Natürlicher Klimaschutz: Mehr CO2 im Meer

Die Erderhitzung führt zu weniger kohlenstoffhaltigem Plankton. Binden die Meere deshalb jetzt weniger CO2? Eine neue Studie zeigt: erst mal nicht.

Farbverlauf: Weiße und grüne Flecken auf Blau-Türkis.

Plankton, aufgenommen vom Satelliten Envisat Foto: picture alliance/dpa/esa

BERLIN taz | Ozeane sind gigantische CO2-Tanks, also sehr wichtig für den Klimaschutz. Wenn der Ozean wärmer wird, wird die Grenze zwischen der hellen Meeresschicht und den dunkleren aber undurchlässiger. Weniger Nährstoffe, insbesondere Phosphor und Stickstoff, kommen von unten nach oben, und Plankton kann sich schlechter vermehren.

Wis­sen­schaft­le­r*in­nen gingen bislang davon aus, dass dadurch auch weniger CO2 im Ozean gebunden werden kann, weil die tierischen und pflanzlichen Kleinstlebewesen maßgeblich dafür sind. Ihre Ausscheidungen und nach ihrem Tod sie selbst sinken auf den Meeresboden – und damit auch der in ihnen gebundene Kohlenstoff.

Eine Studie aus den USA, die im Fachmagazin Nature erschienen ist, macht jetzt Hoffnung, dass es erst mal nicht zu einer Abschwächung kommt.

Die Au­to­r*in­nen haben herausgefunden, dass es im Atlantik zwischen den Südstaaten der USA und Nordafrika, der sogenannten Sargassosee, zwar weniger Plankton gibt, aber der sogenannte Kohlenstoffexport trotzdem nicht schwächer geworden ist.

Weniger Plankton, aber besser

Sie vermuten dahinter zwei Gründe: Bakterien scheinen das eukaryotische Plankton, also jenes mit Zellkern, ersetzt zu haben. Und die können auch mit weniger Phosphor und Stickstoff viel besser Kohlenstoff binden als eukaryotisches Plankton.

Der zweite Grund für den gleichbleibenden Kohlenstoffexport könnte laut den Wis­sen­schaft­le­r*in­nen sein, dass seit der Meereserwärmung Organismen wie Plankton schneller wieder in ihre anorganischen Bestandteile wie Phosphor und Stickstoff zersetzt werden und dadurch als Nahrung verfügbar sind. Vielleicht ist der Ozean also resilienter, als wir dachten.

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