Neuer Chef bei Apple: Vom Manager zum Boss
Seit 2011 stand Tim Cook an der Spitze des Tech-Riesen Apple. Nun hört er überraschend auf. Wer sein Nachfolger ist und was auf ihn zukommt.
afp | Überraschender Wechsel an der Spitze des US-Techriesen Apple: Vorstandschef Tim Cook gibt seinen Posten Anfang September auf, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Nachfolger des 65-Jährigen wird demnach der langjährige Apple-Manager John Ternus. Cook wird den Angaben zufolge den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.
„Es war das größte Privileg meines Lebens, Vorstandschef von Apple zu sein und mit der Leitung eines so außergewöhnlichen Unternehmens betraut worden zu sein“, erklärte Cook. Er hatte 2011 die Nachfolge des erkrankten Apple-Mitgründers Steve Jobs angetreten, der wenige Monate später im Alter von 56 Jahren starb.
Cook war 1998 zu Apple gekommen und durch die Ränge aufgestiegen. Ihm wird zugeschrieben, Apples Produktpalette erweitert und den Unternehmenswert auf rund 4 Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) gemessen am Aktienkurs gesteigert zu haben. Cook war auch der Vordenker der Strategie, die China zur wichtigsten Produktionsstätte für Apple-Geräte machte.
Der scheidende Vorsitzende des Verwaltungsrats, Arthur Levinson, lobte Cooks Leitung des Unternehmens. „Tims beispiellose und herausragende Führung hat Apple in das beste Unternehmen der Welt verwandelt“, erklärte Levinson. „Seine Integrität und seine Werte durchdringen alles, was Apple tut“, fügte er hinzu.
John Ternus’ Karriere bei Apple
Cooks Nachfolger Ternus war 2001 zum Produktdesignteam von Apple gekommen und im Laufe der folgenden zwei Jahrzehnte zum Leiter der Hardwareentwicklung aufgestiegen. Apple schreibt ihm maßgeblichen Beitrag zu einer Vielzahl von Produkten zu, darunter dem iPhone, dem iPad, der Apple Watch und dem Mac-Computer.
Dan Ives, Wedbush-Analyst
„Ich bin zutiefst dankbar für diese Chance, Apples Mission weiter voranzutreiben“, erklärte Ternus. „Da ich nahezu meine gesamte Karriere bei Apple verbracht habe, hatte ich das Glück, unter Steve Jobs gearbeitet und Tim Cook als Mentor gehabt zu haben“, fügte er hinzu. Der US-Technologiekonzern hatte kürzlich seinen 50. Geburtstag gefeiert.
Der Wechsel an der Spitze war nicht erwartet worden. „Apple vollzieht gerade einen grundlegenden Wandel in seiner KI-Strategie, und dass der langjährige CEO und legendäre Cook nun das Unternehmen verlässt, kommt überraschend“, erklärte der Wedbush-Analyst Dan Ives. „Auf Ternus wird großer Druck lasten, von Anfang an Erfolge vorzuweisen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz.“
Eine Sorge, die Investor:innen beschäftigt, ist, dass Apple sich bislang nur zögerlich auf den KI-Bereich einlässt. Anders als die Konkurrenten Google oder Microsoft hat der Konzern aus Cupertino keine Milliardeninvestitionen in Rechenzentren angekündigt. Ein angekündigtes KI-Update für den digitalen Assistenten Siri verzögerte sich derweil, was Analysten als seltenen Rückschlag für das Unternehmen bezeichneten.
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