Oppositioneller in Ägypten verurteilt: Der arabische Herbst
Alaa Abdel Fattah muss fünf Jahre in Haft. Er soll einem Polizisten ein Funkgerät gestohlen haben. Bekannt wurde er durch seine Rolle bei den Protesten gegen Mubarak.
KAIRO afp | Der ägyptische Oppositionelle Alaa Abdel Fattah ist zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der linke Aktivist, der bei den Protesten gegen den langjährigen Machthaber Husni Mubarak Anfang 2011 eine prominente Rolle gespielt hatte, wurde am Montag von einem Gericht in Kairo wegen Ausschreitungen bei einer nicht genehmigten Demonstration schuldig gesprochen. Gegen 24 Mitangeklagte verhängte das Gericht Haftstrafen zwischen drei und 15 Jahren.
Es handelte sich um ein Wiederaufnahmeverfahren. Abdel Fattah, der bereits unter Mubarak in Haft saß, war in einem ersten Prozess im Juni zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Weil er in Abwesenheit verurteilt wurde, wurde später ein neuer Prozess angesetzt.
Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, bei einer illegalen Protestaktion Polizisten angegriffen zu haben. Abdel Fattah soll einem von ihnen sein Funkgerät gestohlen haben. Neben den Haftstrafen verhängte das Gericht gegen alle Angeklagten eine Geldstrafe von 100.000 ägyptischen Pfund (rund 10.570 Euro).
Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2013 durch das Militär geht die neue Regierung des früheren Generals Abdel Fattah al-Sisi mit unerbittlicher Härte gegen die islamistische ebenso wie gegen die säkulare Opposition vor.
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