piwik no script img

Neue „Black Mirror“- StaffelAbo aufs Hirn

„Black Mirror“ geht weiter. In der siebten Staffel gibt es die erste Fortsetzungsepisode. Aber ist die Realität nicht düsterer als die Dystopie?

Szene aus „USS Callister 2“, der ersten Fortsetzung von „Black Mirror“ Foto: Nick Wall/netflix

Dystopie hat im Jahr 2011 mehr Spaß gemacht. Damals, als die erste Staffel der britischen Serie „Black Mirror“ erschien, glich die Realität noch nicht allzu sehr dem, was in der Serie verarbeitet wird – so mag es nun zumindest mit einigen Jahren Distanz wirken.

Denn Gehirnchips sind kein in der fernen Zukunft liegendes Horrorszenario, sondern mit Musks Neuralink so gut wie hier. Mil­lionen von hochsensiblen Gendaten können einfach so geleakt werden. Und von künstlicher Intelligenz generierte Gesprächspartner sind nicht mehr Fiktion – ganz echte Menschen verlieben sich bereits in sie. Und weil die Realität düsterer wird, tut „Black Mirror“ dies auch.

Die mittlerweile siebte Staffel der Erfolgsserie beginnt mit einem Hirntumor. Der wächst in Amandas (Rashida Jones) Schädel, weswegen sie, um zu überleben, ein synthetisches Duplikat des abgestorbenen Hirngewebes eingepflanzt bekommt. Damit es funktioniert, muss sie ein monatliches Abo an den Betreiber Rivermind bezahlen.

Meint Netflix sich selbst?

Die 300 Dollar können sie und ihr Ehemann Mike (Chris O’Dowd) sich kaum leisten, doch ihre Liebe und ihr Kinderwunsch ist groß und die Alternative ist nun mal der Tod. Als sie bald beginnt, unwissentlich Werbung in gewöhnliche Gespräche einzubauen, merken Mike und Amanda, dass etwas nicht stimmt. Rivermind, so eine Beraterin (Tracee Ellis Ross), habe ein werbefreies Upgrade gelauncht – Rivermind Plus, 800 Euro mehr.

Ob sich Netflix selbst meint mit dieser Unternehmensgier? Zwar schwebt noch niemand in Lebensgefahr, wenn man ihm den Netflix-Zugang nimmt, jedoch hat die Plattform genau wie Rivermind ihre Preise immer wieder erhöht. Seit Netflix das Streamingangebot begonnen hat, haben sich die Preise mindestens verdoppelt, bei einem Premium-Abo ohne Werbung ist es fast der dreifache Preis.

Black Mirror“, siebte Staffel, sechs Folgen, Netflix

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

1 Kommentar

 / 
  • Ich mag die Staffel, und solche Serien auch sowieso sehr.

    Besonders die Folge mit dem Schwarm tut es mir an. Ein wenig kann ich mich damit identifizieren, auch wenn ich nicht ganz so ein schräger Vogel war wie der Protagonist. Aber supernintendo mit Kumpel in nicht ganz so nüchternen Zustand zu spielen, kommt mir schon sehr bekannt vor. Und tagelang vorm PC in nem schummrigen Zimmer sitzen, beschreibt schon große Teile meiner Jugend.



    Wir entdeckten damals gleichzeitig Cannabis und den Level Editor für duke nukem und blood. In der Zeit gingen die Schulnoten von nem Kumpel und mir ganz schön nach unten.

    Und von spielen wie in der doppel/wiederholungs Folge, träum ich auch schon ewig. :-)