Öl in der russischen Arktis: BP scheitert in Russland
Eigentlich wollte BP mit dem russischen Staatskonzern Rosneft Öl in der Arktis fördern. Es fehlten Technik und Wissen über die Bedingungen vor Ort. Jetzt scheiterte ein strategischer Zukauf.
MOSKAU afp | Der britische Ölkonzern BP ist mit seinen Ambitionen gescheitert, die riesigen Ölvorkommen in der russischen Arktis zu erschließen. Der Staatskonzern Rosneft gab seine Pläne für eine Partnerschaft mit BP nach langen Verhandlungen mit den bisherigen russischen BP-Partnern auf, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Rosneft-Kreisen erfuhr. Das russische Unternehmen sucht demnach jetzt nach einem anderen westlichen Partner.
Die geplante Allianz zwischen BP und Rosneft hatte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin Anfang des Jahres verkündet. Gemeinsam wollten die Unternehmen nach Öl in der Karasee suchen, einem Meer nördlich von Russland. Rosneft kann theoretisch über die dortigen Ölreserven verfügen, die zu den größten unerschlossenen Vorkommen gehören. Praktisch fehlen dem Konzern aber die Technik und das Wissen, um das Öl auch zu fördern.
BP ist in Russland bereits seit langem mit dem Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP aktiv, an dem der britische Konzern und eine Gruppe russischer Milliardäre jeweils die Hälfte halten. Diese Teilhaber, die sich zu der Investorengruppe AAR zusammengeschlossen haben, wehrten sich gegen die neue Abmachung von BP in Russland. Sie verhinderten die Vereinbarung gerichtlich – und ließen sich nun offenbar auch nicht von BP und Rosneft aus TNK-BP herauskaufen, wie es die beiden Konzerne geplant hatten.
Russland sucht nun nach neuen Partnern
Dieser langwierige Widerstand habe Rosneft nun dazu bewogen, das Projekt aufzugeben, sagte ein Rosneft-Verantwortlicher. Deshalb suche der Staatskonzern nach neuen Partnern, um das arktische Öl zu erschließen. "Verschiedene Partner haben uns Angebote gesandt, in das Arktisprojekt einzusteigen. Wir hatten sie bislang nicht in Erwägung gezogen, da wir noch die Vereinbarung mit BP hatten. Ab heute aber wird das Unternehmen die Angebote vorsichtig prüfen."
An einer Zusammenarbeit mit Rosneft hatten bereits der US-Konzern ExxonMobil und das niederländisch-britische Unternehmen Royal Dutch Shell Interesse angemeldet. Medienberichten zufolge soll auch Chevron aus den USA interessiert sein.
BP und AAR wurden von der Absage durch Rosneft offenbar überrascht: Die Nachricht von dem Ausstieg von Rosneft kam nur wenige Augenblicke, bevor sie eine anscheinend längerfristig vorbereitete Mitteilung veröffentlichen. Darin erklärte AAR-Teilhaber Michail Fridman, BP, AAR und Rosneft diskutierten weiter über eine Zusammenarbeit.
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