Mord an Italiener in Ägypten: Polizei tötet vermeintliche Kidnapper
Die ägyptische Polizei hat vier Männer erschossen. Laut Regierung sollen sie für den Tod des italienischen Studenten Giulio Regeni verantwortlich gewesen sein.
dpa | Ägyptische Sicherheitskräfte haben alle vier Mitglieder einer kriminellen Bande getötet, die für den mysteriösen Tod eines italienischen Studenten verantwortlich sein sollen. Die Männer seien am Donnerstag bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben gekommen, teilte das ägyptische Innenministerium mit.
Die Bande sei auf die Entführung von Ausländern spezialisiert gewesen. In der Wohnung der Schwester eines der Verdächtigen seien persönliche Gegenstände des Italieners gefunden worden, darunter sein Pass.
Der Tod des Studenten hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und in Italien scharfe Kritik an der ägyptischen Regierung ausgelöst. Der 28 Jahre alte Giulio Regeni war am 25. Januar in Kairo verschwunden und neun Tage später tot aufgefunden worden. Sein Körper wies Zeichen schwerster Misshandlungen auf, darunter ausgerissene Finger- und Fußnägel. Auch wurden Regeni beide Ohren abgeschnitten.
Italienische Medien spekulierten danach, ägyptische Sicherheitskräfte könnten den Studenten umgebracht haben, weil er in Verbindung mit oppositionellen Gruppen gestanden habe. Die „New York Times“ meldete unter Berufung auf einen Augenzeugen und Sicherheitskräfte, der Italiener sei vor seinem Verschwinden in Gewahrsam genommen worden. Ägyptens Chefermittler Hassam Nassar wies die Foltervorwürfe zurück.
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