Organhandel in der Türkei: Gesunde „Dorf-Nieren“ zu verkaufen
Die gute anatolische Bergluft und der Verzicht auf Alkohol: Im Internet werden menschliche Nieren aus der Türkei beworben und zum Verkauf angeboten.
ISTANBUL afp | Die türkische Polizei ist nach einem Zeitungsbericht bei der Bekämpfung des illegalen Organhandels im Internet auf Spender gestoßen, die ihre Nieren mit dem Hinweis auf ihr gesundes Landleben anpriesen.
In Anzeigen im Netz sei unter anderem mit der frischen Luft in der anatolischen Provinz geworben worden, berichtete die Zeitung Habertürk am Montag und schrieb: „Dorf-Nieren zu verkaufen.“
Unter Berufung auf Polizeiprotokolle berichtete die Zeitung, Spender aus insgesamt acht Provinzen hätten aus Geldnot ihre Nieren im Internet angeboten. „Ich lebe im Dorf und atme frische Luft“, habe es in einer Anzeige geheißen.
Andere potenzielle Spender hätten darauf hingewiesen, dass sie noch nie Alkohol getrunken hätten. Andere hätten auf Sport als Hobby oder ihren täglichen Spaziergang verwiesen.
Bei den Angeboten für den illegalen Handel mit Organen seien für eine Niere Preise von umgerechnet etwa 55.000 Euro gefordert worden, berichtete die Zeitung. Ob und wie die Anbieter von den Behörden bestraft wurden, ging aus dem Bericht nicht hervor.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert