Mord-Ermittlungen gegen Musharraf: Der Tod einer Premierministerin

Die pakistanische Polizei hat weitere Mord-Ermittlungen gegen den früheren Militärmachthaber Musharraf aufgenommen. Eine Mord-Anklage steht schon länger.

Der früherer General Pervez Musharraf nach seiner Rückkehr nach Pakistan. Bild: ap

ISLAMABAD afp | Die pakistanische Polizei hat neue Mord-Ermittlungen gegen den früheren Militärmachthaber Pervez Musharraf aufgenommen. Auf Anweisung des Hohen Gerichts in Islamabad seien am Montag gegen Musharraf Ermittlungen wegen Mordes an dem radikalen Geistlichen Abdul Rashid Ghazi im Juli 2007 eingeleitet worden, teilte ein Anwalt von dessen Sohn Rashid Ghazi mit, der wegen des Todes seines Vaters Anzeige erstattet hatte. Frühere Anweisungen des Gerichts, in dem Fall zu ermitteln, waren von der Polizei ignoriert worden.

Der radikale Prediger Ghazi hatte im Juli 2007 zusammen mit hunderten anderen Islamisten die Rote Moschee im Zentrum der Hauptstadt Islamabad besetzt. Bei der Erstürmung durch das Militär wurden mehr als hundert Menschen getötet, darunter auch Ghazi. Sein Bruder Abdul Aziz konnte entkommen, er hatte sich in eine Burka gehüllt.

Der gewaltsame Einsatz löste einen Aufstand der Taliban im Nordwesten des Landes aus, der erst nach jahrelangen blutigen Kämpfen beendet werden konnte.

Der frühere General Musharraf, der im September 2008 nach fast einem Jahrzehnt an der Macht abgetreten war, war im März aus dem Exil zurückgekehrt, um an den Parlamentswahlen teilzunehmen.

Er war jedoch nicht zugelassen worden und stattdessen unter Hausarrest gestellt und wegen einer Reihe von Punkten angeklagt worden. Unter anderem wird ihm der Mord an der früheren Premierministerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 sowie die Tötung des Rebellenführers Nawab Akbar Bugti aus Baluchistan 2006 vorgeworfen.

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