Nach erneutem Milliardenverlust: HRE braucht schon wieder Staatskohle
Im ersten Quartal hat die HRE einen Verlust von 1,13 Milliarden Euro gemacht. Und auch die Zukunft sieht nicht rosig aus: Gewinne sind frühestens 2012 in Sicht.
MÜNCHEN rtr | Nach einem erneuten Milliardenverlust wird Bank Hypo Real Estate (HRE) noch lange am Tropf des Staates hängen. "Der Konzern braucht für den Fortbestand weitere Kapitalunterstützung in erheblichem Umfang", erklärte Vorstandschef Axel Wieandt am Freitag. Er rechne mit "hohen zukünftigen Ergebnisbelastungen, die zu einer anhaltenden Verlustsituation führen werden". Damit rückt der für frühestens 2011 angepeilte Sprung in die schwarzen Zahlen in die Ferne. "Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass wir vor 2012 wieder in die Gewinnzone zurückkehren können", räumte der Manager ein.
Aufsichtsratschef Michael Endres hatte vor kurzem gesagt, dass die HRE schlimmstenfalls mehr als zehn Milliarden Euro frisches Kapital benötigen könnte. Drei Milliarden waren bereits bei der Verstaatlichung vor zwei Monaten geflossen. Dem Bund gehören derzeit 90 Prozent der HRE-Aktien.
Nachdem sich die Situation beim Problemkind Depfa mit Hilfe von Milliarden-Garantien stabilisiert hat, bereitet der HRE nun die Talfahrt einiger Immobilienmärkte Probleme. Allein die Risikovorsorge für Immobilienkredite musste im zweiten Quartal um 881 Millionen Euro aufgestockt werden, nachdem es im Vorquartal 196 Millionen Euro gewesen waren.
Unter dem Strich fiel in der ersten Jahreshälfte ein Verlust von 1,13 Milliarden Euro an, davon 750 Millionen Euro allein im Zeitraum von April bis Ende Juni. Der Wirtschaftsabschwung belaste die Immobilienmärkte in mehreren Regionen.
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