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Nachrichten im IrankriegDiplomatisches Ringen um US-Plan

Teheran lehnt den Trump-Plan ab, doch die internationalen Bemühungen um ein mögliches Kriegsende nehmen zu. Eine Schlüsselrolle soll dabei Pakistan spielen.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan in den Vereinigten Arabaischen Emiraten Foto: Altaf Qadri/AP/dpa

Ägypten bietet sich als Ort für Verhandlungen bezüglich des Irans an

Ägypten hat sich als Austragungsort für jegliche Gespräche ‌zum Iran angeboten, solange sie der Deeskalation dienten. Ägypten unterstütze die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, Verhandlungen mit dem Iran aufzunehmen, sagt Außenminister Badr Abdelatty. Zu der Reaktion des Iran auf den US-Plan sagt er: „Wir müssen unsere Bemühungen fortsetzen, es kommt ganz auf Diplomatie und Verhandlungen an.“ (rtr)

Iranischer Vertreter: Erste Reaktion auf US-Vorschlag nicht positiv

Die erste Reaktion des Iran auf ‌den Vorschlag der USA zur Beendigung des Krieges sei nicht positiv ausgefallen, erklärt ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter gegenüber Reuters. Der Vorschlag werde noch geprüft, fügt er hinzu. Die erste Reaktion Teherans sei an Pakistan übermittelt worden, um von dort nach Washington weitergeleitet zu werden. (rtr)

UN-Rat verurteilt Irans Angriffe auf Nachbarländer

Der UN-Menschenrechtsrat hat die Angriffe Irans auf seine Nachbarländer bei einer Dringlichkeitsdebatte in Genf verurteilt. Der Iran lehnte die vorgelegte Resolution ab. Darin wurden als Geschädigte namentlich Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien genannt. Weil der Iran keine Abstimmung verlangte, wurde die Resolution im Konsens angenommen.

In dem Text ging es nur um die Angriffe des Iran auf Nachbarländer, nicht um die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die vorausgegangen waren. Seit dem 28. Februar seien im Iran mehr als 1.500 Menschen ums Leben gekommen, darunter 300 Minderjährige, sagte der iranische Botschafter Ali Bahreini. Fast 45.000 Häuser seien zerstört oder beschädigt worden, mehr als 53 Krankenhäuser seien angegriffen worden, und 57 Schulen seien bombardiert worden. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben nicht. Auf Antrag des Iran, Chinas und Kubas findet in Genf am Freitag eine weitere Dringlichkeitsdebatte im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg statt. Dabei soll es um Angriffe auf Schuleinrichtungen und um die Menschenrechte von Kindern in bewaffneten Konflikten gehen. (dpa)

Mehrheit der US-Bürger hält Iran-Einsatz für überzogen

Eine Mehrheit der US-Bürger glaubt, dass das jüngste Vorgehen des US-Militärs gegen den Iran zu weit gegangen ist. Wie aus einer repräsentativen Umfrage der Nachrichtenagentur AP und des Forschungszentrums Norc hervorgeht, sorgen sich viele Amerikaner zudem darum, sich bald keinen Sprit mehr leisten zu können. Die aktuellen Umfrageergebnisse legen nahe, dass der am 28. Februar von den USA und Israel begonnene Krieg gegen die Islamische Republik für Präsident Donald Trump im Jahr der Zwischenwahlen für den Kongress zur Belastung werden könnte.

Während Trump weitere Kriegsschiffe und Soldaten in den Nahen Osten verlegt, gaben 59 Prozent der Befragten an, dass das militärische Vorgehen gegen den Iran übertrieben sei. 45 Prozent zeigten sich „extrem“ oder „sehr“ besorgt, sich das Betanken ihrer Fahrzeuge in den kommenden Monaten wegen der gestiegenen Ölpreise nicht mehr leisten zu können. Kurz nach der Wiederwahl Trumps hatten in einer AP-Norc-Erhebung noch lediglich 30 Prozent der Befragten diese Sorge geäußert. Allerdings gibt es erhebliche Unterstützung für mindestens eines der Kriegsziele des Präsidenten: den Iran daran zu hindern, sich jemals atomar bewaffnen zu können. Etwa zwei Drittel der US-Bürger halten dies für ein „extrem“ oder „sehr“ wichtiges außenpolitisches Ziel. Zugleich sieht ein etwa vergleichbarer Anteil es als wichtig an, einen weiteren Anstieg der Öl- und Gaspreise zu verhindern. Dass diese beiden Ziele miteinander in Konflikt stehen könnten, weil der Iran mit seiner Kontrolle über die Straße von Hormus erheblichen Preisdruck erzeugen kann, könnte das Weiße Haus zunehmend herausfordern. (ap)

Nach einem iranischen Raketenangriff in n Bnei Brak, Israel Foto: Ohad Zwigenberg/ap

Wadephul: Hoffentlich wird Gesprächen Chance auf Erfolg eingeräumt

Bundesaußenminister Johann Wadephul begrüßt das Bestreben ‌von US-Präsident Donald Trump, Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran aufzunehmen. Er hoffe, dass den Gesprächen eine Chance auf Erfolg eingeräumt werde, sagt Wadephul bei einem Besuch seines tunesischen Amtskollegen Mohamed Ali Nafti in Berlin. „Es ist lobenswert, dass der US-Präsident sein Ultimatum an das iranische Regime um einige Tage verschoben hat und nun Verhandlungen anstrebt“, sagt Wadephul. „Das iranische Regime wäre gut beraten, jetzt darauf zu reagieren. Wenn es also eine Chance für Diplomatie gibt, sollten wir den Gesprächen auf jeden Fall eine Chance geben.“ (rtr)

Staatsfernsehen: Iran lehnt US-Vorschlag für Waffenruhe ab

Der Iran hat laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens einen US-Vorschlag für eine Waffenruhe abgelehnt. Der englischsprachige Kanal des Staatsfernsehens zitierte am Mittwoch eine anonyme Quelle mit der Aussage, Teheran habe den 15 Punkte umfassenden Plan zurückgewiesen. Zuvor war aus pakistanischen Regierungskreisen verlautet, der Vorschlag sei dem Iran übergeben worden. Pakistan hat sich als Gastgeber von Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran angeboten. Der Iran hat bislang gesagt, er sei an keinen Verhandlungen mit den USA beteiligt. Ein Militärsprecher machte sich am Mittwoch über die diplomatischen Bemühungen Washingtons lustig. (ap)

Wadephul: Kein Kommentar zu Steinmeier-Äußerung zum Iran

Außenminister Johann Wadephul will sich zur Bewertung des Iran-Kriegs als völkerrechtswidrig durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht äußern. „Es ist gute Tradition in Deutschland, dass wir Äußerungen anderer Verfassungsorgane nicht kommentieren“, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einem Treffen mit seinem tunesischen Kollegen Mohamed Ali Nafti. Dabei bleibe es insbesondere angesichts dessen, dass es ihm persönlich sehr wichtig gewesen sei, Steinmeier als Ex-Außenminister zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts einzuladen.

Steinmeier hatte den von Israel und den USA begonnenen Iran-Krieg bei seinem Auftritt im deutschen Außenministerium am Dienstag als politisch verhängnisvollen Fehler bezeichnet und als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“ eingestuft. Nach seiner Darstellung trägt die Begründung eines angeblich unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf die USA nicht. Wadephul sagte nun, die US-Regierung habe angekündigt, dass deren rechtlicher Berater demnächst eine umfassende Stellungnahme abgeben werde. „Diese warten wir ab und werten sie aus und werden dann dazu Stellung nehmen“, sagte der Minister. (dpa)

Iran: Lassen uns Kriegsende nicht diktieren

Der Iran hat ‌nach Angaben eines Insiders einen Vorschlag der USA zur Beendigung des Krieges geprüft. Die Bedingungen seien überzogen, berichtet der iranische Fernsehsender Press TV unter Berufung auf einen Regierungsvertreter. Der Iran werde den Krieg nur zu einem Zeitpunkt seiner Wahl beenden, sofern seine Bedingungen erfüllt seien. (rtr)

Hisbollah-Chef lehnt Verhandlungen mit Israel bei anhaltenden Kämpfen ab

Immer noch intakt: das Regime in Teheran Foto: Vahid Salemi/ap/dpa

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz will so lange keine Gespräche mit Israel führen, wie die Angriffe auf ihre Stellungen im Libanon anhalten. Wenn Verhandlungen „unter Beschuss“ vorgeschlagen würden, wäre dies ein „Aufzwingen einer Kapitulation“, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am Mittwoch in einer vom Sender der Miliz verbreiteten Mitteilung. Er wies damit einen Vorschlag des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zurück, direkte Verhandlungen mit Israel zu beginnen. Kassam rief das libanesische Volk auf, sich für die „nationale Einheit“ einzusetzen. Dies könne erreicht werden, wenn die Regierung ihre Entscheidung zurücknehme, die militärischen Aktivitäten der Hisbollah zu verbieten. (afp)

Militär: Über dem Libanon detonierte Rakete war iranischen Typs

Das libanesische Militär hat Überreste einer Rakete analysiert, bei deren Explosion Trümmerteile über verschiedenen Ortschaften im Norden des Landes niedergingen. Das Geschoss sei iranischer Bauart, es ähnele einer Mittelstreckenrakete des Typs Ghadr-110. An ihm seien „kleinere Raketen befestigt“ gewesen. Dass die Rakete in großer Höhe detoniert sei, lege nahe, dass sie nicht auf ein Ziel im Libanon abgefeuert worden sei, erklärte das Militär am Mittwoch. Ein technischer Fehler oder eine Abfangrakete seien die naheliegendsten Gründe für die Explosion. Raketen des Typs Ghadr-110 sind grundsätzlich geeignet, um Ziele im gesamten Nahen Osten anzugreifen, einschließlich Israels. (ap)

Rosatom-Chef: Weitere russische Arbeiter verlassen iranisches Akw

Der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom hat nach einem erneuten Angriff im Umfeld des iranischen Atomkraftwerks Buschehr die Evakuierung weiterer russischer Beschäftigter bekanntgegeben. Alexej Lichatschew hatte am Dienstagabend erklärt, es habe bei dem neuerlichen Angriff auf das von Russland gebaute Kraftwerk keine Verletzten gegeben, die Entwicklung folge jedoch einem „negativen Szenario“. Am Mittwoch verkündete er, dass eine weitere Gruppe von Mitarbeitern die Anlage verlassen habe und weitere nachfolgen würden. Bis sich die Situation normalisiere, werde die Zahl der Mitarbeiter auf ein Minimum reduziert. Bereits am 18. März hatte Lichatschew sich zum ersten Angriff geäußert, der ein Gebäude in der Nähe des Reaktors getroffen haben soll. Er sprach von einer eklatanten Missachtung zentraler Regeln und Prinzipien der internationalen Sicherheit. (ap)

Ministerium: Sieben Tote bei Luftangriff auf Stützpunkt im Westen des Irak

Bei einem neuen Luftangriff im Westen des Irak sind nach irakischen Angaben mindestens sieben Soldaten getötet worden. Weitere 13 Menschen seien bei Angriff in der Provinz al-Anbar verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Bagdad am Mittwoch mit. Eine Militärklinik auf dem Stützpunkt sei gezielt angegriffen worden. Auf dem Stützpunkt sind irakische Soldaten, Polizisten und Kräfte des pro-iranischen Netzwerks Hasched al-Schaabi stationiert, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach trafen „zwei von einem Kampfflugzeug abgefeuerte Raketen“ dieselbe Basis in der Region Habbanija in der Provinz Anbar, die bereits am Vortag angegriffen worden war. (afp)

Golfstaaten: Iranische Angriffe sind existenzielle Bedrohung

Die ‌arabischen Golfstaaten warnen vor einer existenziellen Bedrohung durch iranische Angriffe auf ihre Infrastruktur. „Es besteht eine existenzielle Bedrohung für die internationale und regionale Sicherheit. Dieses aggressive Vorgehen untergräbt das Völkerrecht und die Souveränität“, sagt Kuwaits Botschafter Naser Abdullah H. M. Alhayen vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Andere Golfstaaten erklären, die Handlungen des Iran zielten darauf ab, Terror zu verbreiten. Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Jamal Jama al Muscharach, verurteilt den „Versuch des Iran, die internationale Ordnung durch rücksichtsloses expansionistisches Vorgehen zu destabilisieren“. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärt, das Vorgehen des Iran könne Kriegsverbrechen darstellen. „Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur müssen ein Ende haben. Sind sie vorsätzlich, können solche Angriffe Kriegsverbrechen darstellen“, erklärt er vor dem Rat. (rtr)

Hapag-Lloyd-Chef: Hormus-Blockade kostet wöchentlich bis zu 50 Mio Dollar

Die ‌Blockade der ‌Straße von Hormus verursacht der Reederei Hapag-Lloyd zufolge wöchentliche Mehrkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar. Vorstandschef Rolf Habben Jansen begründete dies in einem Interview mit RTL/ntv mit Treibstoffkosten, die um mehr als 50 Prozent über dem normalen Niveau lägen, sowie Ausgaben für Versicherungen und die ‌Lagerung von Containern. Diese Mehrkosten würden an die Kunden weitergegeben. „Das können wir auch nicht so locker absorbieren“, sagte Habben Jansen. Das größte Problem sei jedoch, dass derzeit sechs Schiffe des Unternehmens mit rund 150 Beschäftigten im Persischen Golf festsäßen und nicht auslaufen könnten, erklärte der Manager. Die Versorgung der Besatzungen mit Proviant und Wasser sei zwar gesichert. Die Lage bleibe aber schwierig. (rtr)

Taiwan warnt vor chinesischer Aggression im Schatten des Nahost-Kriegs

In Taiwan ‌wächst die Sorge, dass ‌China die durch den Iran-Krieg bedingte Ablenkung der USA ausnutzen könnte. Die Regierung in Taipeh wirft der Volksrepublik vor, die Lage gezielt zu eskalieren, seit die USA Kräfte aus Ostasien verlegt haben. Als Beleg dafür wertet Taiwan die Wiederaufnahme von großangelegten chinesischen Lufteinsätzen nahe der Insel seit Mitte März. „Dies ist eine Gelegenheit für China, um Einfluss auszuüben“, sagte ein hochrangiger Vertreter der taiwanischen Sicherheitsbehörden am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. China ‌versuche, Instabilität zu erzeugen, während die Präsenz der USA im Indopazifik in Richtung Naher Osten verlagert werde. Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, die Fähigkeit des US-Militärs, auf gleichzeitige globale Bedrohungen zu reagieren, bleibe „gewaltig“. (rtr)

IAEA-Chef geht von baldigen US-iranischen Gesprächen in Pakistan aus

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA rechnet mit dem baldigen Beginn von Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan. „Ich denke, es könnte an diesem Wochenende Gespräche in Islamabad, Pakistan, geben“, sagte Rafael Grossi der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Pakistan hatte sich als Vermittler im Iran-Krieg angeboten. (ap)

Irak will Souveränitätsbeschwerde beim UN-Sicherheitsrat einreichen

Der Irak will wegen Verletzungen seiner Souveränität Beschwerde beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einreichen. Das sagte Chalid al-Jakubi, Sicherheitsberater des irakischen Ministerpräsidenten Mohammed al-Sudani, der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch. Seit dem Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar seien 80 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet und 150 weitere verletzt worden. Den USA warf al-Jakubi Verletzungen des irakischen Luftraums vor, den Iran machte er für Angriffe auf kurdische Kräfte im Norden des Landes verantwortlich. „Wir lehnen die Aggression gegen den Iran ab, weil sie nicht gerechtfertigt ist“, sagte er über den Krieg, der von den USA und Israel begonnen wurde. Al-Jakubi erklärte, zu den Sicherheitskräften gehörten auch die irakischen Volksmobilisierungskräfte, ein Bündnis vom Iran unterstützter Milizen, das nominell dem irakischen Militär unterstellt ist. (ap)

Regierungspartei: Türkei bemüht sich um Vermittlung im Iran-Krieg

Im Ringen um eine Lösung im Iran-Krieg spielt die Türkei nach Angaben der Regierungspartei eine Vermittlerrolle. Man stehe seit längerem in Kontakt mit dem Iran und den USA und übermittle Botschaften zwischen beiden Parteien, sagte Harun Armagan, stellvertretender Vorsitzender für Außenbeziehungen der regierenden AK-Partei in der Türkei der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei, Spannungen abzubauen und einen Boden für Gespräche zu bereiten. Noch sei man aber nicht so weit, dass man einen Ort für ein solches Treffen festlegen könne. Auch Pakistan vermittelt örtlichen Sicherheitskreisen zufolge zwischen den Kriegsparteien. Das Außenministerium in Ankara wollte zunächst nicht kommentieren. (dpa)

Berichte: London und Paris wollen Gespräche zur Öffnung der Straße von Hormus ausrichten

Großbritannien und Frankreich wollen britischen Medienberichten zufolge Gespräche zur Wiederöffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus ausrichten. Ein Treffen mit Vertretern aus rund 30 Ländern solle noch diese Woche stattfinden, zitierte der „Guardian“ am Mittwoch einen Verteidigungsbeamten. „Ich gehe davon aus, dass es in naher Zukunft eine Sicherheitskonferenz zur Straße von Hormus geben wird“, sagte er demnach. Ziel ist es den Berichten zufolge, eine Koalition zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bilden. Die Meerenge ist seit Beginn des Iran-Krieges faktisch vom Iran weitgehend geschlossen. Die „Times“ berichtete, Großbritannien habe angeboten, nach dem ersten Treffen zur Straße von Hormus später einen Gipfel in Portsmouth oder London auszurichten, um Einzelheiten auszuarbeiten und die Koalition aufzubauen. Diese solle sicherstellen, dass die Wasserstraße wieder geöffnet werden könne – „sobald die Bedingungen stimmen“. (afp)

Kreise: Kontakte zwischen USA und Iran über Kriegsende

Die USA und der Iran stehen Sicherheitskreisen zufolge über ein mögliches Kriegsende in Kontakt. In dieser Woche seien zwischen beiden Konfliktparteien bereits zweimal Vorschläge übermittelt worden, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Auch Ägypten sei in Bemühungen involviert, den Krieg zu beenden. In dem 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs werde unter anderem diskutiert, wie künftig der Schiffverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus geregelt wird. Ein Vorschlag ist demnach eine gemeinsame maritime Einsatzgruppe durch die USA, den Iran, Pakistan und einige Golfstaaten.

Die meisten Punkte adressieren laut einer gut informierten Quelle jedoch das umstrittene iranische Atomprogramm. Bereits vor dem Krieg hatten der Iran und die USA darüber ohne konkrete Ergebnisse verhandelt. Auch die Aufhebung der internationalen Sanktionen und der Wiederaufbau des Irans seien Themen. US-Medien hatten zuvor über den Plan berichtet, der Irans Führung für ein Ende des Kriegs große Zugeständnisse abverlangen soll. Pakistan gilt als möglicher Gastgeber, sollte es zu neuen Gesprächen zwischen Vertretern aus Teheran und Washington kommen. Offiziell dementiert Irans politische und militärische Führung jegliche Art von Verhandlungen mit den USA. (dpa)

Libanon: Mehr als 40 Sanitäter bei Israels Angriffen getötet

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Behördenangaben seit Ausbruch der jüngsten Eskalation Anfang März 42 Sanitäter getötet worden. Bei einem jüngsten Vorfall am Montag seien zwei Sanitäter bei einem israelischen Angriff auf ihr Motorrad getroffen worden und umgekommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die beiden Männer seien auf dem Weg zu einem Einsatz und in Uniform gekleidet gewesen. Ihr Motorrad sei mit Warnleuchten ausgestattet gewesen. Sowohl die Hisbollah als auch die mit ihr verbündete Amal-Bewegung haben eigene Gesundheitsdienste. Insbesondere deren Mitarbeiter werden bei den Angriffen getroffen.

Auf Nachfrage teilte das israelische Militär mit, die Angelegenheit zu prüfen. Das israelische Militär wirft der Hisbollah vor, Krankenwagen und andere medizinische Einrichtungen für militärische Zwecke zu nutzen. Die libanesische Regierung wirft Israels Armee vor, vorsätzlich Rettungsmaßnahmen zu behindern und gegen das Völkerrecht zu verstoßen. (dpa)

Südkorea spielt Gassorgen nach Angriffen in Katar herunter

Südkorea hat Sorgen um die Gasversorgung des Landes nach iranischen Angriffen auf Flüssiggasfabriken in Katar heruntergespielt. Yang Ki Wook, ein Vertreter des südkoreanischen Industrieministeriums, sagte am Mittwoch, sein Land habe aller Voraussicht nach eine ausreichende Versorgung bis zum Ende des Jahres aus alternativen Quellen sichergestellt. Yang schätzte, dass die iranischen Angriffe auf zwei LNG-Fabriken in Katar etwa 20 Prozent der Kapazitäten des Emirats beschädigt haben und dass es drei bis fünf Jahre dauern könnte, diese wiederherzustellen. Südkorea habe noch keine direkte Mitteilung des katarischen Staatskonzerns Qatar Energy erhalten, sagte er mit Blick auf Medienberichte, wonach sich das Unternehmen bei dem Ausfall von vertraglich zugesicherten LNG-Lieferungen an Südkorea und andere Staaten auf höhere Gewalt berufen will. (ap)

Iranisches Militär: Raketen in Richtung von US-Flugzeugträger abgefeuert

Der Iran hat nach Militärangaben Raketen in Richtung des US-Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ abgefeuert. Der in der Golfregion eingesetzte Flugzeugträger sei dadurch gezwungen worden, seine Position zu ändern, zitierte das Staatsfernsehen am Mittwoch aus einer Erklärung des Militärs. Marinekommandant Schahram Irani drohte mit weiteren Angriffen, sollten sich feindliche Schiffe in Reichweite der iranischen Streitkräfte befinden. (afp)

Deutsche Logistik: Lieferketten-Risiko ist beträchtlich

‌Der Iran-Krieg könnte ‌nach Einschätzung der deutschen Logistikbranche die Lieferketten weltweit durcheinanderbringen. „Das Risiko für die Logistik ist beträchtlich“, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Kai Althoff, am Mittwoch. „Wir werden in den nächsten Monaten sehen, wie resilient die globalen Lieferketten gegenüber höheren Öl- und Gaspreisen und ‌den Störungen in den Lieferketten sind.“ Abhängig von der Dauer der militärischen Konflikte werde dann deutlich, „ob sich die Risiken manifestieren und die Wirtschaft und auch die Logistik wieder stärker unter Druck geraten“. Die andere Option sei, „ob sich der leicht positive gesamtwirtschaftliche Trend fortsetzen kann und die Logistikbranche mitzieht“. Die aktuelle Situation zeige einmal mehr, wie wichtig das Thema Resilienz ‌und Krisenfestigkeit auch künftig für die Logistik sein werde, betonte Althoff. (rtr)

Israel greift Ziele im Libanon an

Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge weiter gegen die Hisbollah im Libanon vor. In der Nacht habe das Militär unter anderem eine Kommandozentrale in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut, Mitglieder der Miliz sowie Tankstellen, die sie zur Finanzierung nutze, angegriffen, teilte das Militär mit. Die Tankstellen werden von Al-Amana betrieben, einer mit der Hisbollah verbundenen Organisation. Sie sind Teil des parallelen Wirtschaftssystems, das die Hisbollah im Libanon etabliert hat. In Zeiten von Treibstoffmangel aufgrund der Wirtschaftskrise im Land konnte die Hisbollah über Al-Amana ihre Anhänger bevorzugt versorgen und so ihre Basis stärken, während staatliche Tankstellen leer blieben. Aus dem Libanon gab es zunächst keine Angaben zu Verletzten der nächtlichen Angriffe. (dpa)

Ägyptens Außenminister spricht mit EU-Außenbeauftragter über Iran

Der ägyptische Außenminister Badr Abdel-Atti hat mit Vertretern der Europäischen Union und der USA über den Konflikt rund um den Iran gesprochen. Wie sein Ministerium am Mittwoch mitteilte, tauschte er sich mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas über die Lage im Nahen Osten aus und forderte die EU auf, sich bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung im Iran-Krieg mit Ägypten abzusprechen. Abdel-Atti sagte Massad Boulos, einem Berater von US-Präsident Donald Trump, es müsse „konzertierte regionale und internationale Anstrengungen zur Deeskalation der Lage“ geben. Er verwies auf die schweren wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Ägypten hatte im März die Kraftstoffpreise erhöht und weitere Maßnahmen angekündigt, darunter die Reduzierung offizieller Auslandsreisen sowie einen sparsameren Treibstoffverbrauch in verschiedenen Bereichen. (ap)

Insider: Pakistan hat Iran US-Vorschlag übermittelt

Pakistan hat dem Iran einem Insider zufolge einen Vorschlag der USA übermittelt. Details nennt der ranghohe iranische Insider, der sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußert, nicht. Auch sagt er nicht, ob es sich um den 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Kriegs handelt, über den mehrere Medien berichten. Der Insider fügt allerdings hinzu, dass auch die Türkei auf der Suche nach Wegen zur Beendigung des Kriegs unterstütze. Das Land werde ebenso wie Pakistan als Gastgeber für etwaige Gespräche in Betracht gezogen. Noch stehe aber kein Ausrichtungsort fest. (rtr)

Raketenalarm in weiten Teilen Israels

Israel hat am Mittwochmittag (Ortszeit) mehrere Warnungen vor Raketenbeschuss aus dem Iran ausgegeben. Nach Angaben der israelischen Behörden feuerte Teheran ballistische Raketen auf verschiedene Teile des Landes ab. Polizei und Rettungsdienste waren demnach an mehreren Orten im Einsatz, an denen entweder Trümmer der bei dem Angriff genutzten Geschosse oder von israelischen Abfangraketen niedergegangen seien. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor. Gemeinden im Norden Israels wurden zudem weiter mit Raketen und Drohnen aus dem Libanon angegriffen, wo sich die Schiitenmiliz Hisbollah aufseiten des Irans in den Konflikt eingeschaltet hat. (ap)

China fordert Deeskalation in Nahost

China hat sich für eine Deeskalation der Spannungen im Nahen Osten ausgesprochen. Die Volksrepublik unterstütze alle entsprechenden Bemühen sowie den Beginn von Friedensgesprächen, sagte Außenamtssprecher Lin Jian am Mittwoch in Peking. „Eine Waffenruhe und ein Ende aller Feindseligkeiten haben höchste Priorität, Dialog und Verhandlungen sind der Weg nach vorn.“

Außenminister Wang Yi habe seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi am Dienstag in einem Telefonat mitgeteilt, dass alle Konfliktparteien jede Gelegenheit und jedes Fenster für einen Frieden nutzen sollten, sagte Lin. Zum Angebot Pakistans befragt, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln, erklärte er: „Wir unterstützen alle Bemühungen, die zur Deeskalation der Situation und zur Wiederaufnahme des Dialogs beitragen.“ (ap)

Iran warnt USA vor Invasion mit Bodentruppen

Der Iran hat die USA vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen gewarnt. „Wir beobachten alle Bewegungen der USA in der Region genau, insbesondere Truppenverlegungen“, schrieb Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. „Stellt unsere Entschlossenheit, unser Land zu verteidigen, nicht auf die Probe“, fügte der frühere General hinzu. Die US-Regierung hat Medienberichten zufolge die Verlegung Tausender Soldaten einer Luftlandedivision in die Region des Nahen Ostens angeordnet. Die Rede ist von einer möglichen Invasion der iranischen Insel Charg, dem wichtigsten Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. (dpa)

Hisbollah: Israelisches Kampfflugzeug mit Raketen beschossen

Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hat nach eigenen Angaben ein israelisches Kampfflugzeug mit Boden-Luft-Raketen beschossen. Das Flugzeug habe am Dienstagabend Ziele im Süden des Libanons attackiert. Durch den Raketenbeschuss sei es gezwungen gewesen, abzudrehen. Es sei bereits das zweite Mal seit dem Einstieg der Hisbollah in den Konflikt rund um den Iran, dass Boden-Luft-Raketen gegen ein israelisches Kampfflugzeug eingesetzt worden seien, erklärte die Miliz. Das israelische Militär gab zunächst keine Stellungnahme ab. (ap)

Iranischer Botschafter: Bislang weder direkte noch indirekte Gespräche

Nach dem iranischen Militär widerspricht auch der Botschafter der Islamischen Republik in Pakistan Darstellungen, wonach es Verhandlungen zur Beendigung des Nahost-Kriegs gibt. Nach seinen Informationen hätten entgegen der Behauptung von US-Präsident Donald Trump bislang keine direkten oder indirekten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern stattgefunden, sagt Botschafter Resa Amiri Moghadam. Er fügt allerdings hinzu, dass „befreundete Länder“ sich bemühten, „die Voraussetzungen für einen Dialog zwischen Teheran und Washington zu schaffen, von dem wir hoffen, ‌dass er zur Beendigung dieses aufgezwungenen Krieges beitragen wird“. Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif hatte am Dienstag erklärt, seine Regierung sei bereit, mögliche Gespräche auszurichten. (rtr)

