Nachrichten in der Coronakrise: Omikron in Europa

Überall in Europa werden die ersten Omikron-Fälle bestätigt. Der Impfstoffhersteller Moderna arbeitet bereits an einem Vakzin für die neue Coronavariante.

Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test.

Da hilft nur testen – Omikron bereits in Europa und Übersee Foto: Tom Weller/dpa

Moderna arbeitet an Omikron-Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Moderna hat bereits am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Coronavariante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt. „Das ist ein gefährlich erscheinendes Virus“, sagte Burton. „Aber ich denke, wir haben jetzt viele Werkzeuge in unserem Arsenal, um es zu bekämpfen, also bin ich optimistisch.“ (dpa)

Weltweit werden Omikron-Fälle bestätigt

Der am Samstag gemeldete Verdachtsfall einer Omikron-Infektion in Hessen hat sich bestätigt. Das Ergebnis der Sequenzierung liege vor, teilt der Staatsminister für Soziales und Integration, Kai Klose, per Twitter mit. Zuvor wurden zwei weitere Fälle der besorgniserregenden Omikron-Mutation in Bayern bestätigt. Nach Angaben der bayerischen Landesregierung handelt es sich um Personen, die noch vor der Ausweisung Südafrikas als Virusvariantengebiet über den Flughafen München am 24. November eingereist sind.

Den ersten Omikron-Fall in der Europäischen Union hatte Belgien gemeldet. Inzwischen wurden in den Niederlanden 13 Infektionsfälle festgestellt, zwei in Dänemark und Österreich testet in Tirol einen ersten Verdachtsfall. Auch Australien meldet zwei bestätigte Omikron-Fälle. In allen Fällen handelte es sich um Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika.

Frankreich vermutet die neue Mutation bei sich. Zwar sei noch kein Fall nachgewiesen worden, sagt Gesundheitsminister Olivier Veran zu Reportern an einem Impfzentrum in Paris. „Aber das ist eine Frage von Stunden.“ Wenn die Mutante bereits in Großbritannien, Italien und Belgien im Umlauf sei, dann sei es wahrscheinlich, dass es auch in Frankreich bereits Fälle gebe. „Wir werden sie identifizieren, … und wir werden ihre Verbreitung so weit wie möglich verlangsamen.“ Die Regierung verschärfe die Beschränkungen, um eine Ausbreitung zu verhindern. (rtr)

Infektionen in den USA

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 25.534 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt damit auf mehr als 48,29 Millionen. Mindestens 189 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Insgesamt sind es nun 781.797 Todesfälle. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf. (rtr)

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 446,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 44.401 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 1.674 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche, als 42.727 gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 446,7 von 444,3 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 104 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 100.883. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 5,76 Millionen Coronatests positiv aus. (rtr)

Bundespräsident Steinmeier will Lockdown verhindern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft die Bürger dazu auf, einen Lockdown durch freiwillige Kontaktbeschränkungen zu verhindern. „Wichtig ist, dass wir jetzt alle gemeinsam handeln“, schreibt Steinmeier in einem Gastbeitrag für Bild am Sonntag. „Halten wir uns an die Regeln, reduzieren wir noch einmal unsere Kontakte. Tun wir es, damit Schulen und Kitas nicht wieder schließen, damit wir das öffentliche Leben nicht wieder vollständig herunterfahren müssen.“ Eindringlich appelliert Steinmeier an die Menschen, sich impfen zu lassen. „Das Mittel, sich vor einem schweren, gar tödlichen Verlauf der Krankheit zu schützen, haben wir in der Hand. Aber immer noch haben es bisher zu wenige in Anspruch genommen.“ (rtr)

Angst vor Ansteckung wächst

In der deutschen Bevölkerung wächst die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Laut einer repräsentativen INSA-Umfrage für Bild am Sonntag befürchten 53 Prozent der Befragten eine Ansteckung. Die aktuellen Coronamaßnahmen hält eine Mehrheit von 58 Prozent für nicht ausreichend. 73 Prozent rechnen damit, dass noch in diesem Jahr ein bundesweiter Lockdown beschlossen wird, und eine Mehrheit von 57 Prozent wünscht sich diese Maßnahme sogar. 55 Prozent glauben zudem, dass die Politik zu viel Rücksicht auf die Belange von Ungeimpften nimmt. (rtr)

Arbeitsminister Heil will Impfpflicht vor Weihnachten

Der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigt an, die Impfpflicht für Kliniken und Heime noch vor Weihnachten umzusetzen. Auch Profisportler hätten eine moralische Impfpflicht, sagt Hubertus Heil der Bild am Sonntag. „Das Wichtigste ist, dass sich mehr Menschen impfen lassen. Das gilt auch für diejenigen, die viel verdienen und im Rampenlicht stehen, zum Beispiel Profi-Fußballer. Es gibt eine moralische Impfpflicht.“ Heil befürwortet auch eine allgemeine Impfpflicht, eine Debatte darüber müsse jedoch richtig geführt werden. „Denn wenn die Impfpflicht kommen soll, muss sie rechtssicher und praktisch umsetzbar sein.“ (rtr)

Verfallsdatum für Impfstatus gefordert

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine Befristung des Impfstatus, um den Impfschutz der Bevölkerung zu verbessern. „Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen“, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wenn die Impfung länger zurückliege, falle man automatisch wieder zurück in den Status eines Ungeimpften. Wer sich boostern lasse, gelte wieder als geimpft. Dazu müsse jetzt geklärt werden, wie lange der Impfschutz halte und wann das Verfallsdatum angesetzt werden müsse. Die EU-Kommission hat ebenfalls eine Auffrischungsimpfung als Voraussetzung für die weitere Gültigkeit des digitalen Impfzertifikats der EU vorgeschlagen. (rtr)

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