Podcast „We Care!“: Solidari- was?

Rund um den sogenannten internationalen Frauentag wird viel über feministische Solidarität gesprochen. Doch was bedeutet das eigentlich?

Eimonstration in Istanbul mit LGBT-Flagge - Aktivistin ruft Slogans durch ein Megaphon

Intersektional so­li­da­risch:­ Pro­test­marsch am 6. März in Istanbul Foto: Osman Sadi Temizel/imago

LEIPZIG taz | Wenn am 8. März auf der ganzen Welt Blumen verschenkt werden, gefeiert und demonstriert wird, dann geht es dabei meistens um Frauen. Der internationale Frauentag oder auch Weltfrauentag ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem vorrangig sozialistischen Kampf um mehr Frauenrechte und auf Vorschlag der Sozialistin Clara Zetkin entstanden. Es ging um Wahlrecht, um Arbeiterinnenrechte, um die Emanzipation der Frau.

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Doch was damals, vor genau 110 Jahren eine revolutionäre Entwicklung war, ist heute überholt. „Mein Feminismus ist nicht der, in dem es nur um Frauen geht“, sagt Ulla Heinrich, Geschäftsführerin des Missy Magazine. „Wir sollten von einem feministischen Kampftag sprechen.“ Inzwischen haben sich feministische Perspektiven entwickelt, die mehr umfassen als Frauenrechte.

Sie zielen auf die Rechte von allen sogenannten FLINT-Personen: also Rechte für Frauen-, Lesben-, inter-, nichtbinäre- und trans-Personen-Rechte. Es geht darum, über geschlechtliche Grenzen hinweg und intersektional solidarisch zu sehen. Aber was bedeutet dieser große Begriff der feministischen Solidarität? Dieser Frage gehen Ulla Heinrich und Sarah Ulrich in einer neuen Folge des taz-Podcast „We Care“ nach.

Heinrich ist seit vielen Jahren feministische Aktivistin und betont die Notwendigkeit eines intersektionalen Feminismus, in dem Privilegien reflektiert und genutzt werden, um umzuverteilen. Insbesondere weiße Frauen und cis-Männer sollten „Platz machen, Ressourcen teilen, in den Hintergrund treten und andere Anliegen nach vorne treten lassen.“

Wessen Perspektive?

Der 8. März sei daher zwar ein guter Moment, sich feministische Bewegungsgeschichte anzuschauen. Aber Heinrich sagt auch, wir sollten auch kritisch bleiben, wessen Perspektiven gehört werden. Denn: Wir könnten von nicht-weißen Bewegungen und nicht-cis-geschlechtlichen Fe­mi­nis­t:in­nen viel lernen.

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Aber es braucht Zeit, um feministische Kämpfe führen zu können. Heinrich schlägt daher vor, dass Zeit schenken somit eine Möglichkeit ist, solidarisch mit anderen zu sein. Indem man beispielsweise Kinderbetreuung oder Haushaltsaufgaben übernimmt, kann man Menschen, die sonst kaum Möglichkeiten für Selbstsorge oder politische Kämpfe haben, wertvolle Ressourcen zurückgeben, die sie sonst in Care-Arbeit stecken. „Wir müssen kleine Zellen bilden, um gegen die Verhältnisse vorzugehen“, sagt Heinrich.

Welche Strategien es für eine feministische Solidarität gibt, welche Rolle darin Kollektive spielen und warum der 8. März nur ein Tag von 365 im Jahr ist, feministisch zu kämpfen – darüber sprechen Ulla Heinrich und Sarah Ulrich in einer neuen Folge des taz-Podcast „We Care.“

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