Netanjahu warnt vor öffentlichem Feiern jüdischer Feiertage

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Israelis und Juden davor gewarnt, Pessach und andere anstehende jüdische und israelische Feiertage ohne Sicherheitsvorkehrungen im Freien zu begehen. Der Nationale Sicherheitsrat Israels rief zudem dazu auf, in Ländern, die an den Iran grenzen, von der Teilnahme an jüdischen Veranstaltungen und dem Besuch jüdischer Einrichtungen abzusehen. (ap)

Thailändischer Öltanker durchfährt Straße von Hormus

Ein thailändisches Schiff hat nach Angaben des Außenministeriums in Bangkok die Straße von Hormus durchquert. Außenminister Sihasak Phuangketkeow sagte, vorausgegangen seien Gespräche mit den iranischen Behörden. Thailand habe um sichere Durchfahrt für ein Schiff des Energiekonzerns Bangchak Corporation sowie für ein zweites Schiff des Petrochemieunternehmens SCG Chemicals durch die Meerenge gebeten. Am Montag sei Thailand informiert worden, dass das Schiff den wichtigen Handelsweg passiert habe, der aus Angst vor Angriffen seit dem Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran weitestgehend gemieden wird. Laut der Bangchak-Website handelt es sich um einen Öltanker, der Anfang April in Thailand erwartet wird. Das zweite Schiff warte noch auf die Möglichkeit einer sicheren Passage, sagte der Minister. (ap)

Chinesischer Reederei-Konzern Cosco nimmt wieder Aufträge in Golfstaaten an

Der chinesische Reederei-Konzern Cosco will wieder die Gewässer um den Persischen Golf befahren. Cosco teilte am Mittwoch mit, wieder Transportaufträge für Frachtcontainer mit Zielorten in mehreren Golfstaaten anzunehmen. Zuvor hatte die Internationale Schifffahrtsorganisation der UN erklärt, dass der Iran die Passage der Straße von Hormus für „nicht-feindliche“ Schiffe wieder freigeben werde. Der Reederei-Riese Cosco hatte als Reaktion auf den Krieg im Nahen Osten Buchungen in die Region Anfang März ausgesetzt. Nun erklärte der chinesische Konzern, dass „die Annahme neuer Buchungen für Stückgutcontainer“ für Transporte in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Kuwait und in den Irak „mit sofortiger Wirkung“ wieder aufgenommen werde. Aufgrund der „instabilen Lage im Nahen Osten“ könnten sich neue Buchungsvereinbarungen und die tatsächliche Beförderung allerdings ändern, fügte das Unternehmen hinzu. (afp)

Gasekonzern Air Liquide warnt vor Helium-Lieferengpässen durch Iran-Krieg

‌Der Industriegasekonzern Air Liquide ‌hat vor Versorgungsengpässen bei Helium durch den Iran-Krieg gewarnt. Der wichtige Anbieter QatarEnergy mache höhere Gewalt für ausbleibende Lieferungen geltend, sagte Air-Liquide-Managerin Armelle Levieux am Mittwoch anlässlich der Eröffnung eines neuen Werks in Taiwan. Um die Ausfälle abzufedern, werde ihr ‌Unternehmen verstärkt auf Helium-Produzenten aus anderen Regionen zurückgreifen. Helium ist ein Nebenprodukt der Erdgasförderung und wird unter anderem zur Produktion von Computerchips benötigt. (rtr)

Irans Militärführung weist Verhandlungen zurück

Irans Militärführung hat Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurückgewiesen und ist die US-Regierung scharf angegangen. „Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt“, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt. Medienberichten zufolge hatte die US-Regierung der Führung in Teheran einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet.

Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien wie das Portal Axios und die New York Times. Der Plan verlangt der Führung in Teheran demnach große Zugeständnisse ab. „Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen“, sagte der Militärsprecher. Die USA müssten akzeptieren, dass Irans Streitkräfte die Stabilität in der Region garantierten. Das „Vorgehen gegen das iranische Volk“ müsse aus den „verdorbenen Köpfen“ der Amerikaner verschwinden, sagte er. Man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren. „Weder jetzt noch irgendwann sonst.“ (dpa)

Trump: USA verhandeln mit den „richtigen Leuten“ im Iran

Die ‌USA verhandeln US-Präsident Donald Trump zufolge mit dem Iran über ein Ende der Feindseligkeiten. Man spreche mit den „richtigen Leuten“, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Es gebe nun eine neue Führung in der Islamischen Republik, sagte er weiter, ohne konkreter zu werden. Die Iraner wollten ‌unbedingt eine Einigung erzielen. Das iranische Außenministerium und der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf haben frühere Aussagen in dieser Form allerdings dementiert. Details zu den mutmaßlichen Verhandlungen nannte Trump nicht. Er ließ auch offen, ob die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dieser Woche an Gesprächen teilnehmen werden. Pakistan hatte sich bereit erklärt, als Gastgeber für mögliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran aufzutreten.

Trump sprach auch von einem ‌bedeutenden Zugeständnis des Irans im Energiebereich, nannte aber keine Details. Er deutete an, dass das „Geschenk“ mit der Straße von Hormus zusammenhänge. „Sie haben uns ⁠ein Geschenk gemacht, und das Geschenk ist heute angekommen. Es war ein sehr großes Geschenk, das enorm viel Geld wert ist“, sagte Trump. Es beziehe sich auf ‌Öl und ‌Gas. Trump bekräftigte seine Einschätzung, dass die USA ⁠den Krieg bereits gewonnen hätten. Verteidigungsminister Pete Hegseth sei jedoch enttäuscht darüber, wie schnell der Feldzug verlaufen sei. „Pete wollte ‌nicht, dass es schon vorbei ‌ist“, erklärte der Präsident. (rtr)

Insider: USA haben Iran 15-Punkte-Plan für Frieden übermittelt

‌Die USA haben ‌einem Insider zufolge dem Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges übermittelt. Die Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters vom Dienstag reihen sich in entsprechende Medienberichte der New York Times und des israelischen Senders Channel 12 ein, die sich ebenfalls auf Insider beriefen. Demnach ist der Vorschlag von Pakistan an den Iran weitergegeben worden. Laut Channel ‌12 wird etwa verlangt, die Atomanlagen Natans, Isfahan und Fordow außer Betrieb zu setzen. Zudem müsse in der Straße von Hormus ein freier Schiffsverkehr gewährleistet werden. Auf iranischem Boden dürfe kein Uran angereichert werden. Die USA schlagen demnach eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Stellungnahmen der beiden Staaten lagen zunächst nicht vor. (rtr)

Bundesregierung: Völkerrechtliche Prüfung nicht abgeschlossen

Die Bundesregierung betont, dass sie noch keine abschließende Meinung darüber hat, ob der Angriff der USA und Israels auf den Iran völkerrechtswidrig ist. Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag gesagt hatte, dass der Krieg für ihn völkerrechtswidrig und „ein politisch verhängnisvoller Fehler“ sei, sagt ein Regierungssprecher auf Anfrage, dass man Äußerungen ‌anderer Verfassungsorgane nicht kommentiere. „Grundsätzlich gilt: Die völkerrechtliche Prüfung obliegt der Bundesregierung und ist noch nicht abgeschlossen“, fügt er hinzu. Die Prüfung finde vor dem Hintergrund „vielfältiger Verstöße Irans gegen völkerrechtliche Bestimmungen und internationale Abkommen und einer latenten Bedrohung der Existenz des Staates Israel“ statt. (rtr)

Staatsmedien melden neun Tote bei israelischen Angriffen in Südlibanon

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanons sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Tote habe es bei einem Angriff auf das Dorf Adlun gegeben, zwei weitere bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. Zudem seien bei einem israelischen Angriff auf das Dorf Habbusch im Südlibanon mindestens drei weitere Menschen getötet worden. Die israelische Armee teilte ihrerseits mit, Bodentruppen im Südlibanon hätten „ein Waffenlager zerstört“. Zudem habe die Luftwaffe „mehrere Terroristen“ getötet, die aus dem angegriffenen Gebiet geflohen seien.

In der Erklärung hieß es überdies, dass „Soldaten Kommandozentralen der Hisbollah zerstört haben, in denen sich zahlreiche Waffen befanden“. Zum genauen Ort wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die mit dem Iran verbündete Hisbollah erklärte, ihre Kämpfer hätten Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon und in Nordisrael verübt. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Vororte von Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram. (afp)

Insider: USA verlegen Tausende Fallschirmjäger in den Nahen Osten

Das US-Verteidigungsministerium ‌wird Insidern zufolge Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten verlegen. Es sei keine Entscheidung gefallen, die Fallschirmjäger im Iran einzusetzen, sagte eine von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie sollten ‌zunächst die Kapazitäten für mögliche künftige Einsätze erhöhen. Beide Insider machten keine Angaben dazu, wo in der Region die Soldaten stationiert werden sollen und wann sie dort ankommen werden. Die US-Armee verwies Anfragen an das Präsidialamt in Washington, das zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war.

Die Verlegung folgt auf die Entsendung Tausender Marineinfanteristen und Seeleute an Bord ‌des Kriegsschiffs USS „Boxer“ und weiterer Schiffe in der vergangenen Woche. Damit bauen die USA ihre militärische Präsenz in der ⁠Region aus, während die Regierung in Washington zugleich Gespräche mit dem Iran anstrebt. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf der Online-Plattform Truth ‌Social die ‌Frist für eine Bombardierung iranischer Kraftwerke verlängert. ⁠Er begründete dies mit „produktiven“ Austausch mit der Regierung in Teheran. Der Iran wies jedoch ‌zurück, dass es derartige ‌Verhandlungen gegeben habe. (rtr)

Bahrains Vorstoß einer UN-Resolution stößt auf Widerstand

Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Offenhaltung der Straße von Hormus stößt auf Widerstand. Bahrain brachte den Vorschlag ein. Der Entwurf lag der AP am Dienstag (Ortszeit) vor. Er ruft die Staaten dazu auf, „alle notwendigen Mittel“ einzusetzen, um die Meerenge offenzuhalten. Der Resolutionsentwurf würde Staaten oder maritimen Bündnissen militärische Maßnahmen erlauben, um die Durchfahrt zu sichern. Zudem fordert er den Iran auf, alle Angriffe auf Schiffe unverzüglich einzustellen und die Freiheit der Schifffahrt in und um die wichtige Wasserstraße nicht weiter zu beeinträchtigen.

Vorschlag stößt auf Widerstand, da er die Möglichkeit eines von den Vereinten Nationen unterstützten Militäreinsatzes gegen den Iran eröffnet, wie drei Diplomaten berichten. Einer von ihnen sagte der AP, der Entwurf sei am Dienstag überarbeitet worden, nachdem mehrere Länder Bedenken geäußert hatten, ihn unter das siebte Kapitel der UN-Charta zu stellen, das dem Sicherheitsrat Maßnahmen von Sanktionen bis hin zum Einsatz von Gewalt erlaubt. Bahrain gehört zu mehreren Ländern in der Region, die seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar Ziel iranischer Drohnen oder Raketen geworden sind. Unklar ist, ob die USA den Vorschlag unterstützen. China und Russland – beide mit Vetorecht in dem 15-köpfigen Rat – gehören laut einem der Diplomaten zu den Ländern, die den aktuellen Text ablehnen. (ap)

Demokraten im US-Senat erzwingen erneut Abstimmung zum Iran-Krieg

Die Demokraten im US-Senat haben erneut eine Abstimmung zum Krieg im Nahen Osten erzwungen. Die Positionen blieben jedoch unverändert. Wie schon bei zwei ähnlichen Vorstößen zuvor kam eine angestrebte Resolution zu den Kriegsbefugnissen nicht voran. Sie scheiterte am Dienstag (Ortszeit) mit 47 zu 53 Stimmen. Die Resolution hätte Präsident Donald Trump verpflichtet, vor weiteren Angriffen auf den Iran die Zustimmung des Kongresses einzuholen. Erneut war Senator Rand Paul aus Kentucky der einzige Republikaner, der dafür stimmte, während Senator John Fetterman aus Pennsylvania der einzige Demokrat war, der dagegen votierte.

Eine Gruppe von Demokraten erzwingt wöchentliche Abstimmungen über den Krieg, um den Senat unter Druck zu setzen, öffentliche Anhörungen abzuhalten. „Dieser Krieg ergibt absolut keinen Sinn“, sagte Senator Chris Murphy aus Connecticut, der die Abstimmung am Dienstagabend initiiert hatte. Bislang haben die republikanischen Senatoren den Krieg unterstützt und sich überwiegend zufrieden mit vertraulichen Unterrichtungen durch die Trump-Regierung gezeigt. (ap)

Irak gewährt schiitischen Milizen Handlungsspielräume bei Angriffen

Die irakische Regierung hat schiitischen Milizen und anderen Mitgliedern der Sicherheitskräfte im Falle von Angriffen das Recht auf Selbstverteidigung zugesprochen. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Iraq News Agency am Mittwoch. Die staatlich anerkannten, überwiegend schiitischen Milizen, bekannt als Volksmobilisierungskräfte (PMF), haben sich zu einer mächtigen politischen Gruppierung innerhalb des Irak entwickelt. Sie geben an, bei Angriffen der USA ins Visier genommen worden zu sein, nachdem sie selbst Einrichtungen angegriffen hatten, die mit den Vereinigten Staaten im Irak in Verbindung stehen. Mit der Entscheidung soll offenbar die fragile Koalitionsregierung gestärkt werden, die derzeit im Irak an der Macht ist und versucht, konkurrierende Kräfte im Land auszubalancieren. Die Volksmobilisierungskräfte wurden zur Bekämpfung der Terrorgruppe Islamischer Staat gegründet und unterstehen formal dem irakischen Militär, operieren in der Praxis aber weitgehend autonom. (ap)

Cafés und Geschäfte in Ägypten schließen früher

Der Iran-Krieg hat in Ägypten Folgen für die Betreiber von Cafés, Restaurants und Geschäften. Ab kommenden Samstag müssen diese wie auch Einkaufszentren im ganzen Land um 21.00 Uhr schließen und damit teils mehrere Stunden früher als gewöhnlich. In zentralen Gegenden von Kairo und in beliebten Urlauberorten schließen viele Geschäfte, Bars und Restaurants erst gegen 1.00 oder 2.00 Uhr nachts. Auch die Beleuchtung an Straßen und Werbetafeln soll nun reduziert werden. Grund sind die steigenden Energiepreise im Zuge des Iran-Kriegs. Diesen möchte die Regierung in Kairo mit einem verringerten Stromverbrauch entgegenwirken. Ägypten erzeugt mehr als 80 Prozent seines Stroms mit Erdgas, das vielfach importiert wird. Der wichtigste Gaslieferant Israel hatte die Exporte nach Ägypten beim Kriegsbeginn vor mehr als drei Wochen bereits gestoppt. (ap)

Israels UN-Botschafter: Keine Beteiligung an Iran-Gesprächen

Israel ist nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen nicht an Gesprächen mit dem Iran beteiligt. Danny Danon sagte, soweit er wisse, sei Israel nicht Teil der angeblich für später in dieser Woche in Pakistan geplanten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. „Während wir hier sprechen, greifen Israel und die USA weiterhin militärische Ziele im Iran an, und wir werden das auch weiterhin tun“, sagte er am Dienstag (Ortszeit) vor UN-Reportern. Er erklärte, die Angriffe hätten „viel erreicht“, aber noch nicht alles. Mit Blick auf mögliche Verhandlungen am Ende des Konflikts betonte er, Israel sei entschlossen sicherzustellen, dass der Iran weder über nukleare Fähigkeiten noch über ballistische Raketen verfügt.

Danon warf dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi zudem vor, noch vor wenigen Wochen gesagt zu haben, der Iran verfüge nicht über Raketen mit einer Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern – und dann eine Rakete gestartet zu haben, die fast 4.000 Kilometer weit in Richtung Diego Garcia geflogen sei, einer abgelegenen Insel im Indischen Ozean, auf der sich ein wichtiger britisch-amerikanischer Militärstützpunkt befindet. (ap)

Macron drängt Iran zu Verhandlungen und zur Deeskalation

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gesprochen und ihn zu einer Verhandlungslösung im Krieg mit den USA und Israel aufgefordert. Er habe den Iran aufgefordert, „sich in gutem Glauben an Verhandlungen zu beteiligen, um einen Weg zur Deeskalation zu ebnen“, teilte Macron auf der Plattform X mit. Verhandlungen sollten einen Rahmen schaffen, „der es ermöglicht, den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms sowie seiner Aktivitäten zur Destabilisierung der Region gerecht zu werden“.

„Ich habe erneut darauf hingewiesen, dass es unbedingt notwendig ist, die inakzeptablen Angriffe auf die Länder der Region zu beenden, die Energie- und zivile Infrastruktur zu schützen und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen“, sagte Macron. Außerdem forderte er den Iran auf, so schnell wie möglich die Rückkehr zweier über längere Zeit vom Iran inhaftierter Franzosen zu ermöglichen, die seit Monaten in der französischen Botschaft in Teheran festsitzen. Es ist bereits das dritte Mal, dass Macron seit Ausbruch des Iran-Kriegs den Kontakt zu Peseschkian sucht, um auf Deeskalation und einen diplomatischen Ausweg zu drängen. (ap)

Treibstofflager am Flughafen Kuwait nach Drohnenangriff in Brand

Am internationalen Flughafen von Kuwait ist bei einem Drohnenangriff ein Treibstofflager getroffen worden und in Brand geraten. Ersten Erkenntnissen zufolge halte sich der Schaden in Grenzen und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung auf der Plattform X mit. Notfallpläne und Feuerwehr seien sofort aktiviert worden, hieß es unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde. Alle relevanten Kräfte seien am Flughafen am Rande von Kuwait-Stadt im Einsatz. Die Behörden machten keine Angaben zum mutmaßlichen Angreifer. Allerdings attackiert das iranische Militär seit Beginn des Iran-Kriegs mit Raketen und Drohnen immer wieder Ziele in den Staaten des Persischen Golfs, die es als US-Verbündete betrachtet. Dabei gerieten auch mehrfach Flughäfen ins Visier, etwa das wichtige Drehkreuz in Dubai. Die USA und Israel führen seit rund dreieinhalb Wochen Krieg gegen den Iran. Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing in der Nacht mehrere Drohnen ab, zudem auch eine ballistische Rakete, wie das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mitteilte. (dpa)

Libanon: Staatsmedien melden sechs Tote bei israelischen Angriffen in Sidon

Bei israelischen Angriffen in dem Gebiet Sidon im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adloun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden. Zuvor hatte die israelische Armee die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort „Infrastruktur der terroristischen Hisbollah“ an, erklärte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram. (afp)

Israelische Armee startet neue Angriffswelle auf Teheran

Die israelische Armee hat eine neue Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe visierten „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ an, erklärte die israelische Armee am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) erklärte, Rettungskräfte hätten einen Mann behandelt, der auf dem Weg zu einem Schutzraum verletzt worden sei. Am späten Dienstagabend hatte MDA neun Verletzte bei einem iranischen Raketenangriff in dem Gebiet Bnei Brak im Zentrum Israels gemeldet. Unter den Verletzten seien sechs Kinder. Weitere drei Menschen seien im naheliegenden Givat Schmuel verletzt worden.

Die israelische Armee kündigte außerdem an, sie werde weiterhin Irans Fähigkeit, Raketen zu produzieren und abzufeuern, ins Visier nehmen. „Wir treffen jedes Glied in der Raketenkette, von den Fertigungsanlagen über die Abschussvorrichtungen bis hin zu den Raketen selbst“, sagte der israelische Armeesprecher Effie Defrin in einer Fernsehansprache. Die Zahl der iranischen Abschüsse ist Defrin zufolge auf durchschnittlich etwa zehn Raketen pro Tag zurückgegangen. Der Iran versuche, seine Anstrengungen alle paar Tage zu bündeln und im größeren Umfang zu feuern, vor allem auf Bevölkerungszentren. „Wir sind darauf vorbereitet und setzen die Jagd auf die Soldaten und Kommandeure des Raketenapparats fort, um sie auszuschalten“, sagte er. (afp)

UNO: Iran öffnet Straße von Hormus für „nicht-feindliche Schiffe“

Der Iran hat nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) die bislang gesperrte Straße von Hormus für „nicht-feindliche“ Schiffe geöffnet. Schiffe, die „weder an Aggressionshandlungen gegen den Iran teilnehmen noch diese unterstützen“ und gewisse Sicherheitsvorschriften einhielten, dürften „in Abstimmung mit den zuständigen Behörden“ fortan wieder die wichtige Meerenge passieren, hieß es in einer am Dienstag von der IMO veröffentlichten Erklärung Teherans. Nach Angaben der UN-Organisation sei die Erklärung am Sonntag vom iranischen Außenministerium veröffentlicht worden. Die IMO sei damit beauftragt worden, diese zu verbreiten. Der Iran ist Mitglied der IMO, aber nicht im Rat der Organisation vertreten. (afp)

US-Militär: 290 Soldaten im Iran-Krieg verwundet

Im Iran-Krieg sind bislang 290 US-Soldaten verletzt worden. Das teilte der Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom), Tim Hawkins, mit. Von den Verwundeten seien 255 wieder in den Dienst zurückgekehrt, 35 blieben derzeit außer Gefecht. Zehn Soldaten seien schwer verletzt worden. Seit der letzten Aktualisierung am 16. März ist die Gesamtzahl der Verwundeten um 90 gestiegen. Dreizehn US-Soldaten sind im Verlauf des Krieges im Kampfeinsatz gefallen. (ap)

Ölpreis fällt nach Trump-Aussagen wieder unter 100 Dollar

Die Ölpreise sind nach erneuten Ankündigungen von Verhandlungen mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Mai lag nach den Trump-Äußerungen leicht darunter und gab damit innerhalb weniger Minuten um knapp vier Prozent nach. (dpa)

Guterres kritisiert Ausweitung jüdischer Siedlungen im Westjordanland

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Ausweitung jüdischer Siedlungen im Westjordanland angeprangert. Der rasche Ausbau der Siedlungen und die Zunahme von Außenposten in dem Palästinensergebiet schürten Spannungen, hinderten Palästinenser am Zugang zu ihrem Land und bedrohten die Lebensfähigkeit der Idee eines unabhängigen Palästinenserstaats, sagte er am Dienstag. Das geschehe parallel zu einer Zunahme von Übergriffen radikaler Siedler.

Der stellvertretende UN-Botschafter für den Nahen Osten, Ramiz Alakbarov, trug die zentralen Aussagen eines Berichts von Guterres dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor. Die israelischen Planungsbehörden hätten zwischen Dezember und dem 13. März mehr als 6.000 Wohneinheiten im Westjordanland genehmigt, erklärte er. Zugleich hätten auch Abrisse und Beschlagnahmungen von Häusern und anderen Gebäuden in palästinensischem Besitz zugenommen. (ap)

Iran meldet US-israelischen Angriff auf Atomkraftwerk Buschehr – kein Schaden

Bei US-israelischen Angriffen auf den Iran ist nach Angaben der iranischen Atomenergiebehörde erneut das Gelände des Atomkraftwerks in Buschehr getroffen worden. Bei einem Angriff des „amerikanisch-zionistischen Feindes“ sei ein Geschoss „innerhalb des Geländes des Atomkraftwerks Buschehr“ eingeschlagen, erklärte die Behörde am Dienstag. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden und kein Schaden entstanden, „die Bereiche des Kraftwerks sind unversehrt“. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, rief laut einer Mitteilung im Onlinedienst X alle Beteiligten zur „größtmöglichen Zurückhaltung auf, um Risiken für die nukleare Sicherheit während des Konflikts zu vermeiden“. (afp)

Libanesische Militärkreise: Iranische Rakete über Libanon explodiert

Über dem Libanon ist nach Angaben aus libanesischen Militärkreisen eine mit Streumunition bestückte ballistische Rakete aus dem Iran explodiert. Ein hochrangiger Militärvertreter, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, die Rakete sei über der Region Kesserwan nördlich der Hauptstadt Beirut explodiert. Dabei sei Sachschaden entstanden. Die Rakete sei mit unbekanntem Ziel in westlicher Richtung unterwegs gewesen.

Zuvor hatte die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet, im Luftraum des Landes seien mehrere Raketen abgefangen worden. Wie das passiert sein soll, war zunächst unklar – das libanesische Militär besitzt kaum funktionsfähige Luftabwehrsysteme. Laut NNA waren über Kesserwan Explosionen zu hören, die von Abfangraketen verursacht wurden. Raketen seien daraufhin über der Stadt Faitrun und im Bergdorf Baskinta zu Boden gestürzt. Journalisten der Nachrichtenagentur AP sahen im Küstengebiet Sahel Alma leichte Schäden an Gebäuden und einer Mauer. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. (ap)

Iranischer Außenminister lobt Steinmeier für Kritik am Krieg

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für dessen Kritik am Iran-Krieg gelobt. Araghtschi erklärte auf X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße gegen die Iraner verurteilt hat“. Wer Rechtsstaatlichkeit schätze, sollte ebenfalls seine Stimme erheben. Zuvor hatte Steinmeier den von Israel und den USA begonnenen Iran-Krieg als einen „politisch verhängnisvoller Fehler“ bezeichnet und ihn als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“ eingestuft. Nach seiner Darstellung trägt die Begründung eines angeblich unmittelbar bevorstehenden Angriffs auf die USA nicht.

Aus Sicht von Araghtschi ist das Völkerrecht in der Praxis tot. Er machte dafür eine „Doppelmoral des Westens“ im Gaza-Krieg sowie dessen Schweigen zum amerikanische-israelischen Angriff auf den Iran verantwortlich. Der heutige Außenminister war 2015 als Vizeaußenminister Teil des iranischen Atomverhandlungsteams in Wien. Damals traf er mehrfach Steinmeier, der zu dieser Zeit deutscher Außenminister war. (dpa)

Erstes chinesisches Frachtschiff nutzt iranischen Korridor

Ein chinesisches Frachtschiff hat einen vom Iran eingerichteten, angeblich sicheren Korridor in der Straße von Hormus durchquert. Wie am Dienstag ausgewertete Transponderdaten zeigten, schloss das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff „Newvoyager“, das einem Unternehmen in der Provinz Anhui gehört, die Fahrt durch die Passage zwischen den Inseln Larak und Keschm am Montag ab. Laut dem chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caixin“ ist es das erste Containerschiff in chinesischem Besitz, das den gebührenpflichtigen Korridor genutzt hat. Teheran hat erklärt, dass Schiffen nicht-feindlicher Staaten in der Straße von Hormus eine „sichere Durchfahrt“ möglich sei. Frachtschiffe mit Verbindungen zu Indien und Pakistan haben den wichtigen Handelsweg bereits passiert, der seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar weitestgehend gemieden wird. (ap)

Papst Leo beklagt zunehmende Feindseligkeiten

Papst Leo äußert sich besorgt über ‌die zunehmende Feindseligkeit im Iran-Krieg und fordert erneut eine Waffenruhe. „Der Hass nimmt zu, und ‌die Gewalt wird immer schlimmer“, sagt der erste US-Papst der Geschichte. Angesichts von mehr als einer Million Vertriebenen und vielen Toten ruft er alle Verantwortlichen auf, die Probleme durch Dialog statt mit Waffen zu lösen. Hintergrund der Äußerungen sind Berichte, wonach die USA die Entsendung Tausender Soldaten in den Nahen Osten planen. (rtr)

Iranische Raketen treffen Wohnhaus in Israel

Beim Einschlag iranischer Raketen in ein Wohnhaus sollen in Israel mindestens sieben Menschen verletzt worden sein. Die vor Ort in Bnei Brak östlich von Tel Aviv tätigen Rettungsdienste teilten am Dienstag mit, ein Mann sei bei dem Angriff mittelschwer verletzt worden, sechs weitere Menschen, darunter ein siebenjähriger Junge und eine 80-jährige Frau, hätten leichte Verletzungen erlitten. Aufnahmen, die von den Rettungsdiensten veröffentlicht wurden, zeigten schwerste Schäden an dem Gebäude.

Weitere Einschläge wurden an mindestens sieben weiteren Orten im Zentrum des Landes gemeldet. Nach israelischen Angaben handelte es sich um die bereits zwölfte Raketenangriffswelle auf Israel am Dienstag. Auch im Norden Israels heulten stundenlang Sirenen, um vor Beschuss durch die mit dem Iran verbündete Hisbollah im Libanon zu warnen. (ap)

Israel: Wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran getroffen

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran angegriffen. Sie sei schon im Krieg im vergangenen Jahr Ziel eines Bombardements gewesen, teilte das Militär am Abend mit. Irans Führung sei in den vergangenen Monaten jedoch dabei gewesen, die Fähigkeiten der Anlage in Isfahan wieder herzustellen. Die israelische Luftwaffe habe im Laufe des Tages Dutzende Ziele im Iran ins Visier genommen, darunter Raketenabschussrampen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

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