung, eine umstrittene dritte Amtszeit anzustreben, zu gewalttätigen Straßendemonstrationen geführt hatte. Wade musste sich schließlich nach einer Stichwahl seinem ehemaligen Schützling Sall geschlagen geben.

Im Jahr 2016 änderte Sall die senegalesische Verfassung und begrenzte die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Wahlperioden. Seine Anhänger behaupteten jedoch, dass seine erste Amtszeit unter der alten Verfassung nicht angerechnet werden sollte. Erst am vergangenen Wochenende hatte Sall erklärt, der Verfassungsrat des Landes werde seine Kandidatur zulassen, was Spekulationen über eine dritte Amtszeit anheizte.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 290 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare