Neue Entwicklungen in der Coronakrise: Fünffache Impfdosis im Pflegeheim

Wegen eines Fehlers haben Mitarbeiter:innen in einem Pflegeheim eine viel zu hohe Impfstoffdosis erhalten. Die Virusmutation erreicht Finnland und die Niederlande.

Donald Trump steigt in das Flugzeug Air Force One und winkt

Der Impfstoff von Biontech-Pfizer Foto: Tom Brenner/reuters

Hochansteckende Corona-Mutante in Finnland aufgetaucht

Die in Großbritannien grassierende, besonders ansteckende Coronavirus-Vatiante ist jetzt auch in Finnland festgestellt worden. Ein Finne, der über die Weihnachtsfeiertage in Großbritannien war, sei am Wochenende positiv auf das Virus getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Familie des Mannes in der Region Kymenlaakso im Südosten des Landes sei isoliert worden. Außerdem würden Kontakte des Infizierten zurückverfolgt. Die Behörden gingen davon aus, dass sich das Virus noch nicht weiter ausgebreitet habe.

Die neue Virus-Variante war am Wochenende auch in Schweden und Norwegen festgestellt worden. Finnland hat sämtliche Flugverbindungen mit Großbritannien bis Mitte Januar gestoppt. Außerdem müssen sich alle, die seit 7. Dezember aus dem Vereinigten Königreich nach Finnland eingereist sind, auf das Virus testen lassen. (ap)

Fünffache Impfdosis für Pflegeheim-Mitarbeiter

Wegen individueller Fehler bei der Aufbereitung des Impfstoffes ist acht Mitarbeitern eines Pflegeheims in Stralsund die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht worden. Nach dem Vorfall am Sonntag seien die sieben Frauen und ein Mann nach Hause geschickt worden. Wie der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), am Montag sagte, haben sich zwischenzeitlich vier der acht Betroffenen zur Beobachtung vorsorglich stationär in einem Krankenhaus aufnehmen lassen. Sie zeigten grippeähnliche Symptome.

Der Landkreis berichtete in seiner Mitteilung, dass nach Informationen des Herstellers Biontech größere Dosen des Impfstoffes in der Phase-1-Studie bereits an Probanden ohne schwerwiegende Folgen getestet worden seien. Es seien keine bleibenden, unerwünschten Ereignisse gemeldet worden. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und grippeähnliche Symptome träten dosisabhängig auf und seien im Allgemeinen leicht bis mittelmäßig und vorübergehend.

Eine Sprecherin von Biontech bestätigte diese Informationen. In den Versuchen seien Mengen bis zu 100 Mikrogramm ohne schwerwiegende Folgen verabreicht worden. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. (dpa)

Impfdosen mit zweifelhafter Kühlkette werden nicht genutzt

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In Oberfranken werden rund 1.000 Corona-Impfdosen des Lieferanten BioNTech wegen Problemen mit der Kühlkette nicht genutzt. Obwohl das Pharmaunternehmen die Einheiten freigegeben habe, sei nach reiflicher Überlegung entschieden worden, die betroffene Charge nicht zu verimpfen, sagte der Vorsitzende des Bezirksverbands Oberfranken des Bayerischen Landkreistags, Christian Meißner, am Montag in einem Interview mit Reuters-TV.

„Und zwar einfach deswegen, um das Vertrauen der Bevölkerung in die ganze Impfkampagne nicht zu gefährden.“ Am Sonntag waren in Oberfranken Impfdosen in einer Kühlbox angekommen, deren Temperatur einem Kontrollinstrument zufolge zeitweise über den erforderlichen acht Grad Celsius gelegen hatte. Deshalb hätten Zweifel bestanden, ob die Kühlkette jederzeit eingehalten worden sei, erläuterte Meißner.

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Die Impfstoffe aus der betroffenen Box hätten an die Impfstoffzentren in Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Bayreuth, Hof und Wunsiedel geliefert werden sollen. Die Mainzer Firma Biontech, die den ersten in Europa zugelassenen Corona-Impfstoff zusammen mit dem US-Konzern Pfizer entwickelt hat, hatte nach Aussagen der Regierung in Oberfranken am Sonntagabend erklärt, man halte den Impfstoff trotz der Temperaturabweichungen für sicher. Oberfranken setzt nun auf eine neue Impfstoff-Lieferung, die noch am Montag eintreffen soll. Dann könne auch in Oberfranken das Impfen beginnen, erklärte Meißner. rtr)

US-Hilfspaket gerettet

US-Präsident Donald Trump hat das vom Kongress mühsam geschnürte Coronahilfspaket nach seiner tagelangen Blockade freigegeben. Mit seiner Unterschrift setzte er am Sonntag die Hilfen in Kraft und wendete auch eine schon bald drohende Teilschließung der Bundesbehörden ab. In einer Erklärung machte Trump aber aus seinem Unmut über die aus seiner Sicht zu geringe Arbeitslosenunterstützung keinen Hehl. Zudem beklagte er unnötige Ausgaben der Regierung.

Trumps Einlenken folgte auf immer dringlichere Bitten, Forderungen und Unmutsbekundungen aus Reihen der Demokraten, aber auch jener der Republikaner. Die beiden Parteien hatten das Paket mit 900 Milliarden Dollar nach langem Ringen beschlossen – samt einem daran geknüpften Haushaltsgesetzentwurf im Umfang von 1,4 Billionen Dollar, das den Betrieb der Bundesregierung bis September finanzieren soll. Schon ab Dienstag hätte ein Shutdown gedroht, was die Dringlichkeit von Trumps Unterschrift noch deutlicher machte.

Doch der scheidende Präsident hatte sich mit dem Argument verweigert, dass es eine Einmalzahlung von 2000 Dollar aus dem Hilfspaket für coronabedingt erwerbslos gewordene Bürger:innen geben sollte statt der im Kongress vereinbarten 600 Dollar. Doch dass die Parteien auf die Schnelle so viel mehr Geld in die Hand nehmen, galt als politisch ausgeschlossen. Trumps Einwände sorgten auch im Kapitol für viel Verwirrung, zumal vor allem Abgeordnete aus seiner Partei bis zuletzt angenommen hatten, dass er den auch unter Vermittlung des Weißen Hauses erzielten Kompromiss mittrage.

Für Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner war der politische Streit auf höchster Ebene existenzbedrohend. Für sie lief in der Nacht auf Sonntag um Mitternacht die Arbeitslosenunterstützung aus, die sie durch bisherige Coronahilfen erhielten. Betroffen sind 9,5 Millionen Menschen, die auf die ausgelaufene erweiterte Arbeitslosenunterstützung angewiesen waren. Das waren vor allem Selbstständige, die ansonsten keinen Anspruch haben. Millionen weiteren Amerikaner:innen drohte nach Expertenwarnungen darüber hinaus ebenfalls der Verlust der Arbeitslosenhilfe in den kommenden Wochen.

Zudem hätte die fehlende Unterschrift Trumps bedeutet, dass Mieter:innen nicht mehr im gleichen Ausmaß vor Zwangsräumungen geschützt sind und Hilfen für schwer mitgenommene Unternehmen nicht freigegeben werden. (ap)

Fast 11.000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages fast 11.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 10.976 Ansteckungsfälle erfasst. Die bisherigen täglichen Höchstwerte lagen bei mehr als 30.000 Fällen. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 1.651.834.

Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Am vergangenen Sonntag hatte das RKI 16.643 Neuinfektionen bekanntgegeben.

Nach den jüngsten Angaben des Instituts wurden 348 Todesopfer der Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 30.126. Am Mittwoch hatte das RKI ein Rekordhoch von 962 Todesfällen bekanntgegeben.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug am Montag 157,8. Am Vortag hatte sie noch bei 161,3 gelegen. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen in diesem Zeitraum.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Seit dem 16. Dezember gilt in ganz Deutschland ein harter Lockdown. Ein Großteil der Geschäfte ist geschlossen. Auch die Schulen und Kitas machten weitgehend dicht. Die Maßnahmen sind vorerst bis zum 10. Januar befristet. Voraussichtlich am 5. Januar wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen beraten. Am Wochenende hat eine groß angelegte Impfaktion begonnen, mit der die Pandemie schrittweise zurückgedrängt werden soll. (afp)

Coronamutante auch in Südkorea angekommen

In Südkorea sind nun ebenfalls Fälle der in Großbritannien entdeckten Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich laut Angaben der Seuchenschutzbehörde vom Montag um drei koreanische Staatsbürger, die letzte Woche aus Großbritannien zurück nachSüdkorea geflogen waren.

Die neue Variante des Coronavirus ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Die meisten EU-Staaten hatten daraufhin bereits vergangene Woche entschieden, Reisen aus und nach Großbritannien vorübergehend weitgehend einzuschränken.

Auch die südkoreanische Regierung hatte am 23. Dezember angekündigt, jeglichen Flugverkehr von und nach Großbritannien bis Jahresende zu stoppen. Zusätzlich verpflichteten die Behörden Einreisende aus Großbritannien zu einer 14-tägigen Quarantäne sowie einem zusätzlichen Virustest kurz vor Ende der Quarantäne.

Südkorea ist zwar bislang vergleichsweise erfolgreich durch die Pandemie gekommen, befindet sich jedoch derzeit mitten in einer dritten Covid-Welle. Am Montag registrierten die Behörden 808 neue Infektionen innerhalb der letzten 24 Stunden. Damit wurde zum zweiten Mal in Folge der Wert von 1000 Ansteckungen pro Tag unterschritten. Bis zum 3. Januar hat die Regierung die epidemiologischen Maßnahmen verschärft. Unter anderem sind im Großraum Seoul Treffen von mehr als vier Personen verboten. (dpa)

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