Podcast über Palantir und Alex Karp: Im Auge des Bösen
Terrorbekämpfung durch totale Überwachung? Daran glaubt Palantir-CEO Alex Karp. Seine Geschichte erzählt die sechste Staffel von „Wild Wild Web“.
Die westliche Welt vor Autokratien schützen. Nichts Geringeres soll Palantir-Mitgründer Alex Karp angetrieben haben, den Posten als Geschäftsführer beim Tech-Unternehmen zu übernehmen. Die Antwort, die Palantir darauf hat: absolute Überwachung.
Was genau dahintersteckt, zeigt die sechste Staffel des Podcasts „Wild Wild Web“. Die Folgen hangeln sich an der Lebensgeschichte von Palantir-CEO Karp entlang. Der war mal – zur allgemeinen Überraschung – ein strammer Linker.
Wie kann sich aber so jemand für die Machenschaften eines reichen Rechten wie Peter Thiel einspannen lassen? Thiel ist wie Karp Mitgründer und besitzt Anteile an Palantir. Die beiden kennen sich aus Unitagen.
„Wild Wild Web: Inside Palantir“, ARD-Sound Mediathek
Mentaler Spagat
Im Podcast erfährt man viel über die Person, die Karp damals wohl war, seine Faszination für Deutschland und die machtkritische Philosophie der Frankfurter Schule. Und seinen Versuch, bei Jürgen Habermas seine Doktorarbeit zu schreiben – ohne Erfolg.
Wie die kritische Theorie beschäftigt wohl auch Karp die Frage, wie es zur Machtergreifung der Nazis kommen konnte. Er sagt, dass er vermutlich eines der ersten Opfer sein würde, falls jemand wie Hitler wieder an die Macht käme. Nicht nur sei er Schwarz und links, sondern auch jüdisch.
Der Podcast verdeutlicht den mentalen Spagat zwischen sich widersprechenden Positionen von Karp. Immerhin ist sein Unternehmen dafür mitverantwortlich, dass die USA auf den von ihm gefürchteten Autoritarismus zusteuert. Die Palantirsoftware ermöglicht sehr genaue Analysen und wird beispielsweise von der US-amerikanischen Behörde ICE genutzt, um Jagd auf Migrant:innen zu machen. Auch profitiert Palantir von aktuellen Kriegen – die Ukraine setzt die Software etwa ein, um Abschussziele zu bestimmen.
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