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Neue FußballregelnGegen Rassismus und Zeitschinderei

Die Fifa hat zur Weltmeisterschaft eine Reihe neuer Bestimmungen eingeführt. Dabei hat sie ausnahmsweise einmal vieles richtig gemacht.

„After review, number 10, Paraguay, covered his mouth. Decision is red card“, schallte die Stimme des Schiedsrichters Ivan Barton durch das Stadion in San Francisco. Er zeigte Miguel Almirón die rote Karte. Eine historische Entscheidung: Zum ersten Mal in der Fußballgeschichte wird ein Spieler vom Platz gestellt, weil er während eines Dialogs seinen Mund bedeckt hat. So will es eine der neuen Fifa-Regeln, die für dieses Turnier eingeführt wurden.

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Die taz bei der Fußball-WM

Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier.

Die neue Regel hat ihren Ursprung in einem Vorfall während eines Champions-League-Spiels zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon. Dort soll der brasilianische Superstar Vinícius Júnior vom Benfica-Spieler Gianluca Prestianni rassistisch beleidigt worden sein. Dabei hat er sein Trikot vor den Mund gehalten. Nun greift die Fifa durch.

Und noch einmal Vinícius Júnior: So spektakulär seine Dribblings auch sind, wird ihm regelmäßig Schauspielerei vorgeworfen. Allerdings steht er damit nicht allein da. Woche für Woche werfen sich Profis nach Zweikämpfen zu Boden, als benötigten sie einen Rettungswagen. Doch dann geht es doch bald weiter. Nicht nur so wird Zeit geschunden.

14 Minuten Zeitspiel

Eine Auswertung des Magazins Kicker zeigt, wo die Minuten bleiben: Freistöße, Diskussionen mit dem Schiedsrichter, VAR-Checks, Verletzungsunterbrechungen, das Stellen der Mauer oder sogenannte Rudelbildungen. Insgesamt gehen so durchschnittlich gut 14 Minuten pro Spiel verloren.

Jetzt gilt: Wer auf dem Feld behandelt wird, verlässt anschließend den Platz und darf erst nach einer Minute wieder zurück aufs Spielfeld. Dasselbe gilt für Auswechslungen. Spätestens zehn Sekunden nach der Anzeige des Wechsels durch den vierten Offiziellen muss der ausgewechselte Spieler das Feld verlassen haben. Trödelt er, wird er trotzdem vom Platz genommen. Der eingewechselte Spieler darf dann allerdings erst nach einer Minute oder bei der nächsten Spielunterbrechung aufs Feld. Wer Zeit schinden will, schadet der eigenen Mannschaft.

Man kann sich über die Amerikanisierung der Weltmeisterschaften, die Trink- beziehungsweise Werbepausen sowie die pompösen Zeremonien vor dem Anpfiff aufregen. Doch die grundlegenden Regeländerungen dieses Turniers sind positiv. Den Slogan „My game is Fair Play“ des Weltverbandes gibt schon seit 1987. Endlich kommt man dem Anspruch ein wenig näher. Gut gemacht, Fifa!

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