Podcast „East Side Stories“: Annäherung statt Streit
„East Side Stories“ widmet sich der DDR-Historie aus zwei Perspektiven: einerseits tiefgründig, andererseits unterhaltsam.
Viele Westdeutsche verbinden mit der DDR vor allem Klischees: Stasi, FKK, gemeinsames Topfen in der Kita. Darüber ärgern sich die meisten Ostdeutschen, weil ihr Leben im untergegangenen Land selbstredend mehr war, als diese banalen Zuschreibungen es nahelegen.
Aktuelle Bücher wie jene des Germanisten Dirk Oschmann und der Autorinnen Katja Hoyer und Anne Rabe versuchen, DDR-Biografien auf jeweils eigene Weise ins Spiel zu bringen. Auch Podcasts zur DDR-Historie gibt es mittlerweile einige. Jetzt hat auch die Heinrich-Böll-Stiftung sich ans Hörfunkformat gewagt mit einer ersten Staffel „East Side Stories“.
Annette Männel, Journalistin und Kommunikationschefin der Stiftung, und Lukasz Tomaszewski, Autor und Hörfunkmoderator, erinnern sich an ihre Kindheit und Jugend in zwei Ländern, die es so nicht mehr gibt.
Männel, 1964 in Dresden geboren, ist dabei häufig Stichwortgeberin für Gesprächsthemen wie Ofenheizung und Außenklo, das Kinderbuch „Hirsch Heinrich“, Ossi-Witze und blühende Landschaften. Tomaszewski ergänzt diese politischen wie persönlichen Rückblenden mit seinen Erzählungen aus einem anderen Blickwinkel, er ist 1982 im polnischen Mińsk Mazowiecki zur Welt gekommen.
In der zweiten Staffel geht es um Punk und Mode im Film
Dabei geht es ihnen um die sogenannten Zwischentöne, um Annäherung statt Streit. Das alles ist nicht nur tiefgründig und unterhaltsam, sondern auch wohlkomponiert.
Um nicht allein zu sein mit ihren Erinnerungen, haben sie sich Experten eingeladen, darunter die Autorin Annett Gröschner, den Regisseur Thomas Wendrich, den Designprofessor Hans-Georg Barber, den die meisten eher unter seinem Künstlernamen Atak und als einstigen Punk kennen, oder den Kulturwissenschaftler Thomas Flierl, der mal Kultursenator in Berlin war. In der zweiten Staffel soll es unter anderem um Punk, Mode und Frauen im Film gehen.
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