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Norwegische KronprinzessinNeue Lunge für Mette-Marit

Vor acht Jahren wurde bei der norwegischen Kronprinzessin eine Lungenfibrose diagnostiziert. Nun hat sie eine Spenderlunge bekommen.

Anne Diekhoff

Aus Härnösand

Anne Diekhoff

Was für eine Woche für die norwegische Kronprinzessin. Am Montag erst war unter weltweiter Beachtung ihr Erstgeborener aus vor royaler Beziehung, Marius Borg Høiby, zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Und am Mittwoch überrascht das Königshaus nun das Land mit der Nachricht, dass ihre königliche Hoheit, Kronprinzessin Mette-Marit, eine Lungentransplantation überstanden habe. Vom dritten großen Königshausthema dieses Jahres, den im Februar enthüllten Epstein-Kontakten der Patientin, spricht da niemand mehr.

Der Gesundheitszustand der nicht unumstrittenen königlichen Schwiegertochter hatte sich zuletzt rapide verschlechtert, was erheblich zur innernorwegischen Unruhe um das Königshaus beitrug. Zugleich zwang dies aber auch die Kritiker zum Perspektivwechsel: Hier war jetzt endgültig Mitgefühl statt Empörung angesagt.

Es ist acht Jahre her, seit bei der heute 52-Jährigen eine Lungenfibrose diagnostiziert wurde – aber noch keine zwei Wochen, seit sie offiziell auf die Warteliste für eine Spenderlunge gesetzt wurde. Dass eine Transplantation notwendig werden könnte, um ihr Leben zu retten, war seit Monaten bekannt. Die wurde nun in der Mitteilung des Königshauses als „bis hierher erfolgreich“ beschrieben. Das nächste offizielle Update soll erst kommen, wenn die Kronprinzessin aus dem Krankenhaus entlassen wird. Das dürfte einige Wochen dauern, wie es üblich sei bei neu Transplantierten, zitiert der Hof den Leiter der Lungenabteilung am Reichshospital in Oslo. Medizin müsse eingestellt, eventuelle Komplikationen behandelt und Rehabilitation begonnen werden.

Silberhochzeitsfeier wird verschoben

Kronprinz Haakon und Mette-Marit hatten eigentlich andere Pläne für dieses Jahr – die Silberhochzeitsfeier wurde nun aber aufgeschoben. 25 Jahre ist es her, seit die damals schon nicht von allen im Land für passend gehaltene Mette-Marit Tjessem Høiby in die königliche Familie einheiratete. Eine alleinerziehende Mutter mit zu viel Partyvergangenheit, Kritiker rümpften die Nase. Dem Kronprinzen war es gleich: Die oder keine – und dabei bleibt er bis heute.

Zur royalen Gemengelage gehört aber auch die Sorge, ob der Thronfolger seinen Pflichten noch ordentlich nachkommen kann, während er sich um seine schwerkranke Frau kümmert. Seine hohe Arbeitsbelastung ist im Land schon länger Thema. Er muss zusätzlich zu seinen eigenen Aufgaben häufig auch die seines Vaters König Harald übernehmen, der mit 89 Jahren nicht mehr so belastbar ist wie einst.

Doch nun soll Hilfe nahen: Die Nachricht von der Lungentransplantation der Kronprinzessin kommt nur einen Tag, nachdem Norwegens Parlament eine Grundgesetzänderung angekündigt hat. Künftig soll auch die Enkelin des Königs, die erst 22-jährige Prinzessin Ingrid Alexandra, vertretungsweise Staatsoberhaupt sein können.

Eine Stellvertreterin für den überlasteten Stellvertreter, sozusagen, dann auch bei staatstragenden Aufgaben wie den wöchentlichen Kabinettssitzungen im Schloss. So soll das Königshaus dem Volk weiterhin zeigen können, wofür es da ist.

Genau das hatte der norwegische Historiker Trond Norén Isaksen längst gefordert. Gerade erst hatte er Königshaus, Parlament und Regierung noch einmal Versäumnisse vorgeworfen. Acht Jahre habe man Zeit gehabt, sich auf die jetzige Situation einzustellen, damit dem Königshaus im Zweifelsfall nicht das Personal ausgehe, schrieb er in der Zeitung Aftenposten. Immerhin, stellte er fest, nun sei Abhilfe in Sicht.

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